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Gemeinderat, 64. Sitzung vom 17.09.2010, Wörtliches Protokoll  -  Seite 18 von 98

 

ziell zu entlasten. Das ist eine so durchsichtige Sache, dass ich eigentlich gar nicht glauben kann, dass Sie das noch fordern. (Beifall bei der SPÖ. - Zwischenrufe bei der ÖVP.)

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke, Frau Stadträtin. - Die 5. Anfrage (FSP - 03598-2010/0001 - KFP/GM) wurde von Herrn GR Mag Ebinger gestellt und ist an die Frau amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales gerichtet. (Seit Langem sind die unhaltbaren Arbeitsbedingungen der Hebammen im AKH bekannt. Auch in der Frühgeborenenstation herrscht akuter Personal- und Bettenmangel. Welche konkreten Schritte haben Sie bis jetzt unternommen, um die Missstände abzustellen?)

 

Bitte, Frau Stadträtin.

 

 10.25.20†Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely - Frage|

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich möchte auch ganz besonders herzlich die Schülerinnen und Schüler auf der Galerie begrüßen, die neu hierher zu uns gekommen sind.

 

Meine Frage - und ich sage auch hier „meine Frage", wie Kollegin Sima das vorhin gesagt hat, weil sie an mich gerichtet ist - handelt vom Thema der Hebammen und vom Thema der Frühgeborenenstation am AKH. Lassen Sie mich zu Ihrer Frage vielleicht zunächst ein paar Fakten sagen, weil wir uns mit den Fakten dann immer leichter tun, Dinge auch wirklich zu beurteilen.

 

Im AKH gab es im Jahr 2000 3 800 Geburten, und im Jahr 2009 ist die Zahl der Geburten 2 512 gewesen, das heißt, um rund 1 300 Geburten weniger. Trotzdem ist der Personalstand bei Hebammen im AKH gleich geblieben, was aber selbstverständlich notwendig ist, da insbesondere dadurch, dass die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften steigt, hier auch die Belastung steigt, sodass man regelmäßig Personalbedarfs- und Einsatzplanungen macht, was hier auch passiert. Um auch konkrete Zahlen zu nennen: Insgesamt sind 36 Hebammen an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde beschäftigt, 25 davon im Kreißsaalbereich, und ein zusätzlicher Dienstposten für eine Oberhebamme wurde geschaffen.

 

Bei den Arbeitsbedingungen, die Sie ansprechen, nehme ich an, dass Sie auch die veröffentlichten Vorwürfe bezüglich der baulichen Situation ansprechen. Dazu kann ich Ihnen berichten, dass die Vorbringen der Hebammen von der technischen Direktion des AKH geprüft wurden und in dem Bereich auch einige Verbesserungsmöglichkeiten gesehen wurden.

 

Es ist allerdings ganz wichtig, das zu unterscheiden von der Frage der Krankenhaushygiene, die nämlich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art und Weise gefährdet war, und zwar weder für die Mütter noch für die Kinder noch natürlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Die MA 40 hat, wie Sie auch wissen, am 12. August eine Einschau durchgeführt, die nächste Einschau ist auch schon vorgesehen.

 

Eine hygienische Gefährdung war in keiner Art und Weise jemals gegeben, das ist, denke ich, der wesentliche Punkt. Dass immer wieder bauliche Veränderungen vorgenommen werden können, hat Herr Prof Krepler in seiner Beantwortung dieser Frage im Ausschuss - wir haben das alles ja schon diskutiert - auch hier gesagt.

 

Was die Frühgeborenenbetreuung betrifft, ist zu sagen, dass dank der ausgezeichneten Leistungen der Geburtshilfe im Zusammenwirken mit der Klinischen Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin immer mehr sehr, sehr junge Frühgeborene überleben. Das heißt, Babys, die etwa 500 g haben, haben vor wenigen Monaten, kann man fast sagen, oder vor wenigen Jahren überhaupt keine Chance aufs Überleben gehabt. Jetzt haben sie sie schon! Sie haben dadurch natürlich eine sehr lange Verweildauer, und selbstverständlich ist es so, dass die Kinder, die die höchste intensivmedizinische Betreuung brauchen, nämlich die allerjüngsten, diejenigen sind, die auch die beste bekommen, nämlich die im AKH.

 

Die Anzahl der Intensivbetten in dem Bereich, sowohl im AKH als auch in den anderen Zentren des Krankenanstaltenverbunds, wurde und wird auch ausgebaut. Im Donauspital ist ein weiterer Ausbau im Gange, und auch im AKH wird im Jahr 2011 ein weiterer Ausbau da sein. Wir hatten erst gestern für dieses pädiatrische Zentrum die Dachgleiche.

 

Lassen Sie mich in meiner ersten Beantwortung dazu abschließend Folgendes sagen: Der medizinische Fortschritt bringt es mit sich, dass nicht alle Entwicklungen des medizinischen Fortschritts immer schon ex ante beantwortet werden können, sondern dass es Entwicklungen gibt, wo man erst durch diese Entwicklung sieht, dass Veränderungsnotwendigkeiten gegeben sind. Dann werden diese Veränderungen auch durchgeführt. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Inge Zankl: Danke. – 1. Zusatzfrage: Herr GR Mag Ebinger.

 

 10.30.03

GR Mag Gerald Ebinger (Klub der Wiener Freiheitlichen): Danke schön. - Sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Es gab von der Assekuranz AG eine im Auftrag des ärztlichen Direktors des AKH durchgeführte Studie „Evaluierung der Arbeitsbedingungen der Hebammen" aus dem Jahre 2007 mit Zahlen, die mehr oder weniger identisch mit den jetzigen sind, dass praktisch viel zu wenige vorhanden sind. Und Sie haben in einem Interview im „Standard" gesagt: „Ich habe bereits 2009 entschieden, dass 2011, 2012, 2013 jeweils ein neuer Jahrgang für die Hebammen-Ausbildung an der Fachhochschule beginnt."

 

Meine Frage an Sie: Wenn in einer Studie von 2007 feststeht, dass hier ein Handlungsbedarf ist, wieso entscheiden Sie erst im Jahre 2009, dass ab 2011 zusätzliche Lehrgänge stattfinden?

 

Vorsitzende GRin Inge Zankl: Bitte, Frau Stadträtin.

 

Amtsf StRin Mag Sonja Wehsely: Weil die Lehrgangsplanung, die im Jahr 2007 entschieden wurde, genau dieser Studie entsprochen hat, der Bedarf nur jetzt ein höherer war, als er in dieser Studie 2007 ausgewiesen war. Das ist dazu auch hinzuzufügen, weil das ja immer sozusagen eine komische Verkehrung von Ursache und Wirkung ist.

 

Sie haben es zwar gesagt, aber man muss es noch einmal wiederholen: Das ist nicht eine Studie, die irgendein geheimes Institut über die Situation im AKH

 

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