9.3 Toolbox 8: Barrierefreie Entfluchtung
Mehr-Sinne-Prinzip
Das Mehr-Sinne-Prinzip bedeutet, das Informationen für mehrere Sinne – also vor allem Sehen (visuell), Hören (akustisch) und Fühlen (taktil) – aufbereitet werden. Visuelle Informationen sollten demnach auch akustisch oder taktil ausgeführt werden. Und umgekehrt: Für gehörlose Menschen braucht es bei akustischen Signalen und Informationen gleichzeitig visuelle Signale und Informationen, zum Beispiel ein blinkendes Licht.
Gut erkennbare Bodenmarkierungen und Informationen entlang des Fluchtweges sind nötig, um die Entfluchtung möglichst sicher zu gestalten. Zum Beispiel helfen zusätzliche taktile Informationen an den Handläufen von Treppen, den richtigen Fluchtweg zu finden.
Sichere Verweilbereiche
Sichere Verweilbereiche sind Stellen, an denen Menschen, die nicht sich nicht selbsständig retten können, auf die Feuerwehr warten können.
Anforderungen an Sichere Verweilbereiche:
- Verweilbereiche sind barrierefrei erreichbar.
- Der Stellplatz für 1 Person misst mindestens 90 x 120 Zentimeter. Ab 2 Stellplätzen gibt es mindestens 80 x 120 Zentimeter pro Stellplatz.
- Es gibt eine Kommunikationsmöglichkeit
- Bedienelemente wie Druckknopfmelder, Sprechstellen und ähnliches sind in einer Höhe von 80 bis 110 Zentimeter angebracht. Und sie haben einen horizontalen Abstand von mindestens 50 Zentimetern von einer angrenzenden Wand oder einem anderen Hindernis.
- Es gibt eine Notbeleuchtung.
- Es gibt eine Brandrauchentlüftung.
- Es gibt eine taktile Standortangabe.
- Es gibt genügend Platz für Rettungsmittel, zum Beispiel Bergetuch, Krankentrage, Fluchtfiltermaske.
- Sichere Verweilbereiche sind am Boden gekennzeichnet und an der Wand mit dem entsprechenden Piktogramm versehen:
