PUMA-Tätigkeitsbericht 2021-2023 Startseite wien.gv.at
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5.2 Beschaffung, Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement

5. Maßnahmen und Ergebnisse

Die Maßnahmen im Bereich „Beschaffung, Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement“ leisteten Beiträge zur Umsetzung folgender Strategien und Programme:

  • Wiener Klimafahrplan
  • Wiener Klimaschutzprogramm (KliP II)
  • Smart Klima City Strategie Wien, Leitziel „Ressourcenschonung“, Zielbereich „Zero Waste“ & Kreislaufwirtschaft
  • Wiener Abfallvermeidungsprogramm
  • Lebensmittelaktionsplan – Wien isst G.U.T.
  • „ÖkoKauf Wien”
  • Städtisches Energieeffizienzprogramm (SEP 2030)
  • Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen („UN sustainable development goals - SDG“)

Flächendeckend umgesetzte Maßnahmen

Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft bei abfallrelevanten Beschaffungen aktiv berücksichtigen

Ressourcen können am besten geschont werden, indem man bewusst einkauft, auch unter Berücksichtigung der Nutzungsphase. Bei jeder Beschaffung sollte vorab über die Notwendigkeit nachgedacht werden, das jeweilige Produkt zu erwerben oder zum Beispiel durch Produkt-Dienstleistungen abdecken zu lassen, die in der Regel ressourceneffizienter und nachhaltiger erbracht werden. Um umweltfreundliche Alternativen berücksichtigen zu können, ist ein Marktüberblick nötig und eine rechtzeitige Einbindung aller Beteiligten. Bei abfallrelevanten Beschaffungen (häufige Bestellung bzw. großer Bedarf oder beim Anfall gefährlicher Abfälle) zahlt sich eine intensivere Beschäftigung mit den vorhandenen Optionen aus. Neben Vorgaben von „ÖkoKauf Wien“ und PUMA sind bei speziellen Beschaffungen allfällig zusätzliche dienststellenspezifische Vorgaben zu berücksichtigen. Zur leichteren Berücksichtigung der Abfallvermeidung bei der Beschaffung wurde den Dienststellen eine PUMA-Checkliste zur Verfügung gestellt. Diese Checkliste sollte in geeigneter Weise in die eigenen Prozesse integriert werden.

Vorteile der Maßnahme: Ressourcenschonung und damit Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften; Vorbildwirkung und positiver Einfluss auf den Markt; Abfallvermeidung, Kreislaufführung bei Wertstoffen, Kostenreduktion.

Verbreitung von Informationen zur neuen Leichtverpackungssammlung

Die Dienststellen und die Schulen der Stadt Wien wurden angeleitet, die Mitarbeiter*innen und Schüler*innen über die Umstellung zu informieren. Entsprechende Materialien wurden zur Verfügung gestellt. In diesem Zusammenhang waren die PUMA-Abfalletiketten zur „Gelben Tonne“ neu zu drucken und zu verteilen und diverse Informationsunterlagen wie Plakate und Managementdokumente sowie die entsprechenden PUMA-Intranetseitenanzupassen. Vorteile der Maßnahme: Bewusstseinsbildung für die Mitarbeiter*innen der PUMA-Dienststellen; Steigerung der getrennt erfassten Verpackungsmaterialien und gleichzeitig Reduktion des Restmülls; Beitrag zur Erhöhung der Mengen an Altstoffen, die für ein Recycling zur Verfügung stehen und damit Primärmaterialien ersetzen.

Prüfung defekter Elektrogeräte auf Reparierbarkeit vor Neuanschaffung und Entsorgung der Altgeräte

Ziel dieser Maßnahme war, kaputte Elektrogeräte vor einer allfälligen Neuanschaffung und Altgeräteentsorgung stets auf Reparierbarkeit zu prüfen. Speziell bei Weißware-Geräten sei mit der Fachdienststelle MA 34 und bei anderen Geräten mit der MA 54 Kontakt aufzunehmen, um die Lebensdauer durch Reparatur möglichst zu verlängern.

Vorteile der Maßnahme: Abfallvermeidung und Erhaltung der „Grauen Energie“; Kostenreduktion; Ressourcenschonung und damit Beitrag für nachhaltiges Wirtschaften.

Sicherstellen der umfassenden Informationsweitergabe für neue ÖkoKauf Wien Ergebnisse

Damit die Informationsweitergabe-Kette auch bis zu jenen Personen reicht, die nicht in ÖkoKauf Arbeitsgruppen involviert sind, wurde angeregt zu prüfen, ob Bedarf für die Aufnahme weiterer Kolleg*innen in den Verteiler für neue „ÖkoKauf Wien“-Ergebnisse besteht.

Vorteile der Maßnahme: Sicherstellung der Informationskette innerhalb der Dienststelle; Erleichterung der Umsetzung bzw. Anwendung der Ergebnisse von ÖkoKauf Wien; Unterstützung der ökologischen Beschaffung durch den Magistrat.

Forcierung digitale Kommunikation

Mit dieser Maßnahme wird die Duale Zustellung unterstützt und damit die elektronische Übermittlung statt der postalischen in Papierform.

Vorteile der Maßnahme: Einsparung von Papier, Transportleistung, Zeit und Kosten; Effizienzsteigerung durch Nutzung digitaler Kommunikationswege; Vorbildwirkung des Magistrats, siehe „Wien stellt ‘e’ zu“.

Abteilungsspezifische Maßnahmen

In den jährlichen Umweltprogrammen der Dienststellen wurden neben den allgemeinen Maßnahmen, auch folgende abteilungsspezifische Maßnahmen definiert und umgesetzt:

  • Organisation aller Ausschüsse und größerer Termine als „ÖkoEvent Plus“ (Büro der GGK)
  • Erweiterung des Dienstleistungsvertrages zur Löschung der Daten auf Altgeräten um die Kategorien Handys und Tablets (MA 01)
  • Vollständige elektronische Dokumentenübermittlung im Kund*innenverkehr (MA 39)
  • LISA: Papierverbrauch senken durch Optimierung des Layouts (MA 39)
  • „Wir recyclen CO2!“ Projekt, Dekarbonisierung der Rauchgase der Brandversuchshalle (MA 39)
  • Bewusstseinsbildung Reduktion des Büromaterials (MA 40 und andere Dienststellen)
  • Einmaliges Drucken bei mehrfach geschickten Posteingängen (MA 40)
  • Online-Auftritt forcieren und Umstellung auf Onlineanträge (MA 50)
  • Förderung der Weiternutzung von Gebrauchsgütern durch Verlautbarung verfügbarer Mengen (MA 54)
  • Bereitstellung von Getränken (Mineralwasser, etc.) in Mehrwegverpackungen (Büro der GGK)
  • Schaffung eines Prozesses zur Wiederverwendung von Ausstellungsequipment (MA 9)
  • Elektronischen Rechnungsworkflow einführen (MA 18)
  • Anwendung der elektronischen Signatur für den internen Gebrauch (MA 39)
  • Bekanntmachung der 48er-App bzw. des Ratgebers Mist-ABC (MA 57)
  • Forcierung der elektronischen Zustellung von Schriftstücken (MA 67 und andere Dienststellen)
  • Interne Verwendung von alten Give-Away-Schreibblöcken (KJA)
  • Kuverts weiterverwenden und altes Logo überkleben (KJA)
  • Offenes Bücherregal (KJA)
  • Umstellung des Versands des Jahresberichtes von postalisch auf elektronisch (KJA)
  • Umstieg von Printmedien auf den Online-Pressespiegel (KJA)
  • Reduktion der Dateigröße sämtlicher ELAK-Vorlagen um 90% (MA 8)
  • Bewusstseinsbildung „Ökologische und ressourcenschonende Beschaffung“ (MA 10)
  • Erhöhung Anteil nachhaltiger und saisonaler Produkte in der Lebensmittelversorgung der Kindergärten (MA 10)
  • Druckerverbrauchsmaterial richtig entsorgen im Home-Office (MA 18)
  • Papier sparen durch Digitalisierung (MA 42)
  • Errichtung einer Problemstoffsammelstelle sowie einer Personalunterkunft für die Müllplatzbetreuung und der Straßenreinigung auf dem Müllplatz am Brunnenmarkt (MA 59 und MA 48)
  • Abfalltrennung (Papier, Restmüll) optimieren (MA 64 und andere Dienststellen)
  • Teilnahme am Projekt „Digi-Pol“ für elektronische Sitzungsunterlagen (StRH)

Person mit älteren Möbeln im Büro

Abbildung 8 Büroeinrichtung mit gebrauchten Möbeln, Copyright Roman Ponzer

Gelebte Ressourceneffizienz:Die Weiternutzung von Einrichtungsgegenständen ist durch die Verringerung des Ressourcenverbrauchs ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. In der Stadt Wien – Stadtvermessung (MA 41) wurde in diesem Sinne ein neu bezogenes Büro zur Gänze mit gut erhaltenen, gebrauchten Möbeln aus der eigenen Dienststelle eingerichtet. Neben der Weiterverwendung bestehender Möbel statt der Neuanschaffung gab es auch angenehme Nebenerscheinungen. So fanden sich in den alten Möbeln wie zum Beispiel in den Aktenschränken keine Plastikteile.

Roman Ponzer, PUMA-Beauftragter der MA 41: "Die Ausstattung ging durch die Weiternutzung schon vorhandener Möbel auch wesentlich schneller als bei einer Neubestellung. Ich freue mich sehr, dass meine Kolleg*innen hier so konsequent waren. Es ist ein toller Beitrag zu unserem Umweltmanagement!"

Weitere Maßnahmen

Neue Abfallsammlung erforderte Anpassungen

Die Abfallsammlung wurde im Berichtszeitraum geändert, um die Sammelmengen zu steigern und EU-Vorgaben zu erfüllen. Zunächst wurde 2021 eine gemeinsame Sammlung von Plastikflaschen, Getränkekartons und Dosen statt der bisherigen Kunststoffverpackungs- und Metallsammlung eingeführt.Seit 1.1.2023 werden alle Kunststoff- und sonstigen Leichtverpackungen wie beispielsweise Obst-Tassen, Joghurtbecher oder Luftpolsterfolien, aber auch Korken und Holztragerl in der Gelben Tonne gesammelt sowie die Metalldosen und Getränkekartons. 

Bestellung von aufklebbaren oder einsteckbaren Etiketten für wiederverwendete Aktenordner

Zur Erleichterung der Weiterverwendung gebrauchter Aktenordner wurde die genaue Information zur Bestellung der in Frage kommenden zwei Etikettentypen kommuniziert.

Aktualisierung des PUMA-Abfalltrennplakats „Abfälle sind Rohstoffe“

Aufgrund der Änderung bei der Sammlung „Gelbe Tonne“ wird zur „gelb-blauen Tonne“, wurde im Jahr 2021 das PUMA-Plakat „Abfälle sind Rohstoffe“ adaptiert, „Altpapier“ wurde zu „Altpapier & Karton“, das neue PUMA-Logo und das geänderte CD der Stadt Wien wurden ebenfalls integriert und die neuen Plakate verteilt. Die Abbildungen der PUMA-Abfalletiketten am Plakat entsprechen in Farbe und Sujets genau dem Aussehen der Aufkleber der MA 48 für ganz Wien und erleichtern so die richtige Zuordnung.Vorteile der Maßnahme: Ein neues Plakat erregt wieder Aufmerksamkeit, die Beschreibung der richtigen Abfalltrennung ist unmittelbar vor Ort verfügbar. Das Aufzählen der wichtigsten Fehlwürfe führt zu einer verbesserten Qualität der Fraktionen für ein Recycling und trägt zur Bewusstseinsbildung bei. Im Zuge dessen wurden Ansprechpersonen und Informationsquellen aktualisiert.

Im Jahr 2023 wurde zusätzlich ein Plakat mit Fotos von typischerweise im Magistrat anfallenden Leichtverpackungen erstellt, an alle PUMA-Beauftragten in den Dienststellen kommuniziert und über die PUMA-Intranetseite zum Herunterladen angeboten.

Video zur getrennten Sammlung in Amtshäusern

Da immer wieder Anfragen und Beschwerden auftreten, wonach das Reinigungspersonal der MA 34 den getrennt gesammelten Abfall wieder in einen Sack zusammenwerfe, wurde gemeinsam mit der MA 34 ein PUMA-Video erstellt, bei dem man genau sieht, wie die Entleerung der Behälter und das Einbringen in die Abfallcontainer im Müllraumfunktioniert. Vorteile der Maßnahme: Durch die Veröffentlichung auf den PUMA-Intranetseiten und auf der Startseite des Magistratsintranets können sehr viele Mitarbeiter*innen erreicht werden. Es kann jederzeit auf dieses kurze Erklärvideo verwiesen werden, um auch künftig die Handhabung der gesammelten Abfallfraktionen durch das Reinigungspersonal zu zeigen.

Veranstaltungen

Im Berichtszeitraum fand im Jänner 2023 das zehnte „PUMA Forum Beschaffung und Abfallwirtschaft“ statt. Ziel dieses Veranstaltungsformats ist es, innerhalb des Magistrats möglichst alle für Beschaffung und Abfallwirtschaft Verantwortliche regelmäßig über neue Trends, innovative Maßnahmen und neue Vorschriften zu informieren. Dabei sollen auch der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung unter den Fachleuten gefördert werden. Am PUMA Beschaffungs- und Abfallwirtschaftsforum nehmen die Abfallmanager*innen und Abfallbeauftragten sowie Beschaffer*innen und teilweise PUMA-Beauftragte teil.

10. PUMA- Beschaffungs- und Abfallwirtschaftsforums stand ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft:

  • Getrennte Sammlung, Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
  • Relevantes aus der Abfallwirtschaft
  • Die neue Bio-Marke der Stadt Wien - Wiener Gusto“ 
  • Logistikcenter - Möglichkeiten für Kreislaufwirtschaft
  • Akku defekt -> Gerät kaputt?
  • Kreislaufwirtschaft im Bereich Bau - Bedeutung für den Magistrat

Managementdokumente

Sämtliche Managementdokumente im Magistrat und für PUMA in Schulen wurden an die neue getrennte Abfallsammlung angepasst und die entsprechenden Infoseiten zur getrennten Sammlung aktualisiert.