2.3 Die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane: Die Vulva
Die Vulva
Die äußeren Geschlechtsorgane bezeichnet man als Vulva. Zu den äußeren Geschlechtsorganen gehören der Venushügel, die äußeren und die inneren Vulva-Lippen, die Klitoris und der Vorhof der Vagina, in dem sich das Hymen befindet.
Venushügel
Das ist die Erhebung, die wie ein kleiner Hügel aussieht. Dort wachsen normalerweise ab der Pubertät die Genitalhaare.
Äußere Vulva-Lippen
Das sind 2 dickere Hautfalten. Sie beginnen unterhalb des Venushügels und gehen bis zum Damm. Der Damm ist der Bereich zwischen den äußeren Geschlechtsorganen und dem Anus. Die äußeren Vulva-Lippen sind normalerweise behaart und enthalten Fett-Gewebe. Sie verdecken und schützen die Klitoris und die Öffnung zur Vagina.
Innere Vulva-Lippen
Das sind 2 dünnere Hautfalten. Sie sind leicht faltig und nicht behaart. Sie enthalten kein Fett-Gewebe. Auch die inneren Vulva-Lippen schützen die Klitoris und die Öffnung der Vagina.
Die inneren Vulva-Lippen können sehr unterschiedliche Farben haben: von hellrosa bis dunkelbraun. Sie können dunkler werden, wenn man älter wird. Das hat mit den Hormonen zu tun.

Klitoris – größer als viele bisher dachten
Von der Klitoris sieht man nur ein kleines Stück, die Klitoris-Eichel. Sie wird auch Kitzler genannt. Die Klitoris-Eichel kann man mit der Eichel des Penis vergleichen, also mit der Penis-Spitze. Viele Menschen denken, dass dies die gesamte Klitoris ist. Aber das ist nur ein kleiner Teil davon. Tatsächlich liegt der größte Teil der Klitoris im Inneren des Körpers. Die Klitoris enthält mehrere tausend Nerven und ist deshalb besonders empfindlich. Neue Untersuchungen zeigen, dass sich die Nerven der Klitoris weit verzweigen und nicht nur die Klitoris-Eichel, sondern auch die Klitoris-Vorhaut, die Vulva-Lippen und den Venushügel versorgen. Zum Schutz wird die Klitoris-Eichel von der Klitoris-Vorhaut bedeckt.
Über die Klitoris gibt es noch viele offene Fragen. Zum Beispiel weiß man noch wenig darüber, wie sie sich in der Pubertät, während einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder im Laufe des Menstruationszyklus verändert. Diese Fragen sollen in Zukunft weiter erforscht werden.
Vorhof der Vagina
Das ist der Teil zwischen den inneren Vulva-Lippen. Dort sind der Ausgang der Harnröhre und die Öffnung der Vagina. Außerdem findet man dort die Ausgänge der Vorhof-Drüsen. Diese Drüsen befeuchten die Öffnung der Vagina.
Öffnung der Vagina und das Hymen
Knapp unter dem Ausgang der Harnröhre ist die Öffnung der Vagina. Dort befindet sich das Hymen. Früher hat man „Jungfern-Häutchen“ dazu gesagt.
Das Hymen ist eine dünne Schleimhaut-Falte zwischen Vulva und Vagina. Es umrandet die Öffnung der Vagina, aber verschließt sie nicht. Das Hymen ist weich, dehnbar und in der Mitte offen. Es schaut bei jedem Menschen anders aus, es gibt verschiedene Formen und Größen.
Bei manchen Frauen verschließt das Hymen die Vagina. Das ist aber sehr selten. Es wird meistens bemerkt, wenn ein Mädchen das erste Mal die Menstruation bekommt: Das Blut kann nicht herausfließen. Dann muss das Hymen bei einer Operation aufgeschnitten werden.
Achtung, das stimmt nicht!
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Hymen und dem veralteten Konzept von „Jungfräulichkeit“! Daher ist der Begriff „Jungfern-Häutchen“ falsch. Das Hymen ist keine gespannte Haut, die die Vagina verschließt. Das Hymen kann daher beim ersten Sex nicht durchstoßen werden.
Die meisten Frauen bluten beim ersten Sex nicht. Es kann eine Blutung geben, wenn die Schleimhaut in der Vagina verletzt wird oder wenn das Hymen etwas einreißt.
