Sima zu Glyphosat: ÖVP-Klientelpolitik vergiftet Umwelt!

Stadt Wien verzichtet seit etlichen Jahren freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat – Appell an alle Parteien, bundesweitem Verbot zuzustimmen

„Glyphosat ist giftig und muss deshalb endlich verboten werden. Es ist unverantwortlich, die fatalen Folgen des krebserregenden Pestizids aus sturem Klientelismus zu ignorieren. Es braucht sofort ein bundesweites Verbot“, so Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima anlässlich der morgigen Parlamentssitzung. Der ÖVP sei die Gesundheit der Menschen aber offensichtlich egal, denn sie blockiert seit Jahren ein Glyphosatverbot obwohl sie es immer wieder vollmundig ankündigt: „Dem muss ein Ende gesetzt werden!“ so Sima. Morgen, Dienstag entscheidet der Nationalrat über einen SPÖ-Antrag zum Verbot des Pestizids Glyphosat: „Ich appelliere an alle Fraktionen im Parlament, besonders an die FPÖ, dem SPÖ-Antrag auf ein bundesweites Glyphosatverbot zu zustimmen. Nein, zu ÖVP larifari Lösungen die am Ziel vorbeigehen“, so Sima. Denn der Hauptausbringer ist die Landwirtschaft, über 90 Prozent der Anwendung passiert dort. 

Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel steht laut WHO unter dringendem Verdacht, krebserregend zu sein und muss laut Sima umgehend vom Markt verbannt werden. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen steht es auch wegen seiner negativen Folgen für die Umwelt in der Kritik – so hat die jahrzehntelange Anwendung bereits die Artenvielfalt im ländlichen Raum reduziert.

Erfolgreiches Verbot von Neonicotinoiden 

Sich hinter der Behauptung zu verstecken, dass ein Glyphosatverbot gegen EU-Recht verstößt, ist scheinheilig. Frankreich hat in einem ähnlichen Fall 2018 die Anwendung von Neonicotinoiden erfolgreich verboten. „Die ÖVP dreht und wendet das EU-Recht je nach Wunsch“, so Sima. 

Wiener Linien, Wiener Parks, Wälder & Landwirtschaft längst glyphosatfrei

Umweltschutz ist in der Stadt Wien gelebte Praxis in allen Bereichen. Die Stadt Wien verzichtet seit etlichen Jahren auf den Einsatz von Glyphosat. So verwenden die Wiener Stadtgärtner (MA 42) keine Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff mehr. Die Unkrautbekämpfung in sämtlichen Parks und Grünflächen der Stadt Wien erfolgt umweltfreundlich und rein mechanisch. Weder der Forst- noch der Landwirtschaftsbetrieb in der Stadt Wien verwendet Glyphosat. Auch die Wiener Linien verzichten daher auf den Einsatz des Pflanzengifts Glyphosat zur Unkrautbekämpfung auf den Gleisen und setzen auf händisches Entfernen des Unkrauts in den Nachtstunden.

Glyphosatverbot: Kurz-Rückzieher, Köstinger untätig

Ex-Bundeskanzler Kurz hatte Ende 2017 vollmundig ein bundesweites Glyphosatverbot angekündigt um sich danach stillschweigend hinter einer Machbarkeitsstudie zu verstecken. Außer, dass sie die besagten Studie unter Verschluss gehalten hat, blieb Ex-Umweltministerin Köstinger auch beim Thema Glyphosat untätig: „Ich frage mich was Frau Köstinger überhaupt getan hat während der 17 Monate ihrer Amtszeit“, wundert sich Sima. „Abgesehen davon, dass sie die politisch motivierte, sinnbefreite Absiedelung des Umweltbundesamts nach Korneuburg vorangetrieben hat“, so Sima abschließend.

Rückfragehinweis für Medien

  • Stefan M. Fischer
    Mediensprecher
    Geschäftsgruppe Umwelt & Wiener Stadtwerke
    Stadträtin Ulli Sima
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