3.3 Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement
Abfallbilanz
Seit 2010 sind die Abfallbilanzen in der Datenbank von „PUMA AWK - Abfallbilanz“ enthalten. Rund dreißig Magistratsdienststellen sind aufgefordert, jährlich ihre Abfallbilanz zu erstellen und diese Abfalldaten im Abfallbilanz-Tool einzutragen. Die Belastbarkeit der Abfallbilanzdaten hat sich sehr verbessert, aufgrund von Personalwechseln oder Umstrukturierungsmaßnahmen und Ressourcenknappheit in einzelnen Dienststellen ist es den Bearbeiter*innen manchmal nicht möglich, eine Bilanz zu erstellen. In diesen Fällen werden automatisch die Vorjahresdaten übernommen. Durch die Auswertungen aus dem Tool sind Jahresvergleiche leichter möglich, um Daten auf Plausibilität zu überprüfen und Fehler zu erkennen.
Zeitliche Verfügbarkeit der Abfalldaten:
Im Magistrat werden einige spezielle Abfälle von bestimmten Dienststellen für den gesamten Magistrat gesammelt. So werden beispielsweise EDV-Geräte von der MA 01 – Wien Digital gesammelt und Problemstoffe von der MA 54 – Zentraler Einkauf. Teilweise dürfen Abfälle erst nach einer Skartierung an Sammler*innen bzw. Behandler*innen übergeben werden und sind daher nur mit gewisser zeitlicher Verzögerung in der Abfallbilanz erfassbar.
Abfallwirtschaftskonzepte
Nach dem Abfallwirtschaftsgesetz 2002 – AWG 2002, BGBl. I Nr. 102, in der geltenden Fassung sind Abfallwirtschaftskonzepte (AWK) für alle Standorte verpflichtend, an denen Abfälle anfallen und in Summe mehr als 20 Mitarbeiter*innen des Magistrats beschäftigt sind. Seit 2013 können Abfallwirtschaftskonzepte im gleichen Programm wie die Abfallbilanz erstellt werden. Dieses Tool wird den Dienststellen des Magistrats seitens PUMA kostenfrei zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Seit 2009 ist die MA 34 – Bau- und Gebäudemanagement verantwortlich, dass Abfallwirtschaftskonzepte für alle von ihr verwalteten Gebäude erstellt werden. Für die AWKs der anderen Standorte ist jene Dienststelle zuständig, der die Verwaltung des jeweiligen Objektes obliegt.
Abfallwirtschaftskonzepte liefern einen Überblick über die anfallenden Abfallmengen und deren Reduktion oder Anstieg über die Jahre. Die korrespondierenden Kosten oder Erlöse für Wertstoffe können durch die Dienststelle ebenfalls verfolgt werden. Der Fokus auf die Abfallwirtschaft führt meist zu einer Verbesserung der verpflichtend getrennten Sammlung von Altstoffen und damit deren Qualität. Im AWK sind die bereits durchgeführten und die geplanten Abfallvermeidungs- bzw. -verwertungsmaßnahmen anzuführen, durch deren Umsetzung Abfallmengen reduziert und damit Ressourcen geschont werden. Abfallwirtschaftskonzepte sind nach dem AWG 2002 längstens alle 7 Jahre zu aktualisieren.
Abfallmenge und Abfallzusammensetzung
Die Mengen an gefährlichen Abfällen erreichten 2016 und 2019 jeweils ein Zwischenhoch. 2020 und 2021 wurde sicherlich bedingt durch die Corona-Pandemie ein relativ niedriger Wert verzeichnet. 2022 und 2023 gab es eine erneute deutliche Reduktion (siehe unten Grafik „Gefährliche Abfälle“).
Bei manchen Abfallarten sind große Unterschiede zwischen einzelnen Jahren feststellbar. Das kann teilweise dadurch begründet werden, dass nicht gefährliche Abfallarten nicht jedes Jahr an Entsorger*innen zur Verwertung übergeben werden mussten und daher auch auf Lager lagen oder dass bestimmte Abfallarten unregelmäßig (z.B. nur bei Abbrüchen, Sanierungen…) anfallen. Unschärfen bei der Abfallbilanz ergeben sich durch nicht ganz aktuelle Daten von im Schnitt drei Dienststellen.
2023 wurde bei der MA 56 – Schulen auf eine neue Datenbasis umgestellt, wodurch sich eine deutliche Reduktion der Restmüllmenge ergeben hat. Durch die immer stärkere Einbeziehung von Baustellenabfällen steigen die nicht gefährlichen Abfallmengen weiterhin an.

Die Abfallfraktion Altpapier setzt sich aus herkömmlichem Altpapier (z.B. fehlerhafte Ausdrucke, Broschüren, Zeitungen) und dem extra als Datenschutzpapier zu entsorgendem Papier zusammen (siehe Grafik „Altpapier“ sowie Grafik „Datenschutzpapier“). Seit April 2020 übernahm die MA 48 die Entsorgung von Datenschutzpapier im Magistrat. Nach dem Einbruch 2020 sind die Werte beim Datenschutzpapier wieder auf dem früheren Niveau.
Datenschutzpapier wird in den Dienststellen entweder in speziellen Containern oder in Räumen mit Zutrittsbeschränkung gesammelt, teilweise aber auch inklusive der Aktenordner extern entsorgt. Papier mit datenschutzrelevanten Inhalten, das den Vorschriften entsprechend geschreddert wurde, kann dem normalen Altpapier zugeführt werden.
Abfallmanager*innen
Neben den Abfallbeauftragten in der MA 44 – Bäder und der MA 49 – Klima, Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien sind im Magistrat zahlreiche Abfallmanager*innen in ihren Dienststellen für die ordnungsgemäße Abfallwirtschaft zuständig. Dies umfasst die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben wie z.B. die getrennte Sammlung von Abfällen oder die Erstellung von AWKs für Standorte mit mehr als 20 Mitarbeiter*innen ebenso wie die Information der Dienststellenleitung über die Kosten der Abfallentsorgung.
Damit im Magistrat fachlich qualifizierte Personen für eine funktionierende Abfallwirtschaft in den einzelnen Dienststellen sorgen können, werden seitens der MA 22 – Umweltschutz eigene Kurse angeboten, diese fanden im Jänner 2022 (online) und im November 2023 statt. Daneben sind selbstverständlich z.B. auch Abfallbeauftragten-Kurse zur fachlichen Qualifikation geeignet.