11.1 Inhalt der Charta
„Die Stadt Wien arbeitet daran, den Zugang zu digitalen Gesundheitsdiensten und -informationen auszubauen.“
Digitale Gesundheitsdienste bieten große Chancen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Gesundheit, Leben und Entwicklung zu stärken. Durch Online-Plattformen, digitale Gesundheitsinformationen und telemedizinische Angebote können Kinder und Jugendliche einfacheren Zugang zu wichtigen Gesundheitsdiensten bekommen. Das fördert nicht nur ihr Recht auf Gesundheit, sondern auch ihr Recht auf Information und Teilhabe. Ein wichtiger Vorteil digitaler Gesundheitsdienste ist die schnelle Verfügbarkeit von Unterstützung und Beratung. Kinder und Jugendliche können nicht nur Informationen zu gesunder Ernährung oder mentaler Gesundheit erhalten, sondern auch auf digitale Beratungsangebote zugreifen. Gerade bei sensiblen Themen wie psychischen Belastungen oder Mobbing kann eine anonyme und unkomplizierte Beratung wichtig sein. So bekommen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, selbstbestimmt Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, insbesondere in Bezug auf KI generierte Angebote.
Der Digitale Raum kann jedoch auch negative gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben. So kann frühzeitiger unkontrollierter Gebrauch von Smartphones für die Entwicklung von Kleinkindern erhebliche Auswirkungen haben. Bei Jugendlichen können digitale Anwendungen zu Stress, Schlafstörungen, vermindertem Selbstwertgefühl und erhöhter Anfälligkeit für depressive Verstimmungen führen. Erziehungsberechtigte übernehmen eine zentrale Vorbildrolle: Ihr Umgang mit digitalen Medien prägt das Verhalten ihrer Kinder maßgeblich.
Damit digitale Gesundheitsangebote sicher genutzt werden können, braucht es klare Schutzmechanismen. Gesundheitsdaten von Kindern und Jugendlichen müssen besonders geschützt werden und die Informationen sowie Beratungsdienste sollten altersgerecht und verständlich aufbereitet sein. Selbst- und Fremddiagnosen mithilfe des Internets müssen kritisch hinterfragt werden. Zu beachten sind weiters geschlechtsspezifische Aspekte; so können sich (wie im analogen Raum auch) beispielsweise medizinische Angebote an männlichen Normen orientieren.
Die Stadt Wien fördert das Recht auf Gesundheit – auch im digitalen Raum – durch:
- Bereitstellung von digitalen Gesundheitsinformationen: Die Stadt Wien stellt Informationen zu verschiedenen Gesundheitsthemen bereit wie beispielsweise:
- den Umgang mit Problemen und Druck
- Essstörungen und gesundes Körperbild
- vegane, vegetarische und gesunde Ernährung, gesunder Lebensstil und Sport
- Sucht
- sexuelle Gesundheit
- Neurodivergenz.
- Frühzeitige Aufklärung von Erziehungsberechtigten über gesundheitliche Auswirkungen: Die Stadt Wien sensibilisiert Erziehungsberechtigte zu den gesundheitlichen Auswirkungen von digitalen Angeboten und Diensten auf ihre Kinder.
- Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsleistungen durch digitale Angebote: Der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen kann durch digitale Angebote verbessert werden z.B. durch Online-Terminreservierungssysteme.
- Besonderen Schutz von sensiblen Gesundheitsdaten: Gerade in Bezug auf Gesundheitsdaten ist der Datenschutz essenziell. Diese werden von der Stadt Wien besonders streng geschützt.