«  1  »

 

Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 104 von 108

 

auch eine sachliche Einordnung. Der innerstädtische Tiefbau ist eine der komplexesten Aufgaben, die man sich vorstellen kann. Das ist sozusagen die Königsdisziplin des Bauwesens. Geologische, ich nenne es jetzt Überraschungen kommen vor, veränderte Preisentwicklungen und internationale Lieferketten. All das wirkt sich aus.

 

Dazu kommen Ereignisse, die man nicht völlig kontrollieren kann. Ein Beispiel ist das Hochwasser im Bereich der künftigen U2-Station Pilgramgasse im September 2024. Große Wassermengen sind in den Baustellenbereich eingedrungen, haben Geräte beschädigt und die Arbeiten verzögert. Die Stadt hat rasch reagiert und die Baustelle entsprechend neu organisiert, wie es in solchen Fällen notwendig ist und wie es sich die Wienerinnen und Wiener erwarten.

 

Vielleicht lohnt sich an dieser Stelle auch ein Blick über Wien hinaus. Verzögerungen bei großen Tunnel- oder Infrastrukturprojekten sind kein Wiener Einzelfall. Auch bundesweit hat es in den letzten Jahren mehrfach Anpassungen gegeben, etwa beim Semmering-Basistunnel, wo die Öffnung damals von Grün und Schwarz schrittweise von 2026 auf 2028 verschoben wurde, oder bei der Koralm-Bahn, deren Fertigstellung vom damaligen blauen Verkehrsministerium für 2026 neu festgelegt wurde.

 

Diese Beispiele zeigen vor allem eines: Bei komplexen Bauvorhaben sind Zeit- und Kostenanpassungen nichts Ungewöhnliches. In Wien sprechen wir zusätzlich vom innerstädtischen Tiefbau, einer der technisch anspruchsvollsten Disziplinen überhaupt.

 

Wichtig ist: Alle diese Entwicklungen wurden transparent gemacht. Der Gemeinderat wurde regelmäßig informiert. Wenn ein unerwartetes Ereignis eingetreten ist oder sich die Rahmenbedingungen geändert haben, dann sind wir dazu gestanden und haben die Verantwortung übernommen, so wie wir das letzte Woche getan haben. Die Prozesse bleiben nachvollziehbar und offen.

 

Bei all der Diskussion über einzelne Herausforderungen darf man eines nicht übersehen: Wien liefert laufend. Wien liefert zum Beispiel neue Straßenbahnlinien wie die Linie 12, die Linie 27 und kommendes Jahr die Linie 18, aber auch viele Weiterentwicklungen im Gesundheitsbereich und im Sozialbereich. Viele dieser Vorhaben wurden in den letzten Jahren pünktlich, qualitätsvoll und im vorgesehenen Budgetrahmen umgesetzt. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines funktionierenden Systems und einer Verwaltung, die ihre Aufgaben ernst nimmt. Natürlich gibt es Projekte, die komplizierter sind als andere. Das ist in jeder wachsenden Großstadt so. Entscheidend ist aber, wie man mit diesen Projekten umgeht. Wien geht damit professionell um.

 

Im Dringlichen Antrag wird mehr Kontrolle gefordert. Kontrolle ist wichtig, aber genau diese Instrumente existieren ja bereits: der U-Bahn-Lenkungsausschuss, die unabhängige begleitende Kontrolle, regelmäßige Berichte an die politischen Gremien. Diese Strukturen sind aktiv, sie funktionieren, und sie werden genutzt. Es gibt also keinen Mangel an Transparenz oder Aufsicht.

 

Großprojekte in Wien sind auch in langfristige Strategien eingebettet. Diese langfristige Perspektive sorgt auch dafür, dass wir Entscheidungen nicht impulsiv treffen, sondern mit Blick auf die Zukunft dieser Stadt. Dadurch bleibt Wien Hauptstadt für Lebensqualität heute und für kommende Generationen. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf das Herzstück der Mobilität in Wien blicken und einen positiven Ausblick auf das Netz der Wiener Linien geben. Täglich nutzen rund 2,4 Millionen Fahrgäste unseren öffentlichen Verkehr. Mit der U-Bahn verfügen wir über eine der leistungsstärksten Infrastrukturen Mitteleuropas. Über 850 000 Menschen steigen im Schnitt täglich in eine U-Bahn ein. Rund 83 Kilometer Streckenlänge und mehr als 100 Stationen bilden eine zentrale Säule der Wiener Mobilität. Genau deshalb ist der Ausbau von U2 und U5 keine symbolische Entscheidung, sondern eine notwendige Weiterentwicklung eines Systems, das unsere Stadt Tag für Tag verlässlich in Bewegung hält.

 

Die Dringliche Anfrage spricht Themen an, die wichtig sind: Kontrolle, Transparenz und klare Prozesse. Genau das ist aber Teil unseres gelebten Alltags. Wir arbeiten an diesem Projekt verantwortungsvoll, strukturiert und mit einem breiten Blick auf die gesamte Stadtentwicklung und mit einem verantwortungsvollen Blick in die Zukunft. - Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster ist Herr GR Taborsky zu Wort gemeldet. - Bitte.

 

20.17.16

GR Hannes Taborsky (ÖVP)|: Meine sehr verehrten Damen und Herren, werte Zuschauer zu Hause via Livestream! Ich glaube, das Match schaffen wir noch, und wir werden zur WM fahren. Das hoffe ich nach dem heutigen Ergebnis einmal auf alle Fälle.

 

Zuerst sei es mir aber erlaubt, noch einige Punkte anzubringen. Wo fange ich an? Ich habe sämtlichen Wortmeldungen ergriffen gelauscht. Ich habe jetzt eine Reihe von Berichtigungen vorzunehmen, die, wenn ich sie wirklich mache, fast schon die Redezeit in Anspruch nehmen würden. Denn das, was von dieser Stelle hier behauptet wurde, entbehrt teilweise jeder Grundlage, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Ich fange vielleicht bei den NEOS und bei der geschätzten Frau GRin Pipal-Leixner an. Ich weiß nicht, ob Sie eine gewisse Maria Schaumayer kennen. Ich weiß nicht, wo die Frau Kollegin gerade ist. Die Frau war Nationalratspräsidentin, aber davor war sie Stadträtin in Wien und von 1965 bis 1973 unter anderem für bautechnische Vorhaben zuständig. Immer dann, wenn die ÖVP in der Regierung ist, passieren entsprechend gute Dinge.

 

Jetzt lese ich kurz etwas über Frau Maria Schaumayer vor, denn uns wurde vorgeworfen, dass wir als Autofahrerpartei gegen den U-Bahn-Ausbau sind und es diese U-Bahn nie geben würde. Ich darf kurz vorlesen: "Maria Schaumayer setzte als Stadträtin für die städtischen Unternehmungen viele Akzente, die Wien bis in die Gegenwart prägen. Unter ihrer Amtsführung wurde der Startschuss für den Bau der Wiener U-Bahn - einer

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular