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5.6 Käthe Sasso

5. Pionierinnen zwischen 1920 und 1939 geboren

Geb. Katharine (Katharina) Smudits, 1926 - 2024

Erschlagt’s mich, aber verraten tu ich nix!

Käthe Sasso war eine Widerstandskämpferin im zweiten Weltkrieg. Sie setzte sich zeitlebens für das Andenken der hingerichteten Widerstandskämpfer*innen der „Gruppe 40“ ein und war eine bedeutende Zeitzeugin.

Käthe Sasso; Copyright: Bild DÖW 05982

© Bild DÖW 05982

Käthe Sasso; Copyright: DÖW 10731

(c) DÖW 10731

Käthe Sasso, geborene Katharine Smudits, wuchs im Burgenland auf und zog später nach Wien. Ihre politisch engagierten Eltern traten aktiv im kommunistischen Widerstand gegen den Ständestaat und das nationalsozialistische Regime ein.

Als ihr Vater 1940 zur Wehrmacht eingezogen wurde und ihre Mutter 1941 starb, engagierte sie sich in der Widerstandsgruppe „Gustav Adolf Karl Neustadl“. Die Gruppe versorgte Hinterbliebene hingerichteter Widerstandskämpfer*innen und Inhaftierter mit Lebensmitteln und Geld, unterstützte das Hören ausländischer Radiosender und verteilte kommunistisches Material gegen den Nationalsozialismus.

Während des Zweiten Weltkriegs denunzierte der Gestapospitzel Alois Lawra einige Mitglieder der kommunistischen Bezirksorganisation Favoriten, darunter auch Käthe Sasso. Im Alter von 16 Jahren wurde sie am 22. August 1942 von der Gestapo inhaftiert und am 21. April 1944 zu 18 Monaten Jugendgefängnis wegen Hochverrats verurteilt. Sie entkam nur knapp dem Todesurteil und wurde ins „Arbeitserziehungslager“ Oberlanzendorf gebracht. 1944 erfolgte ihre Deportation in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Käthe Sasso trat am 28. April 1945 „den Todesmarsch“ ins KZ Bergen-Belsen an, konnte jedoch in der ersten Nacht mit ihrer Freundin Mizzi Posch flüchten und kehrte mit der Unterstützung von sowjetischen Alliierten nach Wien zurück.

Bald nach ihrer Ankunft traf sie Josef Sasso, ebenfalls Widerstandskämpfer und aus dem KZ Buchenwald zurückgekehrt. Das Paar heiratete, bekam drei Kinder und übersiedelte nach Niederösterreich.

Ab 1990 beteiligte sich Käthe Sasso aktiv an Gedenkinitiativen für Widerstandskämpfer*innen und politisch Verfolgte des NS-Regimes und engagierte sich gegen Faschismus. Als Zeitzeugin sprach sie u.a. im Rahmen von Gedenkkundgebungen am Wiener Heldenplatz (2008 und 2013). Zudem setzte sie sich dafür ein, dass der Ehrenhain der „Gruppe 40“ am 11. März 2013 als nationale Gedenkstätte, im Rahmen eines Festakts, eingeweiht wurde. Am 14. April 2024 verstarb Käthe Sasso.

Publikationen

Sasso, Käthe: Ich weiß, ich habe das Richtige gemacht. In: Gerhard Schmid / Marcus Schober [Hg.]: Positionen und Perspektiven der Sozialdemokratie. ÖGB 2023, Wien, S. 245–247

Sasso, Käthe: Nicht nur in Worten, auch in der Tat. Käthe Sasso erzählt ihre Jugend im Widerstand. Konzeption/Regie: Evelyn Steinthaler u. Klaus Sander, Hörbuch 183 Minuten. Supposé Verlag, Berlin 2012

Unter mir die Todeszelle. In: Karin Berger et al. (Hrsg.): Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand, Österreich 1938–1945. Promedia, Wien 1985

Auszeichnungen

2023 Marie-Jahoda-Preis

2016 Berufstitel Professorin

2015 Rosa-Jochmann-Plakette

2002 Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich

Quellen

geschichtewiki.wien.gv.at/K%C3%A4the_Sasso

erinnern.at/bundeslaender/wien/artikel/nachruf-widerstandskaempferin-und-zeitzeugin-kaethe-sasso-verstorben