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5.5 Toolbox 5: Barrierefreie Orientierung

5. Barrierefreier Eingangs- und Innen- und Wartebereich

Der Orientierungsplan und die Wegführung müssen für ebenfalls nach dem Mehr-Sinne Prinzip gestaltet sein und zusammenhängend funktionieren. Wir empfehlen Zeit in eine gute Planung zu investieren.

Die Wegführung beginnt bereits bei den Eingängen, also noch vor dem Gebäude. Die wichtigsten Informationen sollten auch auf der Webseite bereitgestellt werden.

Visuelle Information

Jedes Element, das der Orientierung dient , muss einen hohen Kontrast zur unmittelbaren Umgebung aufweisen, damit es für Menschen mit Sehbehinderungen erkennbar ist. Wenn der visuelle Kontrast nur gering ist, kann eine passende visuell kontrastierende Umrandung die Sichtbarkeit erhöhen.

Für einen guten visuellen Kontrast sind nicht die Farben relevant, sondern deren Helligkeitswerte. Kontrastreich ist zum Beispiel eine Kombination aus einer sehr hellen Farbe und einer sehr dunklen Farbe: Schwarz und Weiß ergeben den besten Kontrast. Beachten Sie auch Farbblindheiten wie die Rot-Grün-Blindheit und vermeiden Sie diese Kombination.

Verwenden Sie Symbole, solange sie allgemein bekannt sind.

Die Schriftgröße ist abhängig von der Betrachtungsentfernung. Bei Schildern, die weiter weg sind, ist die Schrift groß genug, wenn sie von einer normalsichtigen Person aus 10 Metern Entfernung gut gelesen werden kann.

Wählen Sie auch die Schriftart und die Strichstärke mit Bedacht. Denn nur gerade Schriftarten mit mittlerer Strichstärke sind gut leserlich, das ist zum Beispiel Arial. Innerhalb der Dienststellen und Einrichtungen der Stadt Wien ist die Schrift „Wiener Melange“ vorgegeben, die auch keine Serifen hat. Serifenschriftarten wie die Times New Roman sind nicht gut leserlich. Vermeiden Sie zu dicke und zu dünne Strichstärken.

Hinsichtlich der visuellen Informationen und Leitsysteme wird empfohlen, die ÖNORM A 3012 einzuhalten.

Akustische Information

Akustische Informationen sind für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen essenziell und für alle anderen Personen komfortabel.

Sprachdurchsagen sollten immer mit einem Gong angekündigt werden. Ob eine Durchsage verstanden wird, hängt von der Akustik im Raum, vom Geräuschpegel, von der Lautstärke und von der Qualität der Durchsage ab, also zum Beispiel vom Abstand zum Lautsprecher. Sprachdurchsagen sollten daher den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden.

Akustische Informationen in und vor Aufzügen sind wichtig. Die hörbaren Informationen "Tür öffnet", "1. Stock" und so weiter sind für blinde und sehbehinderte Menschen essenziell. Dasselbe gilt auch bei automatischen Türen oder Schiebetüren.

Induktive Höranlagen verbessern für Personen mit einem Hörgerät die Verständlichkeit. Diese Personen können sich über das Hörgerät mit der induktiven Höranlage verbinden und verstehen dadurch das Gesprochene gut bzw. besser. Ungefähr 80 Prozent der Hörgeräte können diese Funktion nutzen.

Induktive Höranlagen sind empfohlen bei:

  • Notrufeinrichtungen
  • Notsprechstellen bei Schrankensystemen
  • Audioinformationsgeräten
  • Sprechstellen
  • Infobereichen, Beratungszimmern, Besprechungsräumen, Portieren und so weiter

Taktile Informationen

Taktile Informationen wie Brailleschrift, taktile Beschriftung, Bodenleitsysteme o.ä. sind für blinde Menschen essenziell und helfen auch sehbehinderten Menschen.

Bei Türbeschriftungen sollte die Bezeichnung des Raumes und die Raumnummer in taktiler Beschriftung pyramidenförmig farblich kontrastierend in einer Schriftgröße von mindestens 15 Millimetern angebracht werden. Empfohlen wird zusätzlich Braille-Schrift -, diese Informationen müssen nicht kontrastierend ausgeführt sein, da die Braille-Schrift nur von blinden Personen genutzt wird.

Die Türbeschriftungen sollten an der Wand neben der Tür an der Seite des Türdrückers angebracht werden, in einer Höhe von 140 bis 160 Zentimetern.

Auch bei Orientierungstafeln sollten die wichtigen Informationen in taktiler Beschriftung und in Braille-Schrift angebracht sein.

Bringen Sie bei Treppen, Rampen und ähnlichem taktile Handlaufbeschriftungen an. Darauf können allgemeine Informationen, Standortinformationen und der Fluchtweg kommuniziert werden.