1.2 Kindergartenpädagoge
Personenbeschreibung
Nima ist 40 Jahre alt und arbeitet als Kindergartenpädagoge in Wien. Früher hatte er einen anderen Beruf: Er war Automechaniker. Das war ein Beruf, den meistens Männer machen. Aber Nima merkte, dass ihm etwas fehlte. Er wollte mehr mit Menschen arbeiten und sich um andere kümmern. Deshalb entschied er sich für eine große Veränderung. Der waff (Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds) half ihm dabei, eine Ausbildung als Kindergartenpädagoge zu machen. Der waff ist eine Stelle in Wien, die Menschen hilft, sich beruflich weiterzuentwickeln. Und Kindergartenpädagog*innen sind Menschen, die sich um Kinder im Vorschulalter kümmern. Nima hat in seiner Ausbildung viel über andere Menschen gelernt – aber auch über sich selbst. Früher dachte er, dass es unmännlich sei, sich um Kinder zu kümmern. „Es ist mir heute ziemlich peinlich, das zuzugeben“, lacht er. Nima merkte, dass Fürsorge und Geduld wichtig sind. Und dass das nichts mit Männlichkeit oder Weiblichkeit zu tun hat. Er findet es schade, dass so wenige Männer im Kindergarten arbeiten. Er selbst fühlt sich heute zufriedener als je zuvor. Sein Job ist nicht nur wichtig für die Kinder. Er hat auch ihm geholfen, sich selbst besser zu verstehen.
(Hierbei handelt es sich um eine erfundene Personenbeschreibung.)
Jobbeschreibung
Kindergartenpädagog*innen, auch Elementarpädagog*innen genannt, haben eine sehr wichtige Aufgabe: Sie begleiten und unterstützen Kinder beim Spielen, Lernen und Entdecken. Sie arbeiten in der ersten Bildungsinstitution im Leben eines Kindes. Sie helfen Kindern, sich in einer Gruppe wohlzufühlen, teilen zu lernen und neugierig auf die Welt zu sein. Dabei denken sie sich spannende Spiele und kreative Bastelideen aus, erzählen Geschichten und singen Lieder. Außerdem achten sie darauf, dass jedes Kind gut betreut wird. Diese Arbeit ist sehr wertvoll, wird aber oft nicht genug geschätzt. Viele Menschen denken immer noch, dass man keine besondere Ausbildung braucht, um sich um Kinder zu kümmern, weil Frauen ihre Kinder immer noch unbezahlt zuhause betreuen. In Österreich verdienen Kindergartenpädagog*innen je nach Ausbildung zu Beginn zwischen 2.500 € und 3.300 € brutto im Monat. In Kindergärten der Stadt Wien kann man zum Beispiel mit einem Einstiegsgehalt von ungefähr 3.400 € brutto rechnen. Brutto bedeutet, dass davon noch Steuern und Abgaben abgezogen werden. Der Beruf wird noch immer vor allem von Frauen ausgeübt: In Wien liegt der Frauenanteil in der vorschulischen Bildung allgemein bei fast 97 %. In den städtischen Kindergärten der Stadt Wien sind ungefähr 5 % der Kindergartenpädagog*innen Männer.
Ausbildungswege
Wer Kindergartenpädagog*in werden möchte, kann verschiedene Wege gehen. Eine Möglichkeit ist der Besuch einer speziellen Schulform, die man BAfEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) nennt. Davon gibt es in Wien sechs. Dort lernen die Schüler*innen fünf Jahre lang, wie sie Kinder am besten fördern können. Danach hat man die Matura und die Ausbildung abgeschlossen. Wenn man sich erst später für den Beruf entscheidet, kann man ein Kolleg besuchen. Dort erlernt man in kurzer Zeit und manchmal auch berufsbegleitend die notwendigen Fähigkeiten. Wer sein Wissen noch vertiefen möchte, kann auch ein Studium zu Elementarpädagogik machen. Solche Studiengänge werden von Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen angeboten. Ein Beispiel dafür ist die Pädagogische Hochschule Wien. In diesem Beruf muss man sich wie in vielen anderen Berufen auch ständig weiterbilden. So sorgen Kindergartenpädagog*innen dafür, dass jedes Kind die Unterstützung bekommt, die es verdient.