Wiener Aktionsplan gegen Rassismus 2025 Startseite wien.gv.at
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1.2 Wiener Aktionsplan gegen Rassismus Relaunched – Prozess und Aktionsplan 2025

1. Wien gegen Rassismus: Entstehungsgeschichte

Im Rahmen eines EU-geförderten ECCAR-Projekts ergriff die Stadt Wien die Gelegenheit, einen Prozess ins Leben zu rufen, um den bestehenden Plan zu aktualisieren, zukunftstauglich zu machen und dadurch ihr Commitment zu erneuern (> Punkt 1.3). Dies geschah auch vor dem Hintergrund des EU-Aktionsplans gegen Rassismus 2020 – 2025 sowie des europäischen, österreichischen und Wiener Antidiskriminierungsrechts.

Im Fokus des Wiener Aktionsplans stehen Maßnahmen, die in den Handlungs- und Zuständigkeitsbereich der Stadt Wien fallen und einen klaren rassismuskritischen Ansatz verfolgen, in Abgrenzung zu primär integrations- bzw. diversitätsbezogenen Maßnahmen.

Für die Stadt Wien als Gebietskörperschaft und angesichts der Größe der Stadtverwaltung ist eine Auseinandersetzung mit strukturellem und institutionellem Rassismus unerlässlich. Unter strukturellem Rassismus wird das gesamtgesellschaftliche Geflecht aus Routinen, Normen, Sprache und stereotypisierenden Annahmen verstanden, das zu systematischer Ausgrenzung und Diskriminierung führt. Beim Begriff institutioneller Rassismus liegt der Fokus auf Organisationen und Institutionen wie z. B. der Verwaltung. Solche Strukturen begünstigen, dass alltägliche Praktiken, die u.a. rassistisch diskriminierend wirken, unreflektiert bleiben.

Bei der Entwicklung und Umsetzung der konkreten Maßnahmen dieses Aktionsplans ist es unerlässlich, einen intersektionalen Ansatz zu verfolgen, d. h. andere Dimensionen von Diskriminierung entlang des Geschlechts/der Geschlechtsidentität, Alters, einer Behinderung, der sozialen Herkunft, der sexuellen Identität usw. mit zu denken. Alle (Ungleichheits-)Dimensionen sind miteinander verflochten. Das Ansinnen dieses Aktionsplanes ist es, alle Dimensionen von Diskriminierung im Blick zu haben und deren Zusammenwirken (Intersektionalität) zu verstehen, Bündnisse zu ermöglichen bzw. zu stärken und vorhandene Konzepte miteinzubeziehen.

Die Arbeit und Aktivitäten von ECCAR und damit Wiens zielen auf die Prävention und Bekämpfung aller Formen rassistischer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit: Antisemitismus, Antiziganismus, Anti-Schwarzer-Rassismus, antimuslimischer Rassismus, antislawischer Rassismus und antiasiatischer Rassismus.

Mit dem Wiener Aktionsplan wird die Lebensrealität von Menschen mit Rassismuserfahrungen anerkannt. Vor dem Hintergrund des weit gefassten Kreises von Betroffenen (siehe vorangegangener Absatz) wird im Aktionsplan die Bezeichnung Betroffene verwendet.

Der Aktionsplan richtet sich als Maßnahme zur Steigerung des sozialen Zusammenhalts an die gesamte Wiener Bevölkerung, in Hinblick auf die angeführten Wirkungsbereiche an die Wiener Politik, Verwaltung und weitere relevante Akteur*innen der Stadt Wien.

Dieses Bekenntnis der Wiener Stadtregierung wurde mit einem Gemeinderatsbeschluss am 22.10.2025 bekräftigt.