6.2 Regisseurin
Personenbeschreibung
Nicola ist 38 Jahre alt und arbeitet als Regisseurin. Sie wuchs in einer Familie auf, in der gemeinsam ins Kino gehen oder auf der Couch zusammen einen Film anschauen alle zusammenbrachte. Gemeinsam mit ihrem Bruder und ihren Eltern Freitag abends in die Videothek zu gehen und zwei Filme und zwei Becher Eis über die Theke zu schieben, war für sie Familienglück. Schon als Kind liebte Nicola Geschichten, konnte sich aber nicht vorstellen, selbst Filme zu machen. Das schien unerreichbar weit weg. Nach der Schule fing sie daher erstmal an, beim Fernsehen zu arbeiten, und lernte dort zu drehen und zu schneiden. Sie stellte aber fest, dass sie gerne mehr an ihren eigenen Geschichten arbeiten wollte, als es beim Fernsehen möglich war. Als sie erfuhr, dass man das Filmemachen auch studieren kann, bewarb sie sich bei der Filmakademie in Wien. Es war nicht leicht, einen Platz zu bekommen, aber schon alleine die Bewerbung war das Beste, was Nicola passieren konnte. Mit weiteren Aufnahmerunden konnte sie ein eigenes Projekt filmen, was ihr sehr viel Freude machte. Während des Studiums musste sie weiterhin arbeiten, um sich das Leben in Wien leisten zu können. Deshalb nahm sie einen Job am Burgtheater an und arbeitete abends bei den Aufführungen als Kamerafrau. Heute dreht Nicola Dokumentarfilme. Ein Dokumentarfilm ist ein Film, der echte Dinge, Menschen oder Tiere zeigt und uns etwas über die Welt beibringt. Nicola erzählt oft Geschichten über Leute, die ihren Platz suchen, so wie sie selbst es getan hat.
(Hierbei handelt es sich um eine echte Personenbeschreibung.)
Jobbeschreibung
Regisseur*innen sind wichtige Personen, wenn ein Film, ein Theaterstück oder eine Serie entsteht. Sie entscheiden, wie eine Geschichte gezeigt wird. Das bedeutet, dass sie mit vielen Menschen zusammenarbeiten müssen. Sie planen, wie die Szenen aussehen sollen und sorgen dafür, dass alles gut zusammenpasst. Besonders bei großen Produktionen ist das sehr viel Arbeit. Regisseur*innen müssen auch darauf achten, wie viel Geld zur Verfügung ist und wann alles fertig sein muss. Die Arbeit ist nicht immer einfach. Viele arbeiten nur für eine bestimmte Zeit an einem Projekt und suchen danach eine neue Aufgabe. Das bedeutet, dass sie nicht immer durchgehend Geld verdienen. Auch wieviel Geld sie verdienen, ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie bekannt und erfahren Regisseur*innen sind, und von der Größe ihrer Projekte. Sie müssen sich gegen viele andere durchsetzen. Es arbeiten vor allem Männer in diesem Beruf. Im Kino und Fernsehen sind ungefähr zwei Fünftel der Regisseur*innen Frauen. Sie erhalten aber nur ein Drittel der Fördergelder. Im Theaterbereich führen noch weniger Frauen Regie. In Wien wird die Arbeit von Frauen im Kunstbereich gefördert. So sind etwa in allen Jurys, die über Kunstförderungen entscheiden, mindestens die Hälfte Frauen.
Ausbildungswege
Es gibt keinen festen Weg, um Regisseur*in zu werden, aber eine gute Ausbildung ist meist wichtig. Oft ist die Aufnahme ins Studium beschränkt und man muss eine Prüfung bestehen. In Wien gibt es mehrere Studienmöglichkeiten. Diplomstudien gibt es an der Universität für Angewandte Kunst Wien (Malerei und Animationsfilm), am Max-Reinhardt-Seminar (Schauspielregie) und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Musiktheaterregie), wo man auch ein Bachelorstudium absolvieren kann. Solche sind auch am kostenpflichtigen SAE Institute Wien (Digital Film Production) und an der Filmakademie Wien möglich. Dort kann man Regie, aber auch Bildtechnik und Kamera, Buch und Dramaturgie oder Produktion studieren. Ein Masterstudium in Regie gibt es auch an der Filmakademie Wien. Außerdem gibt es Masterprogramme an Fachhochschulen. Diese Ausbildungen helfen dabei, das nötige Wissen und praktische Erfahrung für eine Karriere als Regisseur*in zu sammeln.