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Gemeinderat, 5. Sitzung vom 25.02.2011, Wörtliches Protokoll  -  Seite 92 von 115

 

Österreich eingetragen. Mit dem Tod der Dudlerin Trude Maly 2009 ist letzte Volkssängerin der VolkssängerInnengilde gestorben. Sie hat aber jedoch die Kunst an viele jüngere SängerInnen weitergetragen, um diese gefährdete Wiener Musiktradition am Leben zu erhalten. Das Wiener Volksliedwerk fördert seit den 80er Jahren das Dudeln und hat seitdem zahlreiche Konzerte in Arbeitsgruppen mit vielen heute bereits verstorbenen Dudlerinnen und Dudlern veranstaltet.

 

Nun zu den Veranstaltungen und den Bildungsangeboten des Wiener Volksliedwerkes: Sie haben 16 Mal ein Offenes Singen im Bockkeller veranstaltet, 20 Konzerte aus der Reihe „Hauptsache Wien“ im Bockkeller, „Ach Himmel, es ist verspielt“ zum 200. Todestag von Andreas Hofer und vieles mehr.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kurzen (Weitere Heiterkeit bei GRin Marianne Klicka.) Überblick über die Tätigkeit des Wiener Volksliedwerkes geben. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Wiener Kultur, der österreichischen Kultur und das ist, glaube ich, wichtig. Ich glaube, es ist wichtig, gerade in diesem Bereich sich die Zeit zu nehmen, sich darüber zu unterhalten (Amtsf StR Christian Oxonitsch: Ja, ich bin so neugierig! Wo ist das?) und ich freue mich, wenn wir uns heute nach der Sitzung noch zusammensetzen können und uns gemeinsam mit der Fraktion der SPÖ und der GRÜNEN austauschen können und die näheren Details dort besprechen können. Danke sehr! (Beifall bei der FPÖ. – Amtsf StR Christian Oxonitsch: Die Adresse, die Adresse, damit wir hingehen können! Wir wollen hingehen! – GR Dipl-Ing Martin Margulies: Wir singen gemeinsam!)

 

Vorsitzende GRin Dr Sigrid Pilz: Zum Wort gemeldet ist der Herr GR Jung. Ich erteile es ihm.

 

18.45.09

GR Mag Wolfgang Jung (Klub der Wiener Freiheitlichen)|: Danke, Frau Vorsitzende! Herr Stadtrat!

 

Es muss nicht gleich die Internationale sein, die wir nachher singen. Wir können uns ja auf Wiener Lieder einigen. (GR Dipl-Ing Martin Margulies: Wir singen gemeinsam mit Ihnen!) Das Volksliedwerk ... (Heiterkeit bei Amtsf StR Christian Oxonitsch.) Sie singen gar nicht? Nur am 1. Mai oder wann? (Amtsf StR Christian Oxonitsch: Nein!) Ach so, na ja, Musik verbindet an sich, aber ich muss auch nicht mit allen verbunden sein. (GR Dipl-Ing Martin Margulies: Na sicher!) Da haben Sie schon recht.

 

Wir haben gehört, das Wiener Volksliedwerk archiviert also Wiener Lieder, Liederbücher, und so weiter, und so weiter. Mir wurde da ein Liederbuch vor Kurzem zugestellt, wo ich mich schon wundere, dass das von einer von der Stadt Wien geförderten Jugendorganisation kommt, wo ich den Zuständigen den Rat gebe, sich schon noch einmal zu überlegen, ob man da nicht gewisse Berichtigungsmaßnahmen setzen sollte. Ich habe mir nur zwei Lieder herausgesucht, die zum heutigen Tag, nämlich zum Frauentag, passen und zitiere Ihnen da nur drei Strophen insgesamt oder vier sind es, die aber sehr bezeichnend für den Gesamtinhalt dieses Buches sind. Wie gesagt, wir haben ja heute den Frauentag oder begehen ihn zumindest heute:

 

„Die Freiheit ist uns ein schönes Weib. Sie hat einen Unter- und Oberleib. Sie ist kein fettes Bürgerschwein. So soll es sein. So soll es sein. Dem Bourgeois auf die Finger schauen, das genügt nicht, auf die Pfoten hauen. Wir wollen das fette Bürgerschwein. So soll es sein, so soll es sein.

 

Kein Liebespaar wird mehr geschaßt zu lebenslänglichem Eheknast. Die Untertanenfabrik geht ein, so soll es sein, so soll es sein.“

 

Ein bissel holprig, aber na ja. Und noch eine zweite Kostprobe aus diesem tollen Liederbuch. Es würde sich lohnen, noch mehr zu bringen, um den Geist, der da dahintersteht, ein bissel aufzudecken:

 

„Heute kühlen alle Küchen aus. Die Frauen bleiben nicht zu Haus zum Kochen und zum Schaffen. Sie ziehen zum Kommunehaus und fordern: Gebt Gewehre aus! Gebt uns Frauen Waffen.

 

Wie ihre roten Wangen glühen beim Barrikadenbau, die bisher schönsten Frauen,

 

die Frauen der Kommune.“

 

Und dann steht, von dem Herausgeber erklärend gesagt: „Entsprechend neuen gesellschaftlichen Konflikten verändern wir Melodie und Text. Dazu brauchen wir keine Komponisten, keine Dichter und Künstler. Wir können uns selbst durch unsere Lieder unseren Genossen und Freunden mitteilen. Gemeinsam singen wir unsere Lieder, gemeinsam machen wir Geschichte.“ Der Mann hat ein bisschen österreichische Geschichte mitgestaltet. Es war ein gewisser Alfred Gusenbauer, Verbandssekretär der Sozialistischen Jugend - damals. Jetzt ist er Berater des kasachischen Multimillionärs und Oberdiktators. So ändern sich die Zeiten bei den Linken. Das ist die Rache der Geschichte, hat der Kreisky einmal gesagt, dass die Linken nachher Frack tragen müssen. (Beifall bei der FPÖ.) Der Gusenbauer kassiert. Das sind Ihre Vorbilder!

 

Vorsitzende GRin Dr Sigrid Pilz: Zum Wort ist niemand mehr ... (Wortwechsel zwischen den GRen Mag Rüdiger Maresch, Dipl-Ing Martin Margulies und Mag Wolfgang Jung.) Ja, also bitte, ich möchte für die Kultur des Hauses Seitenhiebe auf Personen wirklich hier nicht goutieren.

 

Zum Wort ist niemand mehr ... Persönliche Seitenhiebe, Herr GR Jung. Das ist nicht passend. (GR Mag Wolfgang Jung: Da müssen Sie aber die Vorherigen auch nehmen! – Aufregung bei GR Mag Wolfgang Jung. - Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

So, die Frau Berichterstatterin verzichtet auf das Schlusswort.

 

Wir kommen also gleich zur Abstimmung. 18.47.00 Ein Gegen- oder Abänderungsantrag wurde nicht gestellt. Ich bitte also jene Damen und Herren des Gemeinderates, die dem Antrag der Berichterstatterin zustimmen wollen, die Hand zu erheben. - Ich sehe die einstimmige Zustimmung, somit ist der Antrag angenommen.

 

Es gelangt nunmehr Postnummer 618.49.22 der Tagesordnung zur Verhandlung. Sie betrifft eine Subvention für den Verein Kulturzentrum Spittelberg. Ich bitte die Berichterstatterin, Frau GRin Mag Straubinger die Verhandlung einzuleiten.

 

18.49.34

GRin Mag Sybille Straubinger (Sozialdemokratische

 

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