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Gemeinderat, 3. Sitzung vom 25.6.2001, Wörtliches Protokoll  -  Seite 67 von 127

 

Und wenn der Herr Kulturstadtrat den Filmgipfel, den er angekündigt hat, ernst nimmt und wenn auch Herr StR Rieder die Technologieoffensiven, die er ankündigt, ernst nimmt, dann glauben wir, dass das eigentlich ein - sagen wir mal - durchaus realistischer Punkt sein sollte.

 

Wir fordern des Weiteren ein Budget für neue Medien von 50 Millionen S im Jahr.

 

Diese zwei Bereiche gehören sicher zu den innovativsten und zukunftsträchtigsten in dieser Stadt und wir haben hier einen großen Nachholbedarf. Und wenn man nachholen muss, was verschlafen wurde, dann kostet das meistens leider viel Geld.

 

Ein weiterer Punkt, der uns sehr, sehr wichtig ist bei dieser Sauerstoffzufuhr, ist der Zugang zu Kunst und Kultur für MigrantInnen. Wir glauben, dass es besonders wichtig ist, die 22 Prozent in Wien lebenden nicht nur zu integrieren, wie das so schön genannt wird, sondern ihnen auch Möglichkeiten für eine selbstbestimmten künstlerischen und kulturellen Ausdruck zu geben, und dazu gehört, Kultureinrichtungen für MigrantInnen weiter zu öffnen.

 

Wir glauben auch, dass ein Teil der Sauerstoffzufuhr die Wahrnehmung der eigenen politischen Verantwortung im Museumsquartier ist. Wir glauben, dass es von großer Relevanz ist, dass die Stadt Wien endlich ihre 25-prozentige Miteigentümerschaft ernst nimmt und hier doch in aller Deutlichkeit und Klarheit die eigene Position deponiert und auch umsetzt.

 

Und nicht zuletzt Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Wir glauben, dass das Eckpfeiler eines demokratischen Kulturverständnisses sind, es Leuten sowohl im Kulturbereich als auch BürgerInnen dieser Stadt möglich zu machen, nachzuvollziehen, warum Geld ausgegeben wird, warum Posten und wie Posten besetzt werden.

 

Und wenn alles schief gehen sollte, was wir ja nicht hoffen, dann hat jedes Flugzeug auch noch eine Rettungsinsel, und in diesem Sinne hoffen wir, dass sie nicht verwendet werden muss. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GR Josefa Tomsik: Als nächster Redner ist Herr GR Dr Salcher zum Wort gemeldet. Ich erteile es ihm.

 

GR Dr Andreas Salcher (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich möchte gleich kurz das Bild mit dem Flugzeug aufgreifen, denn ich teile hier nicht nur die Erfahrung, die hier angesprochen wurde, in einem Flugzeug schon oft geflogen zu sein, sondern ich teile auch die Erfahrung, schon mit einem Flugzeug abgestürzt zu sein. Und da kann ich nur eines sagen - also ich habe einen wirklichen Flugzeugabsturz erlebt -: Ein Megafon nützt dann nachher relativ wenig, wenn du irgendwo im Nebel 20 Kilometer neben der Piste liegst. Auch mit dem Feuerlöscher, den wir hatten, ist es ungefähr so: Wenn du in ein Großfeuer hineinspuckst, das bringt auch relativ wenig. Auch das Verbandszeug mit dem Pflaster ist nur bedingt wirksam. Und die Rettungsinsel: Na ja, da würde ich eher sagen, rette dich selbst. Mein Zugang von dieser Erfahrung her ist eher so - und das hast du in deinen Ausführungen, glaube ich, ein bisschen weniger dargestellt -: Alle, die in ein Flugzeug einsteigen, sollten nicht primär nach dem Megafon, nach dem Feuerlöscher oder nach dem Verbandszeug und dem Pflaster schauen, sondern sie sollten sich den Piloten sehr gut anschauen. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Und wenn ich so gehört habe, dass es in Zukunft hier quasi eine rot-grüne Koalition geben wird im Kulturbereich, dann würde ich Ihnen auch als einmaliger Absturzexperte einen Tipp geben: Passen Sie auch auf den Kopiloten auf, denn es ist nichts gefährlicher in einem Flugzeug, als wenn Sie einen Kopiloten haben, der selber gerne fliegen würde, der ständig in den Steuerknüppel hineingreift und sagt: Links, links, links, links, links, links. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Also, das kann dann sehr schnell gefährlich sein. Und insofern freue ich mich, dass wir in den letzten vier Jahren mit dem Peter Marboe einen Piloten auf dieser fliegenden Kulturinsel hatten, der das Fliegen sehr wohl beherrscht hat, der das Kulturbudget um 20 Prozent erhöht hat, und das ist eine Latte, die die Nachfolger erst einmal erfüllen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Ich gebe zu: Wenn ich jetzt so nachdenke über diesen Rechnungsabschluss, ist das schon ein bisschen so, wie wenn man sich nach einer Trennung zum letzten Mal gemeinsam die gemeinsamen Urlaubsbilder anschaut oder in dem Fall, nachdem es eine Rechnungsabschlussdebatte ist, vielleicht die getrennte Partnerschaftsabrechnung durchführt. Aber wir haben ja ein korrektes Verhältnis, wie Dr Görg heute schon gesagt hat, wir stehen zu Vereinbarungen, die wir getroffen haben, und daher werden wir heute auch eine konkrete Trennungsabrechnung machen.

 

Es geht uns aber auch darum, eher zu sagen: Wie sieht die Volkspartei sich selbst in der Kulturpolitik in der Zukunft in dieser Stadt? - Und ich sage hier auch gleich, dass ich nicht in meiner ersten Rede jetzt dem neuen Stadtrat gegenüber auf der einen Seite sagen will, der Mailath-Pokorny ist in Wirklichkeit eh ein heimlicher Marboe und es hat sich nichts geändert, denn das war immer das, wie uns die SPÖ darzustellen versucht hat, dass zwar alles schlimmer geworden ist, aber in Wirklichkeit der Peter Marboe ja ohnehin nur die Ursula Pasterk in neuer Maske ist. Ich werde aber auf der anderen Seite, weil das auch intellektuell dumm wäre, nicht sagen, dass die sozialistische Gegenreform hier quasi schon wieder breit und mächtig alles überrollt hat.

 

Ich möchte mich hier auf ein Beispiel beschränken, um zu zeigen, dass Wachsamkeit im Kulturbereich durchaus notwendig ist, und ich möchte hier den Rabenhof ganz bewusst anführen.

 

Fact: Der Ernst Woller hat dem Herrn Welunschek den Rabenhof vor der Wahl persönlich versprochen, was sein gutes Recht ist, aber auf der anderen Seite

 

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