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4.3 Schüler*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit

4. Bildung junger Wiener*innen

In den letzten drei Jahrzehnten ist die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter in Wien deutlich gestiegen. Wie aus dem Nationalen Bildungsbericht 2024 hervorgeht, war die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter (6- bis 14-Jährige) in Wien im Jahr 2022 um 30 Prozentpunkte größer als im Jahr 1990. In allen anderen Bundesländern war in diesem Zeitraum die Entwicklung eine entgegengesetzte – die Zahl der Kinder im schulpflichtigen Alter ging (teilweise sehr deutlich) zurück.

Auch Daten der Schulstatistik der Statistik Austria zeigen, dass zwischen 2006 und 2023 die Zahl der Schüler*innen im Alter von 6 bis 14 Jahren in Wien stetig gewachsen ist. Im Jahr 2023 betrug die Zahl der Schüler*innen dieser Altersgruppe 172.771 Personen – um 27.236 Personen mehr als im Jahr 2006.

Abb. 19: Entwicklung der Zahl der Schüler*innen im schulpflichtigen Alter (6- bis 14-Jährige) in Wien von 2006 – 2023 (in absoluten Zahlen)

Diese Entwicklung der gestiegenen Zahl von Schüler*innen im Alter von 6 bis 14 Jahren an den Wiener Schulen steht klar mit Zuwanderung nach Wien in Verbindung. Während die Zahl der Schüler*innen im Alter von 6 bis 14 Jahren mit österreichischer Staatsangehörigkeit von 2006 bis 2022 stetig zurückgegangen ist (von 116.924 Schüler*innen im Jahr 2006 auf 103.585 Schüler*innen im Jahr 2023), ist die Zahl der Schüler*innen mit ausländischer Staatbürgerschaft in dieser Altersgruppe deutlich gestiegen (von 28.611 Schüler*innen im Jahr 2006 auf 69.186 Schüler*innen im Jahr 2023).

Von 2006 bis 2023 hat sich der Anteil an ausländischen Schüler*innen unter allen Schüler*innen in Wien im Alter von 6 bis 14 Jahren von 19,7 % auf 40 % mehr als verdoppelt.

Abb. 20: Entwicklung der Zahl der Schüler*innen im schulpflichtigen Alter (6- bis 14-Jährige) in Wien mit und ohne österreichische Staatsangehörigkeit von 2006 – 2023 (in absoluten Zahlen)

Sieht man sich die Herkunftsregionen von Schüler*innen dieser Altersgruppe mit ausländischer Staatsangehörigkeit über die Zeit an, so zeigt sich, dass bis zum Jahr 2023 zwei Gruppen besonders stark gewachsen sind: Schüler*innen aus EU oder EFTA-Staaten und Schüler*innen aus außereuropäischen Drittstaaten. Die Zahl der 6- bis 14-jährigen Schüler*innen mit einer Staatsangehörigkeit aus einem EU- oder EFTA-Staat hat sich von 2006 bis 2023 mehr als verdreifacht (von 7.047 Schüler*innen im Jahr 2006 auf 22.666 Schüler*innen im Jahr 2023).

Die Zahl der Schüler*innen mit einer Staatsangehörigkeit aus einem außereuropäischen Drittstaat in dieser Altersgruppe hat sich von 2006 bis 2023 mehr als verfünffacht (von 4.634 Schüler*innen im Jahr 2006 auf 25.972 Schüler*innen im Jahr 2023).

Auch die Gruppe der Schüler*innen mit Staatsangehörigkeit aus einem europäischen Drittstaat ist seit 2006 größer geworden, wenn auch bis 2023 noch nicht in so großem Ausmaß wie die Gruppe der Schüler*innen mit Staatsangehörigkeit aus einem EU- oder EFTA-Staat oder aus einem außereuropäischen Drittstaat. Hatten 2006 16.930 Schüler*innen im Alter von 6 bis 14 Jahren eine Staatsangehörigkeit aus einem europäischen Drittstaat, waren es im Jahr 2023 20.548 Schüler*innen.

Aufgrund der Fluchtmigration aus der Ukraine ab dem Jahr 2022 ist davon auszugehen, dass der Anteil an Schüler*innen mit Staatsangehörigkeit aus einem europäischen Drittstaat nach dem aktuell verfügbaren Berichtsjahr der Schulstatistik (2023) noch weiterwachsen wird.

Abb. 21: Zahl der Schüler*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (6- bis 14-Jährige) in Wien in den Jahren 2006, 2016 und 2023 nach Herkunftsregion (in absoluten Zahlen)

Ein Blick auf die Verteilung der Schüler*innen im Alter von 6 bis 19 Jahren nach Schultyp in Wien im Schuljahr 2023/2024 zeigt, dass 42,3 % der Wiener Volkschüler*innen eine ausländische Staatsangehörigkeit haben. Während der Anteil an Schüler*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in den Polytechnischen Schulen (55,1 %), in den Sonderschulen (50,4 %) und in den Neuen Mittelschulen (rund 50 %) hoch ist, ist er in den AHS-Unterstufen (26,3 %), den AHS-Oberstufen und Oberstufenrealgymnasien (24,6 %) und den Berufsbildenden Höheren Schulen (rund 22 %) weitaus geringer. Hierbei handelt es sich um eine Momentaufnahme, die keine Rückschlüsse auf vergangene oder künftige Bildungswege ermöglicht.

Balkendiagramm zu den Anteilen der Schüler*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit nach Schultyp und anschließend jeweils die Anteile der Staatsbürgerschaften aus Österreih, EU/EFTA, europäischen Drittstaaten (inkl. Türkei) und anderen Drittstaaten:

Volksschulen:       57,7 %; 13,7 %; 12,2 %; 16,4 %
Neue Mittelschulen:      50,0 %; 12,4 %; 16,7 %; 20,8 %
Polytechnische Schulen:     44,9 %; 13,4 %; 19,4 %; 22,3 %
Sonderschulen:       49,6 %; 13,2 %; 16,2 %; 21,0 %
Berufsschulen:       71,7 %; 8,5 %; 11,7 %;  8,1 %
AHS-Unterstufe:       73,7 %; 12,3 %;  6,6 %;  7,4 %
AHS- Oberstufe/Oberstufenrealgymnasium: 75,4 %; 11,2 %;  5,8 %;  7,6 %
Berufsbildende mittlere Schule:   65,8 %; 10,6 %; 12,5 %; 11,2 %
Berufsbildende höhere Schule:   77,9 %;  9,1 %;  7,7 %;  5,2 %

Abb. 22: Schüler*innen (6- bis 19-Jährige) nach Schultyp und Staatsangehörigkeit in Wien 2023 (in Prozent)

Für die Schullaufbahnentscheidung in der oberen Sekundarstufe sind in Österreich nach wie vor das Geschlecht, der Migrationshintergrund und die Bildung der Eltern von großer Bedeutung. Dies zeigt eine umfassende Analyse von schulstatistischen Daten, Mikrozensus-Daten, EU-SILC-Daten und Daten des Bildungsbezogenen Erwerbskarrierenmonitorings der Statistik Austria für die Jahre 2006 bis 2020. Während technische Ausbildungen nach wie vor überdurchschnittlich oft von männlichen Jugendlichen und von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund gewählt werden, sind weibliche Jugendliche und Jugendliche mit Migrationshintergrund eher in Handelsakademien und Handelsschulen vertreten. Die AHS-Oberstufe wird eher von weiblichen Jugendlichen und Kindern von Eltern mit hohem Bildungsabschluss gewählt.