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Gemeinderat, 71. Sitzung vom 30.06.2020, Wörtliches Protokoll  -  Seite 41 von 110

 

zentraler Bereich, und viele nehmen gar nicht wahr, wie viele Lebensmittel in dieser Stadt produziert werden, dass wir eigentlich die Gurkenhauptstadt von Österreich sind, zwei Drittel der österreichischen Gurken kommen aus Wien. Ich möchte aber dem Kollegen Holzmann da nicht zu viel vorwegnehmen, möchte aber darauf hinweisen, dass bei all den vielfältigen Maßnahmen und Aktionsplänen, die es schon seit Jahren in dieser Stadt gibt, 2019 vor allem dafür genutzt wurde, das im Lebensmittelaktionsplan zu bündeln. Sie erinnern sich, wir haben das hier im Jänner gemeinsam beschlossen, es sind sehr vielfältige Maßnahmen.

 

Das Ziel ist, dass wir qualitativ gesunde, regionale und biologisch produzierte Lebensmittel in dieser Stadt haben, dass wir den Bioanteil in öffentlichen Schulen und in der gesamten öffentlichen Beschaffung erhöhen, dass wir auch die Gastronomie beraten und sie sich weiterentwickeln kann, dass wir über Veranstaltungen Menschen näherbringen, wie gesund regionale, biologisch produzierte Lebensmittel sind, dass wir auch immer das Tierwohl in den Mittelpunkt stellen wollen. Es gibt ganz viele Geschichten von „Gutes Gewissen - Guter Geschmack“, wo auch die Tierschutzombudsstelle der MA 22 seit Jahren inzwischen aktiv ist, der „natürlich gut Teller“ ist ein neues Gütesiegel für diese Stadt, übrigens in drei verschiedenen Kategorien verliehen, die Öko-Events, die Lebensmittelabfallvermeidung, all das habe ich schon erwähnt. Es gibt sehr viele Maßnahmen, mit Blick auf die Zeit muss ich mich leider etwas kürzer halten, da ich nämlich auch mit Blick auf das Tierwohl noch auf die MA 60 und die Tierschutzombudsstelle eingehen möchte, die sind mir ein besonderes Anliegen.

 

Sie wissen, dass die MA 60, das Veterinäramt, auch für gefundene Haustiere zuständig ist. Wir kümmern uns als Stadt darum, im Jahr 2019 wurden 3.483 Haustiere gefunden, untergebracht und gepflegt. Da sind sehr viele dabei, die ausgesetzt wurden. Wir wissen, das ist strafbar, meistens ist es allerdings nicht zurückzuverfolgen, weil viele - gerade bei Hunden - nicht gechippt sind, obwohl es eigentlich vorgeschrieben wäre. Dort, wo es nachvollziehbar ist, wird die Tierschutzombudsstelle aktiv, und Leute werden auch angezeigt. Ich finde, das ist richtig, man muss auf das Tierwohl schauen, von dem her ist das ein wichtiger Bereich.

 

Es gibt Verträge mit mehreren Tierheimen, die an sich sehr gut funktionieren, und ich freue mich, dass wir es für die Haustiere auch in einer schwierigen Zeit, in der sie im Idealfall nur verloren gegangen und dann doch wieder gefunden, aber eben oft auch aktiv ausgesetzt werden, schaffen, dass sie zurückgebracht werden können.

 

Die Informationen für Wienerinnen und Wiener zum Tierschutz sind inzwischen sehr bekannt, das Magazin „tierisch gut“ hat sich sehr etabliert, aber auch da wissen wir, wie wichtig die Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen ist. Der „Wiener Heimtierprofi“ geht gratis an alle Volksschulkinder der 3. Klassen, das sind jedes Jahr rund 17.400 Kinder, denen wir versuchen, auf spielerische Art und Weise den Umgang mit Haustieren näherzubringen, was diese auch benötigen.

 

Infos zur Hundehaltung in Wien: Wir wissen, es gab Änderungen im Wiener Tierhaltegesetz, gerade was die Hunde betrifft. Da wurden alle, die Listenhunde haben, aktiv informiert. Gleichzeitig haben wir letztes Jahr auch den verpflichtenden Sachkundenachweis beschlossen, seit 1. Juli 2019 müssen alle neuen Halterinnen und Halter von Hunden einen verpflichtenden Sachkundenachweis machen. Ich habe den letzten Sommer selber gemacht, ich kann es allen nur empfehlen. Sollten Sie einen Hund nehmen wollen, sind Sie dazu verpflichtet, den zu machen, ich kann es auch denen, die vielleicht schon länger einen Hund halten, nur ans Herz legen, man lernt sehr viel, es ist großartig, wie gut die Inhalte sind, übrigens auch von der Tierschutzombudsstelle aufbereitet, damit wir Wien-weit eine einheitliche Qualität sicherstellen können. Ich glaube, im Sinne des Tierwohls war das ein wichtiger und sehr guter Schritt.

 

Da möchte ich Ihnen auch die Seite „hunde-kunde.at“ ans Herz legen. Da gibt es nämlich nicht nur Infos zum Sachkundenachweis, sondern auch zur Hundehaltung in Wien.

 

Die Tierschutzombudsstelle ist auch lange schon aktiv, was Kastrationsprojekte bei Streunerkatzen betrifft. Es ist ganz wichtig, die Bevölkerung aufzuklären, dass die Kastration nicht nur für Freigängerkatzen vorgeschrieben ist, sondern dass sie auch sonst zu empfehlen ist. Auf Grund der aktuellen Jahreszeit, in der wir alle die Fenster wieder mehr offen haben und auch gerne mehr Zeit auf dem Balkon verbringen, möchte ich allen auch noch einmal ans Herz legen, dass Balkone und Fenster gesichert werden müssen, wenn man Katzen in der Wohnung hat. Es ist leider die Zeit, in der es wieder vermehrt zu Fensterstürzen kommt. Das wird leider oft nicht ernst genommen, dass den Tieren wirklich gefährliche Schäden bleiben können und sie sich auch sehr verletzen können.

 

Die Tierschutzombudsstelle hat ja auch eine Parteistellung und setzt sich dort für die Rechte von Tieren ein. 2019 ist das in mehr als 300 Fällen passiert. Da geht es um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, damit Sie ein Gefühl haben, worüber wir da reden: Beispielsweise zu Jahresbeginn des letzten Jahres 2019 wurde ein Welpe vom eigenen Halter, der getrunken hatte und stark alkoholisiert war, auf der offenen Straße grob misshandelt, er hat ihn getreten, er hat ihn geschlagen. Zum Glück gab es Anrainerinnen und Anrainer, die das gesehen haben und auch die Polizei geholt haben. Die Tierrettung hat den Hund dort rausgeholt, er wurde auf der Veterinärmedizinischen Universität versorgt und ist dann ins TierQuarTier gekommen. Auf Grund des Einsatzes der Tierschutzombudsstelle ist eine Geldstrafe von immerhin 4.000 EUR verhängt worden - um auch zu zeigen, Tierquälerei hat Konsequenzen - und es wurde ein Tierhalteverbot auferlegt.

 

Es gibt noch ganz viele andere Bereiche. Ich möchte mich insgesamt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsgruppe bedanken. Es ist eine Geschäftsgruppe, da bitte ich um Verständnis, dass ich kurz über Corona rede, in der wir in den letzten Wochen und Monaten gesehen haben, das sind Leute, die nicht zu

 

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