Bürgermeister Ludwig gratulierte Komponist Walter Arlen zum 100. Geburtstag

Bürgermeister Ludwig gratulierte Komponist Walter Arlen zum 100. Geburtstag

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Er schuf Stücke für Klavier und Gesang, dieser Tage feiert im Sommerkino des Filmarchivs sein neuer Soundtrack für den Stummfilm aus dem Jahr 1924, „Die Stadt ohne Juden“ Premiere. 1938 musste er vor den Nazis aus Wien fliehen und baute sich in den USA eine neue Existenz auf – und blieb trotzdem immer mit seiner Heimatstadt verbunden. Am 31. Juli 2020 wird Komponist, Musikkritiker und Musikpädagoge Walter Arlen 100 Jahre alt. Bürgermeister Michael Ludwig gratulierte dem Jubilar und schickte die traditionelle Ehrengabe für hohe Jubilare per diplomatischen Kurier an dessen Wohnsitz in Los Angeles.

Walter Arlen wurde am 31. Juli 1920 als Walter Aptowitzer in Ottakring als Sohn einer jüdischen Bürgerfamilie geboren. Seine Eltern und Großeltern betrieben das „Kaufhaus Dichter“ in der Brunnengasse. Statt hinter den Tresen des Kaufhauses zog es Walter Arlen zur Musik – er nahm Klavierunterricht und schuf schon als Teenager erste Werke. Mit der Machtergreifung der Nazis 1938 endete seine Musikkarriere abrupt. Das Kaufhaus der Familie wurde „arisiert“, die Familie zeitweise inhaftiert und vertrieben. Arlen gelang die Flucht in die USA; zuerst nach Chicago, dann nach Los Angeles. In den ersten Jahren in Amerika ging es für den vertriebenen Wiener ums finanzielle Überleben, erst nach dem Krieg konnte er wieder an die Musik anknüpfen. Er studierte bei Komponist und Dirigent Lukas Foss, arbeitete als Musikkritiker für die Los Angeles Times und unterrichtete später an amerikanischen Unis als Musikpädagoge und komponierte ab 1986 wieder eigene Stücke. Sein bislang letztes Werk, „Wenn die letzte Blaue fährt“ aus dem Jahr 2000 ist eine Hommage an das gleichnamigen Wienerlied-Klassikers.

Walter Arlen ist seit 2008 Träger des Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, seit 2011 Träger des Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien und wurde 2015 mit dem Goldenen Rathausmann der Stadt Wien ausgezeichnet.

2008 widmete ihm das Jüdische Museum Wien eine Sonder-Schau mit dem Titel „Wenn die letzte Blaue fährt“.

2011 überlies Arlen seinen Vorlass mit Kompositionen und Korrespondenz mit Zeitgenossen wie dem Komponisten Jan Sibelius und Charles Haubiel sowie die Fotosammlung seiner Familie der Wienbibliothek im Rathaus. (Schluss) red/ato

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