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Gemeinderat, 35. Sitzung vom 25.11.2003, Wörtliches Protokoll  -  Seite 102 von 120

 

die Piazza Unità d'Italia in Triest wäre in Wien nicht möglich angesichts der Diskussion, die wir schon über ganz andere Plätze haben. Denn dort ist fast gar nichts darauf, und das - irgendwie habe ich dieses Gefühl - macht dem Wiener und der Wienerin oft auch Angst.

 

Zum "Kunstplatz Karlsplatz", 1 000 EUR Erinnerungspost, möchte ich bei der Gelegenheit primär der Kollegin Rothauer, aber auch dem gesamten Wiener Gemeinderat Folgendes sagen. Es hat sich dort schon sehr viel getan. Der Beauftragte dafür ist nicht Klotz, sondern Deix. - Das ist der eine Punkt.

 

Es gibt seit 11. Oktober ein Projekthandbuch. Das ist die Form, wie man Arbeit in dem Bereich organisiert, dass man einmal alles zusammenschreibt, was zu tun ist. Es ist in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Projekte gegliedert. Dort sind auch jene Projekte erfasst, bei denen die Finanzierungserfordernisse sehr hoch sind, sodass natürlich zuerst einmal das langfristige Finanzierungserfordernis und dann erst die Umsetzung diskutiert gehört. Es sind aber auch die Drogenfrage, die am Karlsplatz leider noch immer eine Rolle spielt, die Straßenoberfläche, die Verkehrsführungen, die Grünflächen, der Resselpark und Kunsteinrichtungen in dem Projekthandbuch thematisch bearbeitet worden. Es ist umsetzbar und finanziert, und es wird jetzt auch umgesetzt. Ich werde gleich dazusagen, bis wann das geschehen wird, dann ist auch das sozusagen dingfest gemacht.

 

Von dem Streetwork Center mit 350 Quadratmetern ist geklärt worden, wo es sein wird und wie es bezahlt wird - das heißt, bezahlt wird es mit Geld, aber es ist die Finanzierung gesichert. Es ist geplant, dass es bis 2005 fertig sein wird. Die Polizei mit dem transparenten Wachzimmer und dem Kriseninterventionszentrum - dabei ist allein schon das Zusammenführen von Kriseninterventionszentrum und Wachzimmer ein gewisser Meilenstein in der Entwicklung, weil die bis jetzt nicht unbedingt immer zusammenkommen wollten, obwohl es durchaus sinnvoll ist, dass sie zusammen sind -, was ein Ausmaß von 400 Quadratmetern umfasst, wird hoffentlich bis Ende 2004 bereits fertig sein.

 

Die Passagen im U-Bahnbereich werden innen komplett erneuert. Das ist ein Projekt, das 5,2 Millionen EUR kosten wird, und es wird 2004, 2005 erledigt sein.

 

Dazu möchte ich weiters sagen, dass die zwei Bezirke, die es primär betrifft, nämlich der 1. und der 4., eingebunden sind, und sie sind natürlich auch bei diesen magistratsinternen Erhebungen beteiligt gewesen.

 

Alle anderen Dinge, die ich jetzt nicht erwähnt habe, betreffen mehrere Geschäftsgruppe, mehrere Einheiten, nicht nur die Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr, sondern auch die Wiener Linien, und selbstverständlich ist die Kunst stark involviert und beim Kunstplatz Karlsplatz auch dadurch namensgebend, dass dort sehr viele Kunsteinrichtungen vorhanden sind. Da sind mitunter natürlich auch Private gefragt, gefordert und betroffen. So gesehen ist auch klar, dass sich das nicht auf einen Blick schnell im Budget finden lässt.

 

Ich möchte auch noch erwähnen, was ebenfalls ansteht und kommt: der Praterstern, die Erneuerung der Fußgängerzone Favoritenstraße, der Vorplatz Schönbrunn - Schlossbrücke, der ganze Bereich, der auch mehrere Bezirke betrifft, 12, 13, 14 und 15. Es sind dies nur einige Projekte, die quasi auch in gestalterischem Sinne neue Qualität mit sich bringen. Darüber hinaus gibt es das fünfte Plätze- und Orte-Programm, das allerdings sehr stark mit den Bezirken abzustimmen ist und auch von den Bezirken getragen werden wird.

 

So gesehen, möchte ich nun zurückkommen zu der These der integrierten Stadt und sagen, dass das auch im Bereich der Architektur ein bewährter Weg in Wien ist, jener der integrierten Stadt, nämlich dass wir inzwischen qualitätsvolles Altes neben qualitätsvollem Neuen in der Stadt zu sehen bekommen, dass aber auch Architektur nicht nur von einzelnen Wirtschaftssektoren getragen wird, sondern dass der Wohnbau und der soziale Wohnbau ein Träger von moderner Architektur ist, dass es die Wirtschaft mit ihren Bürobauten ist und dass es auch Infrastrukturbauten, Verkehrsbauten und andere Bauten in Wien sind. Das halte ich auch für durchaus sinnvoll, dass man hier einen integrierten Ansatz wählt und nicht nur sagt: Das ist ein Infrastrukturbau, der braucht keine schöne oder vernünftige Architektur zu haben, weil er hauptsächlich funktionell sein muss; und das ist ein Wohnbau, der nur billig sein muss, aber nicht architektonisch. In Wien ist es zum Glück möglich, dass man zum Beispiel zu vernünftigen Preisen im Rolls-Royce der modernen Architektur wie Jean Novelle, Coop Himmelb(l)au und vielen anderen leben kann, und das im sozialen Wohnbau! (Beifall bei der SPÖ.)

 

Damit hat auch zu tun, dass ich nun einen Antrag einbringen möchte, den alle Parteien gemeinsam stellen:

 

Dieser Antrag betrifft die Bau- und Vergabekultur. Es geht darin auch um die Rolle der Stadt als Nachfragerin und Auftraggeberin, darum, dass sie besonderes Interesse an Qualität hat, dass hier laufend evaluiert werden soll und dass die Vergabepraxis dieser Evaluation unterzogen werden soll. Es soll auch eine Arbeitsgruppe und ein regelmäßig stattfindendes Symposium geben.

 

Ich darf einmal diesen Antrag einbringen. (Der Redner überreicht den Antrag der Vorsitzführung.)

 

Zum Abschluss möchte ich nochmals auf den Stadtentwicklungsplan 05 zurückkommen, weil er in der nächsten Zeit wirklich einer der Schwerpunkte der Stadtentwicklungspolitik im Großen sein wird. Es ist dies nicht nur hinsichtlich der planerischen und stadtentwicklerischen Ausrichtung ein integrativer Ansatz, sondern das gilt auch für die Erarbeitungsmethode, die nicht nur Studien und Expertisen, Auswertungen, Berechnungen und Fachdiskussionen - von denen schon einige stattgefunden haben - vorsieht, sodass nicht nur ein magistratsinternes Stadtentwicklungsplan- beziehungsweise STEP-Team gebildet wird, sondern auch ein starkes Element des Dialoges auf breiter Basis enthalten ist: mit der Bevölkerung, mit Fachgruppen - jetzt nicht im Magistrat, sondern außerhalb des Magistrats -, mit Betroffenen vor Ort, mit Interessierten an Planungsfragen sowie mit Interessieren an anderen Fragen, die auch mit

 

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