Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 36 von 89
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Schütz.
GRin Angela Schütz, MA (FPÖ): Frau Vorsitzende, Frau Berichterstatterin, werte Kollegen, liebe Zuhörer!
Es ist heute schon sehr viel zum Sport gesagt worden. Einigem kann man wortlos zustimmen, und man kann nur sagen, dem ist nichts hinzuzufügen, aber es gab auch viel Beweihräucherung. Ich möchte einmal etwas ganz klar festhalten: Die Förderungen für den Behindertensport sind gut, und sie sind wichtig. Sie stehen für Inklusion, für Respekt und für die Sicherheit von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Das ist etwas, was wir als Gesellschaft zu unterstützen haben und auch unterstützen müssen.
Jetzt haben wir die Gelegenheit, die Special Olympics in Wien abzuhalten, und daher sehe ich es eigentlich auch als Notwendigkeit an, dass wir in diesem Fall auch bei Förderungen nicht sparen sollten. Jetzt gibt es die Förderung für den Wiener Behindertensportverband. Die geht zu einem großen Teil in den Breitensport, die geht in die paraolympischen Disziplinen, aber sehr, sehr wenig geht in den Bereich der Special Olympics. Die bleiben nämlich immer wieder bei allen Förderungen auf der Strecke. Da gibt es Projektförderung oder etwas aus dem Titel der Inklusion, aber nicht wirklich Förderungen.
Und ich habe mir auch die Mühe gemacht, die Gesamtförderungen des Bundes anzuschauen: Da ist es genauso, ja. Es wird der Spitzensport gefördert, und die Paralympics sind Spitzensport. Die bekommen Geld, die bekommen Sponsoring, die bekommen Förderungen, aber die Special Olympics kriegen nicht wirklich viel in diesem Bereich. Die werden hauptsächlich aus der Sozial- und Inklusionsförderung gesponsert, aber nicht so viel wie alle anderen in diesem Bereich.
Wir erkennen aber den besonderen Wert dieser Veranstaltungen, besonders für die Athleten und auch für die Familien, die sich mit großem Engagement dafür einsetzen. Sie sind stolz, da gibt es Freude, da gibt es Spaß, und das ist natürlich auch ein wichtiger Bestandteil neben einer Leistung. (Beifall bei der FPÖ.)
Wir werden natürlich, so wie wir es im Ausschuss auch gesagt haben, dieser Förderung zustimmen. Wir finden es aber beschämend. Wir haben hier 35 000 EUR wie 2025 für ein Jahr, in dem die Special Olympics in Wien ausgerichtet werden. Das ist einfach wenig. (GRin Mag. Stefanie Vasold: Die sind aber extra finanziert mit 800 000 EUR!) - Ja, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir reden von der Sportförderung für den Landesverband, ja, und das sind 35 000 EUR. Auch die haben mehr Aufwand in einem Jahr, in dem in Wien die Special Olympics stattfinden. Das eine ist das Event, und das andere ist die Förderung für die Organisation.
Wir haben davon gehört: 6,7 Millionen Athleten, 170 Länder, die daran teilnehmen. Da wird Leistung erbracht, da ist Freude dahinter, da ist Engagement dahinter, da ist Aktivität dahinter, und da sind sehr viel Stolz und natürlich auch Anerkennung ein ganz wichtiger Punkt, den man nicht vergessen soll. Wir haben 6 500 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in 720 Schulklassen, und ich würde mir schon wünschen, dass man da auch ein bisschen mehr fördern würde.
Aber was man nicht vergessen soll: Die Sportförderung ist das eine. Wir haben es aber heute auch schon einmal gehört. Wir brauchen auch dauerhaft nachhaltige Verbesserung im Alltag bei diesem Thema. Wir brauchen vermehrt barrierefreie Infrastruktur, wir brauchen bessere Betreuungseinrichtungen, ausreichend Personal im Pflege- und Sozialbereich, echte Entlastung für die betroffenen Familien, wir brauchen echte Sportförderung für alle und nicht nur für Spitzensportler, und all das sollten wir hier nicht vergessen.
Es ist schon so - und ich habe es schon kurz erwähnt: die Special Olympics werden immer wieder benachteiligt, ja. Sie sind aber auf diese Förderung angewiesen, nicht nur auf Projektförderung. Sie würden es sich auch verdienen, einen fixen Bestandteil an Förderbeiträgen zu bekommen.
Wir haben heute gehört, dass Sport ganz wichtig ist: die Bewegung, Sport für die Gesundheit. Das kann man nicht oft genug betonen. Wer Sport betreibt, bleibt sicher länger fit im Alter. Und wie gesagt: Auch da finde ich es halt sehr traurig, dass wir da nicht wirklich mehr Geld investieren und in die Hand nehmen. Was nützt ein großer internationaler Event, wenn im Alltag genau jene Menschen weiterhin mit Problemen kämpfen müssen, für die wir angeblich so viel tun, nämlich bei genau einem Event?
Wir wollen daher einen anderen Zugang. Nicht nur Symbolpolitik und große Prestigeprojekte, sondern gezielte Hilfe da, wo sie tatsächlich benötigt wird! (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Seidl.
GRin Mag. Alice Seidl, BA (SPÖ): Danke, Frau Vorsitzende! Sehr geehrte Frau Berichterstatterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher via Livestream!
In Wien gibt es ein breites Sportangebot und unglaublich viele Vereine, die dazu beitragen, dass Menschen in unserer Stadt Sport machen können. Einer dieser Vereine ist der Postsportverein. Beheimatet ist er am Postsportplatz in Hernals, wie wir ja heute auch schon gehört haben, zumindest noch bis zum Jahresende 2027, denn die Post AG hat mit diesem Zeitpunkt den Pachtvertrag aufgekündigt.
Die Post AG plant jetzt schon seit einigen Jahren, das Areal neu zu nutzen. Die ersten Pläne wurden dafür 2019 präsentiert. Da wurden dann Renderings veröffentlicht, da gab es dann eine eigene Homepage, einige Aussendungen. Da sind sehr umfangreiche Wohnbauten vorgesehen gewesen, und es wurde dann auch ein sogenannter Verständigungsprozess gestartet, der allerdings 2022 seitens der Post wieder gestoppt wurde. Letztes Jahr im Sommer hat die Post dann bekannt gegeben, dass sie das Projekt nun doch weiterverfolgen möchte. Neben den geplanten Wohnbauten soll es auch weiterhin eine Sportnutzung geben. Allerdings möchte die Post AG einen neuen Pächter im Wege einer EU-weiten Ausschreibung suchen. Der Pachtvertrag des
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