Leitfaden Fassadenbegrünung Startseite wien.gv.at
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4.1 Bautechnische Grundlagen

4. Technische Grundlagen

Für eine fachgerechte Fassadenbegrünung ist technisches Know-how erforderlich. Die folgenden Ausführungen vermitteln das grundlegende Wissen, um bodengebundene wie auch fassadengebundene Begrünungssysteme erfolgreich zu planen und umzusetzen.

Aufgrund der Vielfalt der Bauweisen sowie der Komplexität der Thematik vermittelt der vorliegende Leitfaden einen Überblick, er ersetzt jedoch keine Fachexpertise. In jedem Fall sind die jeweils gültigen Ö-Normen sowie weiterführende Regelwerke heranzuziehen.

Um Schäden zu vermeiden sind im Vorfeld folgende Faktoren zu beachten:

  • geeignete Begrünungs- und Systemwahl
  • Planung, Errichtung und Pflege durch Fachpersonal
  • intakte Bausubstanz
  • Statik
  • regelmäßige Pflege und Kontrolle

drei Fotos von Schäden durch durchwachsende Kletterpflanzen an nicht geeigneten Begrünungskonstruktionen
(c) Stadt Wien - Umweltschutz (erstes Bild) bzw. GREEN4CITIES

Links: Selbstklimmer (Wilder Wein) auf vorstehender Konstruktion, Schlitze ermöglichen ein Hinterwachsen | © Stadt Wien – Umweltschutz, Mitte: Efeu hinterwächst Fassadenkonstruktion mit Verplattung und sprengt diese ab | © GREEN4CITIES, rechts: stark wachsende Kletterpflanzen wie Blauregen können Metallbauteile beschädigen | © GREEN4CITIES

Im Vorfeld sollte die Fassade auf Aussandungen, Rissbildungen, Abplatzungen und ablösende Anstriche genauestens untersucht werden. Insbesondere bei selbstklimmenden Kletterpflanzen sind diese Schäden zuerst instand zu setzen.

Bautechnische bzw. bauphysikalisch relevante Schäden können auch während der Ausführung einer Begrünung entstehen. Sowohl die Konstruktion der Rankhilfen als auch die Befestigungen (z. B. Dübel in Wärmedämmverbundsystemen) müssen von Fachkräften ordnungsgemäß durchgeführt werden, um die Bausubstanz nicht zu schädigen (Wärmebrücken).

links: dicht wucherndes Gehölz sprengt und verbiegt Befestigungen. 
(c) VfB
rechts: die Haftscheiben reißen Farbe von der Fassade
© GREEN4CITIES

Links: Beschädigung der Kletterhilfe durch starkes Dickenwachstum | © VfB, rechts: optische Schäden durch Haftscheiben von Wildem Wein | © GREEN4CITIES

Vor allem Selbstklimmer sowie tendenziell auch alle Starkschlinger können aufgrund der negativ phototropen Wuchseigenschaft bei nicht fachgerechter Ausführung Schäden am Bauwerk verursachen. Bei allen Arten von Kletterpflanzen ist es daher notwendig die Begrünung durch Sichtkontrollen auf ungewünschten Wuchs zu überprüfen – je nach Art in ein- bis mehrjährigen Intervallen.

Da starkwüchsige Pflanzen auch leicht Regenrinnen, Ablaufrohre oder Dachziegel erreichen können, sind diese besonders auf abgefallenes Laub und umschlingende Triebe zu kontrollieren. Andernfalls kann es besonders bei Starkregenereignissen zu Verklausungen kommen, wodurch die reguläre Dachentwässerung nicht mehr gewährleistet ist, und Folgeschäden auftreten können (Schimmelbefall, Frostschäden).