Energieeffizienz-Programm 2030 Startseite wien.gv.at
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4.1 Ausgangssituation

4. Quantitativer Rahmen bis 2030

Ausgehend von der bisherigen Energieverbrauchsentwicklung Wiens und bestehenden Zielsetzungen wird ein Energieeffizienzziel für das Jahr 2030 gesetzt.

Endenergieverbrauchsentwicklung seit 1990

Der Pro-Kopf-Verbrauch ist im Zeitraum von 1990 bis 2005 von 18.680 Kilowattstunden im Jahr 1990 auf 23.997 Kilowattstunden im Jahr 2005 gestiegen (siehe Abbildung 3). Im Jahr 2023 betrug der Endenergieverbrauch pro Kopf 16.006 Kilowattstunden, was eine Reduktion von rund 33 Prozent gegenüber 2005 bedeutet.

In der SEP-Periode 2006 bis2023 ging der Endenergieverbrauch von 38.750 auf 31.725 Gigawattstunden (minus 18 Prozent) zurück (siehe Abbildung 2).

Abbildung -Endenergieverbrauch nach Sektoren (Quelle: Energiebilanz, Statistik Austria)

Bestehende Zielsetzungen

Übergeordnete Zielsetzungen mit Relevanz für die Steigerung der Energieeffizienz gibt es, wie erwähnt, in der Smart Klima City Strategie Wien (SKCSW), im Wien-Plan, dem Wiener Klimafahrplan sowie durch die Unterzeichnung des Konvents der Bürgermeister (2012 und 2018). Dieser unterstützt in seiner aktuellen Form, dem Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie, die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 (gegenüber 1990).

In der Smart Klima City Strategie Wien sind aktuell Klima- und Energieziele bis 2050 quantifiziert und sie ist auch mit Zwischenzielen für 2030 oder 2040 versehen.

Für die Verbesserung der Energieeffizienz ist vor allem jenes Ziel relevant, das sich auf die Endenergieverbrauchsentwicklung bezieht. Das Ziel des Wiener Klimafahrplans gemäß dem Leitziel der Smart Klima City Strategie Wien (Seite 40) lautet: „Wien senkt seinen lokalen Endenergieverbrauch pro Kopf um 30 Prozent bis 2030 und um 45 Prozent bis 2040 gegenüber dem Basisjahr 2005“.

Neben dem Energieeffizienzziel enthält die SKCSW auch sektorale Ziele für die wichtigsten Bereiche, Mobilität und Gebäude. Abbildung 3 zeigt die energierelevanten Ziele der SKCSW im Überblick.

Sämtliche Ziele haben den Charakter einer politischen Selbstverpflichtung im Sinne einer langfristigen Orientierung, die insbesondere aufzeigen soll, wie die international geforderte Einhaltung der Ziele des Pariser Übereinkommens und die dafür erforderliche drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 erreicht werden kann. Bei der Zielformulierung der SKCSW wurde unterstrichen, dass günstige Rahmenbedingungen auf nationaler und EU-Ebene dafür eine wichtige Rolle spielen und diese Ziele allein mit den Möglichkeiten der Stadt nicht erreicht werden können.

Ziele der Smart Klima City Strategie Wien

Pro-Kopf-Ziel

2030

2040

Energieverbrauch

nein

Über 50 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehungsweise dekarbonisierten Quellen gedeckt

100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehungsweise dekarbonisierten Quellen gedeckt

lokaler Endenergieverbrauch

ja

Minus 30 Prozent gegenüber 2005

Minus 45 Prozent gegenüber 2005

Mobilität

ja

Der Endenergieverbrauch des Verkehrssektors sinkt pro Kopf um 40 Prozent (Ausgangsjahr 2005)

Der Endenergieverbrauch des Verkehrssektors sinkt pro Kopf um 70 Prozent. (Ausgangsjahr 2005)

Gebäude

ja

Der Endenergieverbrauch für Heizen, Kühlen und Warmwasser in Gebäuden sinkt pro Kopf um 20 Prozent (Gegenüber dem Durchschnittswert der Jahre 2005 bis 2010)

Der Endenergieverbrauch für Heizen, Kühlen und Warmwasser in Gebäuden sinkt pro Kopf um 30 Prozent. (Gegenüber dem Durchschnittswert der Jahre 2005 bis 2010)

Lokale Treibhausgas-Emissionen pro Kopf

ja

Wien senkt die lokalen Treibhausgasemissionen pro Kopf bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2005

Wien ist ab 2040 klimaneutral.

Tabelle - Die energierelevanten Ziele der Smart Klima City Strategie Wien (SKCSW 2022)

Der quantitative Rahmen 2005 bis 2030

Basisjahr für die Zielermittlung ist das Jahr 2005. Es ist nicht nur das Basisjahr für das Smart Klima City Strategie Wien-Ziel zum Endenergieverbrauch 2050, sondern ist international nach 1990 auch das einheitliche Basisjahr für Zielsetzungen zu den Treibhausgasen, da in diesem Jahr der Emissionshandel (EU Emission Trading System, ETS) eingeführt wurde und sich die Ziele für ETS und Nicht-ETS auf EU-Ebene auf das Jahr 2005 beziehen.

Im Basisjahr 2005 betrug der Endenergieverbrauch in Wien 39.394 Gigawattstunden, wovon 55 Prozent auf den Gebäudesektor und knapp 38 Prozent auf den Mobilitätssektor entfallen. Die beiden Sektoren machten 2005 zusammen 93 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus.

Indikator

2005

2023

Durchschnitt 2021 bis2023

2030 (gerundet)

Endenergieverbrauch gesamt (GWh)

39.394

31.725

33 849

34 900

Veränderung gegenüber 2005

-19 %

-14 %

-11 %

Bevölkerungsentwicklung

1.641.653

2.005.760

1.915.000

2.079.000

Veränderung gegenüber 2005

+18 %

+17 %

+21 %

Endenergieverbrauch pro Kopf (kWh)

23.997

16.006

17.419

16.800

Veränderung gegenüber 2005

-33 %

-27 %

-30 %

Tabelle - Der qualitative Rahmen von 2005 bis 2030Statistik Austria: Energiebilanz (2023) Bevölkerungsprognose (2023)

Abbildung 3 stellt den quantitativen Rahmen der Entwicklung des Endenergieverbrauchs pro Kopf grafisch dar, ausgeweitet auf den Zeitraum ab 1990. Der Zielwert der Smart Klima City Strategie Wien für 2040 bezieht sich auf den lokalen Endenergieverbrauch pro Kopf, wogegen die Ziele gemäß SEP 2030 auf den gesamten Endenergieverbrauch pro Kopf bezogen, werden. Zur Vereinfachung wurde im SEP 2030 das prozentuelle Ziel mit 30 Prozent Senkung bis 2030 und 45 Prozent Senkung bis 2040 auf den gesamten Endenergieverbrauch pro Kopf angewandt und ein vereinfachter Zielpfad (unter Berücksichtigung der aktuellen Bevölkerungsprognose und der Annahme einer linearen Reduktion des Pro-Kopf-Energieverbrauchs) gelegt. Die reale Entwicklung lag bisher nahezu immer am beziehungsweise unter diesem vereinfachten Zielpfad.

Abbildung - Entwicklung des Pro-Kopf-Endenergieverbrauchs in Wien

Unter Zugrundelegung der aktuellen Bevölkerungsprognose würde der angestrebten Pro-Kopf-Reduktion von 30 Prozent bis 2030 eine absolute Reduktion des Endenergieverbrauchs von 11 Prozent entsprechen (siehe Tabelle 2).

Dabei wird davon ausgegangen, dass der prognostizierte jährliche Anstieg der Bevölkerung den angepeilten jährlichen Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs bis 2030 annähernd kompensiert. Ab 2030 würde der gemäß SKCSW-Ziel um fast 1,5 Prozent pro Jahr sinkende Pro-Kopf-Verbrauch die jährliche Bevölkerungszunahme übertreffen und bis 2040 zu einem Absinken des Endverbrauchs um rund 27 Prozent führen (siehe Abbildung 4).

Abbildung - Bevölkerungsprognose und Endenergieverbrauch-Statistik Austria: Energiebilanz (2023) Bevölkerungsprognose (2023)

Die Grafik zeigt die aktuelle Bevölkerungsprognose und die unterschiedlichen Endenergieziele.