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7.4 Stadtkern_PLUS

7. Projekte aus dem Bereich Grätzlentwicklung

Zwei junge Frauen mit Poster "Raum Coop" gemeinsam in den Händen haltend vor einer Wand mit beschrifteten Projektplakaten.

Abbildung 95: Die WieNeu+ Teammitglieder Julia Haberfellner (l.) und Ruth Fartacek (r.) bei der Projektpräsentation im Rahmen des Symposiums Kreative Räume Wien, April 2025. © Stadt Wien/Bojan Schnabl

Im Zuge des Projekts Stadtkern_PLUS wurden Ressourcengemeinschaften in der Bestandsstadt etabliert, die im Grätzl sozial, inklusiv und nachhaltig wirken. Als urbane Ressourcengemeinschaft wurde im Rahmen dieses Projekts das gemeinwohlorientierte Teilen von raumbezogenen Ressourcen verstanden.

Aktivitäten im Rahmen des Projekts

  • Erarbeitung von Grundlagenwissen, Erhebung lokaler Bedürfnisse und Aufbau eines Akteur*innen-Netzwerks
    • Gebiets- und Sozialraumanalyse
    • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen
    • Umfrage über Raumbedürfnisse in Wien
  • Aufbau von Wissen und Kapazitäten für die Umsetzung von Ressourcengemeinschaften
    • nachfrageseitige Vernetzung lokaler Akteur*innen durch verschiedene Formate
    • Aufbau von Kapazitäten für lokal vernetzte Ressourcengemeinschaften
    • Entwicklung verschiedener Modelle von Ressourcengemeinschaften
  • Organisation und Umsetzung von Ressourcengemeinschaften bzw. Sockelpiloten
    • Grätzlzentrum+: Das Grätzlzentrum+ befindet sich in einem ehemaligen Kindergarten im Gemeindebau Johann-Kaps-Hof. Die Volkshilfe Wien bespielt seit Anfang des Jahres 2025 das Lokal und stellt kostenlose, niederschwellige und flexibel nutzbare Räumlichkeiten für die Nachbarschaft zur Verfügung.
    • RaumCoop Pilot: Die RaumCoop organisiert als gemeinnütziger Verein das Teilen von Räumen, mobilisiert untergenutzte Räumlichkeiten für Nicht-Wohnzwecke in der Erdgeschoßzone und stellt diese zur temporären Nutzung zu leistbaren Bedingungen zur Verfügung. Das Konzept testete die RaumCoop in der Pilotphase zwischen Herbst 2024 und Frühjahr 2025. Die RaumCoop konnte aufgrund eines fehlenden Projektträgers nach der Pilotphase allerdings nicht weitergeführt werden.
    • RaumBooster von imGrätzl.at: Der RaumBooster unterstützt durch eine Kombination aus Crowdfunding und zusätzlichen Mitteln lokale Akteur*innen dabei, (leerstehende) Räumlichkeiten zu aktivieren oder zu halten.

Erkenntnisse & Herausforderungen

  • Das gemeinwohlorientierte Teilen von Raumressourcen ist ein Hoffnungsträger für eine nachhaltige Entwicklung in der Bestandsstadt. Kooperative Mehrfachnutzungen untergenutzter Räume sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern zudem auch sozial wünschenswert. Hier besteht für die Stadterneuerung ein hohes Potenzial – abseits klassischer Leerstandsaktivierung und Zwischennutzungen – leistbaren Raum für lokale Macher*innen verfügbar zu machen.
  • Im Rahmen der Umsetzung der drei Sockelpiloten hat sich bestätigt, dass lokal verankerte, urbane Ressourcengemeinschaften sozial robustes und sich stets erneuerndes Handlungswissen und unterstützende Netzwerke schaffen.
  • Das Teilen von Räumen erfordert umfangreiches Wissen in unterschiedlichsten Themenbereichen (bezüglich rechtlicher, baulicher, finanzieller und organisatorischer Aspekte etc.) und einen erheblichen Zeit-Ressourceneinsatz der handelnden Akteur*innen. Hier kann die Stadt unterstützende Strukturen schaffen bzw. ausbauen, um die Raumteiler*innen zu entlasten.

Das Projekt wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "Leuchttürme für resiliente Städte 2040 – Ausschreibung 2021" durchgeführt. Die Laufzeit betrug insgesamt 38 Monate (03/2022 - 04/2025).

Die im Rahmen des Projekts Stadtkern_PLUS entstandene Publikation "Sharing: Possible! – Praktiken des Teilens in der städtischen Erdgeschoßzone" (Mara Haas/Christian Peer/Dominik Wagner/Paul Hahnenkamp) kann kostenlos heruntergeladen werden.


Link

Publikation „Sharing: Possible! – Praktiken des Teilens in der städtischen Erdgeschoßzone“ herunterladen

Projektpartner*innen

  • future.lab - Research Center, TU Wien (Leitung)
  • Forschungsbereich Rechtswissenschaften TU Wien
  • morgenjungs GmbH
  • Volkshilfe Wien
  • Stadt Wien – Abteilung Technische Stadterneuerung (MA 25)
  • RaumCoop e.V
  • Stadt Wien – Wiener Wohnen