Leitfaden Fassadenbegrünung Startseite wien.gv.at
  • Seiten
    • Leicht verständliche Sprache
    • Domain Policy
  • Icons
    • Bitte nicht lärmen
    • Blaulicht
  • Templates
    • Parkpickerl
    • Public WLAN

3.3 Wuchsformen und geeignete Rankhilfen

3. Botanische Grundlagen

Foto von Efeu an einer ungeeigneten Rankhilfe aus Drahtseilen
© Stadt Wien – Umweltschutz

Selbstklimmer (Efeu) plagt sich auf der Kletterseilkonstruktion | © Stadt Wien – Umweltschutz

Wuchsformen und dafür benötigte Kletterhilfe

Die folgende Tabelle stellt eine Auswahlhilfe für Kletterkonstruktionen bei bestimmten Wuchsformen dar:

Wuchsform

Anforderungen an die Konstruktion

Geeignete Systeme

Schlinger und Winder

  • senkrechte Ausrichtung bevorzugt
  • Abstand der Senkrechte 30–80 cm
  • Durchmesser 0,4–5 cm
  • Abrutschsicherungen im Abstand 0,5–2 m je nach Schlingverhalten, Pflanzenstärke sowie Oberflächenstruktur des Systems
  • vorteilhaft sind Rundprofile

Seil- und Rohrkonstruktionen, Stäbe

Sprossranker und Blattstielranker

  • gitterförmige Konstruktion bevorzugt
  • Gitterweiten 10–20 cm
  • Durchmesser 0,4–3 cm, artabhängig
  • alle Profilquerschnitte

Scherenformgitter, Stahlmatten, gitterförmige Seilkonstruktionen, Stäbe

Spreizklimmer

  • horizontale Ausrichtung bevorzugt
  • Abstand untereinander ca. 40 cm
  • Gitterweite i. d. R. 30–50 cm

Latten, Stäbe, Seilkonstruktionen

Schlinger

Schlinger und Winder klettern durch ihre schlingenden und windenden Triebe und bevorzugen senkrecht-lineare Kletterhilfen.

Häufig verwendete Schlinger:

  • Blauregen | Wisteria sinensis und floribunda
  • Knöterich | Fallopia aubertii
  • Baumwürger | Celastrus orbiculatus
  • Hopfen | Humulus lupulus
  • Immergrünes Geißblatt | Lonicera henryi
  • Kiwi | Actinidia chinensis

drei Fotos von massiven Begrünungskonstruktionen
(c) FASSADENGRÜN bzw. GREENFORCITIES bzw. VfB

Links: Hopfen| Humulus lupulus | Schlinger | © FASSADENGRÜN, Mitte: Massive Konstruktion für Winder | Schlinger |
© GREEN4CITIES, rechts: Gitterkonstruktion mit Rankseilen | © VfB

Ranker

Die Ranker bilden spezielle Greiforgane (Sprossranken oder Blattstielranken) aus, mit denen sie sich an einer Kletterhilfe hinaufranken und festhalten. Besonders gitterförmige Kletterhilfen sind hierfür sehr gut geeignet.

Hinweis: Die Rankende Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia „inserta“) wird öfters mit dem wilden Mauerwein (Parthenocissus quinquefolia „Engelmannii“) verwechselt, der ein Ranker und Selbstklimmer ist. Auch die Wildart „Parthenocissus quinqefolia“ (ohne Zusatz „Engelmannii“) tendiert in manchen Fällen zur Ausbildung von Haftscheiben, weist allerdings nur ein geringes Haftvermögen an der Wand auf. Dieser Unterschied ist bei der Entscheidung für Rankhilfen zu berücksichtigen!

Häufig verwendete Ranker:

  • Echter Wein | Vitis vinifera
  • Wildreben | Vitis sp.
  • Rankende Jungfernrebe | Parthenocissus quinquefolia „inserta“
  • Waldreben | Clematis sp.

drei Fotos von Spaliersystem und geeigneten Rankpflanzen (Holtspalier, Wildrebe, Waldrebe)
(c) Stadt Wien - Umweltschutz (erstes Bild) bzw. © GREEN4CITIES

Links: Holzspalierkonstruktion | © Stadt Wien – Umweltschutz, Mitte: Traubenfreie Wildrebe | Vitis sp. | Ranker |
© GREEN4CITIES, rechts: Waldrebe | Clematis vitalba | Blattranker | © GREEN4CITIES

Spreizklimmer

Spreizklimmer klammern sich an Latten oder Stäbe und verspreizen sich durch Seitentriebe, Stacheln oder Hakensprossen. Da sie eigentlich keine Kletterpflanzen sind, benötigen sie unbedingt waagrecht angeordnete Stützen.

Häufig verwendete Spreizklimmer:

  • Kletterrosen | Rosa sp.
  • Winterjasmin | Jasminum nudiflorum
  • Feuerdorn | Pyracantha coccinea

drei Fotos von Kletterrose, Winterjasmin und Feuerdorn
© GREEN4CITIES

Links: Kletterrose | Rosa sp. | Spreizklimmer | © GREEN4CITIES, Mitte: Winterjasmin | Jasminum nudiflorum | Spreizklimmer | © GREEN4CITIES, rechts: Feuerdorn | Pyracantha coccinea | Spreizklimmer | © GREEN4CITIES

Spalierobst

Eine andere Form der Begrünung stellt Spalierobst dar. Hierbei werden Obstgehölze mit Kletterhilfen an der Fassade befestigt. Da sowohl die Pflanzung als auch die Erhaltung aufwändig sind, kommen diese Formen vorwiegend in Privatgärten vor. Spalierobst bedarf besonderer Kenntnisse über Schnitt, Binden sowie Entspitzen und ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden.

Je nach Standortbedingungen können zahlreiche Obstsorten zum Einsatz kommen. Besonders geeignet sind:

  • Marillen | Prunus armeniaca
  • Birnen | Pyrus sp.
  • Äpfel | Malus sp.
  • Pfirsiche | Prunus persica
  • Feigen | Ficus sp.
  • Brombeeren | Rubus fruticosus
  • Echter Wein | Vitis vinifera
  • Kiwi | Actinidia sp.

An günstigen Standorten, die Frostschutz und Wärmeabgabe durch das Mauerwerk bieten, lassen sich hohe Erträge erzielen. Die ästhetische Wirkung und der geringe Platzbedarf sprechen zusätzlich für den Einsatz von Spalierobst. Spezialliteratur, wie z. B. GROSSMANN & WACKWITZ (2005): „Spalierobst“, bietet ausführliche Beschreibungen und Methoden zum Anbau und zur Pflege.

drei Fotos von Echtem Wein, Kiwipflanze und einem Apfelspalier
© GREEN4CITIES

Links: Echter Wein | Vitis vinifera | © GREEN4CITIES, Mitte: Kletterpflanze | Kiwi | Actinidia sp. | Wandgarten |
© GREEN4CITIES, rechts: Obstspalier | Apfel | Malus sp. | Wandgarten | © GREEN4CITIES

Pflanzen für fassadengebundene Begrünungen

Je nach Standortbedingungen, persönlichen Wünschen (optische Wirkung, Effekte, Kosten) und dem gewählten Begrünungssystem, gibt es eine große Auswahl an einsetzbaren Pflanzen: Sukkulentenarten, Gräser, Stauden, Kräuter oder Gehölze. Bei der Verwendung mehrerer Pflanzenarten, wie dies bei fassadengebunden Systemen meist der Fall ist, sollten Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen und ähnlichem Konkurrenzverhalten zusammen gepflanzt werden. Dies verspricht eine dauerhaft harmonisierende Pflanzengesellschaft.

Der Einsatz von Kletterpflanzen bei fassadengebundenen Begrünungssystemen muss hinsichtlich Statik, Wuchseigenschaften, physiologischen Anforderungen der Pflanzen und Standortanforderungen gut geplant werden.

Für troggebundene Begrünungen an der Fassade und am Boden gelten ähnliche Bedingungen.

Aufgrund der individuellen Rahmenbedingungen an den Standorten und in Abhängigkeit der Systemlösungen eignen sich unterschiedliche Arten. Die nachfolgenden Pflanzlisten haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bieten aber eine Grundlage bzw. Entscheidungshilfe für die Pflanzenwahl.

Fassade mit Gräsern und anderen Pflanzen in metallischen Trögen.
© GREEN4CITIES
Fassadengebundene Begrünung | Gräser | © GREEN4CITIES

drei Bilder zu Abgrenzungen von Fassadengrün zu Fenstern, Nachbargebäuden oder Rändern bei Feuermauern.
© GREEN4CITIES

Links: fassadengebundene Begrünung | Sukkulente | © GREEN4CITIES, Mitte: fassadengebundene Begrünung | Stauden |
© GREEN4CITIES, rechts: Fassadengebundene Begrünung | Gehölze | © GREEN4CITIES