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7.2 Struktur und Finanzierung des Wiener Wundnetzes langfristig sichern

7. Handlungsempfehlungen

Das Wiener Wundnetz ist ein gemeinsames Landeszielsteuerungsprojekt des Wiener Gesundheitsfonds (WGF) und der Krankenversicherungsträger zur besseren Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden. Es wurde vom erfolgreichen Modell des Wundnetzes Hamburg inspiriert und läuft seit 2019. Die folgenden drei Handlungsempfehlungen richten sich an die Stadt Wien und die Krankenversicherungsträger als Träger*innen des Landeszielsteuerungsprojekts.

Finanzierung langfristig absichern

Das Wiener Wundnetz ist derzeit als Landeszielsteuerungsprojekt finanziert. Vertreter*innen des Netzwerks haben deutlich gemacht, dass es eine dauerhafte Struktur braucht. Der WGF und die Krankenversicherungsträger sollten daher frühzeitig ein Konzept für die langfristige organisatorische und finanzielle Absicherung entwickeln.

Bisherige Erfolgsfaktoren identifizieren und pflegen

Für die langfristige institutionelle Absicherung gilt es, auf die Stärken des Wiener Wundnetzes zu bauen, die bereits jetzt für die positiven Veränderungen in der Versorgung als ausschlaggebend erachtet werden.

Die Workshopteilnehmer*innen hoben das starke Engagement und die Veränderungsbereitschaft der beteiligten Akteur*innen – insbesondere der Gesundheitsfachpersonen – hervor sowie deren Durchhaltevermögen. Auch die wertschätzende Haltung der Österreichischen Gesundheitskasse und des WGF gegenüber praktischen Erfahrungen wurde als zentraler Erfolgsfaktor benannt.

Eine wichtige Rolle spielte zudem die institutionelle Unterstützung: Die Finanzierung durch die Sozialversicherungsträger und den Wiener Gesundheitsfonds sowie die gezielte Einbindung externer Expertise beim Aufbau des Wiener Wundnetzes gab entscheidende Impulse. Von großer Bedeutung waren auch die Vernetzung und der regelmäßige Austausch aller Beteiligten sowie die Einrichtung spezialisierter Versorgungsangebote (Wundzentren im niedergelassenen Bereich und Ausbau der Primärversorgungseinheiten). Ergänzend wurde die gemeinsame Lernhaltung betont – also Probleme offen anzusprechen und daraus konkrete Lösungen zu entwickeln.

Führungsstruktur festigen und weiterentwickeln

In seiner jetzigen Struktur besteht das Wiener Wundnetz aus einem Steuerungsausschuss, in dem der Wiener Gesundheitsfonds und die ÖGK vertreten sind, aus Sonderleistungsverträgen mit mehreren fachärztlichen Ordinationen und einem Netzwerk aus diesen Ordinationen und interessierten Gesundheitsdiensteanbieter*innen. Zwischen den beteiligten Gesundheitsdienstanbieter*innen bestehen keine vertraglichen Bindungen oder gegenseitigen Abhängigkeiten. Damit unterscheidet sich das Wiener Wundnetz von vergleichbaren Wundnetzen in Deutschland, die auf einer rechtlichen Grundlage gemeinsam Versorgungsleistungen erbringen.

Um die Handlungsfähigkeit des Wiener Wundnetzes ohne rechtliche Körperschaft zu sichern, braucht es robuste Instrumente der freiwilligen Zusammenarbeit und Abstimmung. Dazu gehören ein gemeinsam entwickeltes Leitbild, abgestimmte Ziele und klar definierte Qualitätsindikatoren, mit denen die Zielerreichung überprüft werden kann.

Regelmäßige Treffen des Steuerungsausschusses und Netzwerktreffen finden bereits statt. Sie gewährleisten, dass Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag ausgetauscht werden. Ergänzend dazu sollte eine jährliche Strategierunde eingerichtet werden, in der die Ergebnisse bilanziert, die Qualitätsindikatoren überprüft und konkrete Weiterentwicklungen des Netzwerks festgelegt werden. Diese Strategierunde sollte allen Netzwerkteilnehmenden sowie Patient*innenvertretenden offenstehen.