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Gemeinderat, 21. Sitzung vom 29.03.2012, Wörtliches Protokoll  -  Seite 75 von 97

 

etwas zu spenden oder ob ich hier aufrufen soll, zu spenden, weil das, was du begonnen hast, hier zu erzählen, hat eher ausgeschaut, als ob du deine zukünftige Profession als Kabarettist suchst. Ich wünsche dir für diesen Berufsweg viel Erfolg und alles Gute! (Beifall bei der SPÖ.)

 

Meine Damen und Herren, er hat dann weiters darüber gesprochen, für die Öffis bessere Angebote zu machen.

 

Ich habe mir erlaubt, anzuschauen, was bessere Angebote sind. Taferln sind ja bei euch bekannt! Ich kann sie dir nachher gerne geben. (Der Redner zeigt ein Diagramm.) Ab 1. Mai wird die Jahreskarte der Öffis das bessere Angebot sein: Statt 449 EUR 365 EUR und statt 458 EUR 375 EUR. Das ist das rot-grüne Angebot für diese Stadt. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Meine Damen und Herren! Dass die Wiener schon wissen, dass sie der öffentliche Verkehr gut weiterbringt, besagt in weiterer Folge auch die Tatsache, dass der Modal-Split auf 37 Prozent öffentlicher Verkehr gestiegen ist und wir gleichzeitig 2011 auch einen Rekord an Öffi-Benutzern zu verzeichnen hatten. Und ich nehme an, 2012 werden die Zahlen nicht anders sein!

 

Aber welche Auswirkungen hatte das für diese Stadt, meine Damen und Herren? – Ich kann dir alle Tafeln mitgeben, weil ich weiß ... Soll ich unterbrechen, dass du fertigtelefonieren kannst? (Heiterkeit bei der FPÖ.) Ich stelle dir die Unterlagen zur Verfügung, damit du dir das anschaust! In Wien-Nord, wo du zu Hause bist, hat der Autoverkehr um 5,9 Prozent abgenommen, im Westen Wiens um 1 Prozent. Vielleicht sollte man sich das auch einmal zu Gemüte führen, um zu schauen, was die Wienerinnen und Wiener in Wirklichkeit benötigen.

 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich die eine oder andere Rednerin nicht ganz auskennt. Frau Matiasek! Ganz offen: Sie reden von einem Fleckerlteppich. Schauen Sie sich das an: Das Grüne ist die im Augenblick bewirtschaftete Zone, und die Bezirke, die violett sind, kommen dazu. Das ist ein Gebiet! Man muss da nicht von Ort zu Ort fahren, sondern das hängt zusammen. (GR Mag Wolfgang Jung: Auch ein Fleckerlteppich hängt zusammen) Das kann man sich anschauen, ich zeige Ihnen das gerne. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Sie haben auch gesagt, dass es so schwierig ist, mit den Öffis unterwegs zu sein. Jetzt wollte ich Ihnen ... (Zwischenruf von GR Mag Wolfgang Jung.) Kollege Jung! Kollege Lindenmayr hat Ihnen schon gesagt: Konzentrieren Sie sich auf die „Räder“! Ich rede jetzt mit Ihrer Kollegin Matisek.

 

Liebe Frau Kollegin Matisek! (GR Anton Mahdalik: Matiasek!) Matiasek! Pardon! Entschuldigung! Ich wollte hier den D-Wagen, den 38er, den 40er und den 41er anführen. Das mache ich jetzt aber nicht, sondern ich nenne die Linie 43. Fahrzeit von der Güpferlingstraße zum Schottentor: 18 Minuten.

 

Linie 44, Römergasse – Schottentor: 16 Minuten.

 

Linie 2, Erdbrustgasse – Dr-Karl-Renner-Ring: 19 Minuten.

 

Linie 46, Joachimsthalerplatz – Dr-Karl-Renner-Ring: 18 Minuten. (Zwischenruf von GR Mag Wolfgang Jung.)

 

Ich habe mir natürlich auch Ihren Zwischenruf betreffend Querverbindungen angehört: Am Gürtel fährt die U6. Gut. Reden wir nicht darüber. Außerhalb des Gürtels fährt die Linie 10A, Autobuslinie mit Gelenkbus, von der Hernalser Hauptstraße zur Hütteldorfer Straße/U-Bahn in 10 Minuten oder ein Stückerl weiter draußen die Linie 10 von Dornbach bis Hütteldorf/U-Bahn: 14 Minuten. Da kann man aber auch dazwischen schon an anderen U-Bahn-Stationen umsteigen.

 

Meine Damen und Herren! Man sollte sich, wenn man über Wien spricht und solche Behauptungen aufstellt, ab und zu auch die Stadt anschauen, und zwar nicht nur von der Autoperspektive, sondern auch von der Perspektive des öffentlichen Verkehrs! (Beifall bei der SPÖ. – Beifall und Bravo-Rufe bei den GRÜNEN.)

 

Die Parkraumbewirtschaftung ist ein Teil des Regierungsübereinkommens. Wir setzen die Parkraumbewirtschaftung aus tiefster Überzeugung, dass das notwendig ist, fort. Weitere Punkte sind der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, aber auch der Ausbau von Park-and-ride-Anlagen. Ich kann Ihnen dann das 10-Punkte-Programm zeigen. Wohin gehen die Gelder aus der Parkraumbewirtschaftung? Sie sind zweckgebunden: Park-and-ride-Anlagen in Wien, Park-and-ride-Anlagen im Umland, Förderung von Garagen, Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs, Förderung der Verkehrssicherheit, Schaffung auch von grünen Wellen. – Sie sehen also: Die Parkraumbewirtschaftung gibt auch die Möglichkeit, für die Autofahrer grüne Wellen zu schaffen! Weiters werden damit der Ausbau von Fahrradabstellanlagen, die Nachrüstung von Fahrradräumen, grüne Bügel und die Ausweitung von Citybike-Stationen finanziert.

 

Sie sehen: Das ist ein buntes Programm. Dorthin fließen die Gelder, und ich glaube, sie sind dort gut angelegt, wie uns die Zahlen beweisen. (GR Prof Harry Kopietz: So schaut es aus!) So schaut es aus! (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Meine Damen und Herren! Und jetzt kommen wir zu den Kosten. In Wien kostet die Stunde jetzt 2 EUR. In Hamburg kostet der Parkschein 2 EUR, in München 2,50 EUR. (Zwischenruf von GR Mag Wolfgang Jung.) Herr Kollege Jung! Ich weiß, dass Sie Radarfin sind! Ich rede vom öffentlichen Raum! Den Unterschied sollte man auch bei Ihnen kennen! Wenn man vom Militär kommt, sollte man wissen, dass es einen Unterschied zwischen freiem Gelände und Gebäuden gibt! (Beifall und Heiterkeit bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Ich könnte jetzt noch weiter zitieren: Barcelona 2,85 EUR, Paris 3,60 EUR, Kopenhagen 3,86 EUR, Stockholm 3,87 EUR, London 4 EUR, Amsterdam 5 EUR.

 

Meine Damen und Herren! Und wohin sind wir mit der Parkraumbewirtschaftung gegangen? Was haben wir für die Anrainer getan? Wir haben für die Anrainer das Parkpickerl verbilligt von 135 EUR auf 120 EUR. Hätten wir die 2 EUR umgelegt, dann wären wir auf 225 EUR gekommen. Das Pickerl würde 283 EUR im Jahr kosten, dann hat es 194 EUR gekostet, und ab 1. März ist es auf 178,99 EUR zurückgegangen, und der Preis wird noch einmal um 8,99 EUR zurückgehen, das heißt, auf 170 EUR ab 1. Oktober 2012.

 

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