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1.5 Vater in Karenz

1. Care-Berufe & Care-Arbeit

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Abbildung 5: Vater in Karenz, Bild © Martina Lajczak

Personenbeschreibung

Igor ist 42 Jahre alt und Vater von zwei Kindern. Bei der Geburt seines ersten Kindes, Sasha, war es für ihn klar, dass seine Frau Lana in Karenz geht. Das bedeutet, dass Lana eine Zeit lang nicht in die Arbeit gegangen ist, sondern sich zuhause um ihr Baby und den Haushalt gekümmert hat. Dafür hat sie Geld vom Staat bekommen. Igor ist weiterhin arbeiten gegangen. Dann haben er und Lana noch ein weiteres Baby bekommen: Nikola. Lana hatte sich nach der Karenz für die Betreuung von Sasha wieder gut in ihrem Job eingearbeitet und mehr Verantwortung bekommen. Sie wollte keine längere Pause von der Arbeit machen. Daher haben sie sich entschieden, dass dieses Mal Igor länger in Karenz geht. Das hat viel in Igor ausgelöst. „Ich habe früher immer Witze über Lana gemacht. Wie gut sie es doch hat, einfach zuhause bleiben zu können!“, sagt Igor. Heute sieht er das anders. Er weiß, dass Kinder zu erziehen eine sehr anstrengende Arbeit ist. Lana wurde mittlerweile befördert und Nikola ist schon fast zwei Jahre alt. Mit ihrem zweiten Geburtstag endet für Igor die Karenz und er nimmt wieder seine vorige Arbeit auf. Sollten Lana und er noch ein Kind bekommen, steht für ihn fest: „Die Karenz wird geteilt.“

(Hierbei handelt es sich um eine erfundene Personenbeschreibung.)

Jobbeschreibung

Wenn ein Baby geboren wird, brauchen Eltern oder andere Betreuungspersonen Zeit, um sich darum zu kümmern. Dafür gibt es in Österreich die Elternkarenz. In dieser Zeit bekommt die Person für die Kinderbetreuung Geld vom Staat. Es gibt zwei Formen. Einerseits gibt es ein pauschales Geld. Das heißt, dass die Person in Karenz pro Tag einen fixen Betrag bekommt. Je nach Dauer der Karenz können das zwischen 17 € und 40 € sein. Je kürzer die Karenz, desto höher der Betrag. Dann gibt es auch ein einkommensabhängiges Geld. Hier bekommt man 80 % des früheren Gehalts, aber höchstens circa 80 € pro Tag. Ein bisschen nebenbei zu arbeiten ist erlaubt. In keinem anderen Land der EU gehen weniger Väter in Karenz als in Österreich. Nicht einmal jeder 25. Mann bezieht Kinderbetreuungsgeld. Außerdem ist die Zahl der Männer, die zwischen 2017 und 2021 in Karenz gegangen sind, gesunken. In Wien haben sich im Jahr 2021 ungefähr 20 % der Väter an der bezahlten Karenz beteiligt. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern war das die höchste Anzahl. Außerhalb von Karenzen ist es auch in Wien immer noch so, dass vermehrt Frauen die Kinderbetreuung übernehmen: 2021 teilten sich ungefähr die Hälfte der Paarhaushalte die Kinderbetreuung gleich auf. In der anderen Hälfte übernahmen überwiegend Frauen diese Aufgabe. Nur in ungefähr 6 % war der Mann für den Großteil der Kinderbetreuung zuständig.

Ausbildungswege

Um Karenz zu nehmen, müssen die Eltern oder Betreuungspersonen in einem Arbeitsverhältnis stehen und meist mindestens sechs Monate in den letzten zwei Jahren gearbeitet haben. Für selbstständige Personen gibt es eigene Bestimmungen. Die Karenz kann zwischen den Eltern aufgeteilt werden, mit einer Mindestdauer von zwei Monaten pro Elternteil. Alleinerziehende haben bis zum zweiten Geburtstag des Kindes Anspruch auf Karenz. Auch Menschen in Paarbeziehungen können die Karenz gegen weniger Geld bis dahin verlängern. Zusätzlich kann von der Person, die das Kind nicht geboren hat, der Familienzeitbonus beantragt werden. Hier bekommt man für ein Monat Geld, um sich um das Baby und die andere Person zu kümmern. Wenn die Karenz zwischen zwei Personen ungefähr gleich aufgeteilt wird, können diese einen Partnerschaftsbonus beantragen. Es ist wichtig, die Arbeit der Kindererziehung anzuerkennen und zu schätzen. Karenz hilft dabei, dass alle Eltern die Unterstützung bekommen, die sie und ihre Kinder brauchen.