7.2 Neue Schwerpunkte
Mit dem neuen Regierungsprogramm 2025 wurden die Fortführung der Wiener Sonnenstrom-Offensive und das 800 MWp-Ziel bis 2030 bekräftigt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird es notwendig sein, neue Maßnahmen und Schwerpunkte zu setzen und das Programm weiterzuentwickeln.
Der Hauptfokus der Wiener Sonnenstrom-Offensive liegt klar auf der Errichtung von PV-Anlagen auf Gebäudeflächen, für die weitere Genehmigungserleichterungen geplant sind. Trotzdem wird es in den nächsten Jahren notwendig sein, mehr PV-Anlagen auf Freiflächen zu errichten, um das ambitionierte Ausbauziel 2030 zu erreichen. Ein neuer Auftrag aus dem Regierungsprogramm ist daher die Erstellung einer PV-Ausbaukarte. Diese soll veranschaulichen, auf welchen Flächen der weitere PV-Ausbau erfolgen soll, die verfügbaren Flächenpotenziale der Gebäudeflächen, vor allem aber auch der versiegelten (zum Beispiel Infrastrukturflächen) und unversiegelten Freiflächen praxistauglich abbilden. Dabei sollen sowohl Netzverfügbarkeit als auch naturschutzrechtliche Kriterien berücksichtigt werden.
Der stadteigene PV-Ausbau wird fortgesetzt und verstärkt. Die ersten und schnell wirksamen Hebel sind bereits genutzt worden wie etwa große Dachflächen auf Schulen oder Amtsgebäuden, weshalb im nächsten Schritt neue, innovative Lösungen gefunden werden müssen. Auch beim stadteigenen Sonnenstrom-Ausbau wird Photovoltaik auf Freiflächen eine deutlich größere Rolle einnehmen als bisher.
Gleichzeitig werden geeignete Maßnahmen und Instrumente entwickelt, um den Ausbau von innovativen und urbanen PV-Lösungen, wie beispielsweise gebäudeintegrierte Anlagen, in Wien zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt hier auf PV-Anlagen mit Doppelnutzen.
Um die Netze beim fortschreitenden Ausbau zu entlasten, liegt der Fokus auf netz- und marktdienlichen Anlagen sowie der Lastverteilung, beispielsweise mittels Stromspeicher. Das Thema Kreislaufwirtschaft, zu dem die Stadt Wien im Oktober 2025 eine eigene Strategie präsentiert hat, wird im Programm einen höheren Stellenwert bekommen.
Blick nach vorne
Der Blick nach vorne ist ein kurzer Blick zurück: Zu Beginn der Wiener Sonnenstrom-Offensive Ende 2020 schien es unter den damaligen Rahmenbedingungen nahezu unmöglich, das Zwischenziel von 250 MWp im Jahr 2025 zu erreichen. Dass dies trotzdem gelungen ist, ist vielen engagierten Mitarbeiter*innen und Abteilungen der Stadt Wien, den Unternehmen und Unternehmungen der Stadt Wien, den Wiener Stadtwerken, den vielen Kooperations-partner*innen und Auftragnehmer*innen sowie allen Wiener*innen, Betrieben, Bauträgern und Institutionen zu verdanken, die aktiv zur Energiewende in Wien beitragen.
In der ersten Programmphase wurden stabile Grundlagen und tragfähige Strukturen geschaffen sowie wesentliche Meilensteine erreicht. Darauf kann die Wiener Sonnenstrom-Offensive in den nächsten Jahren aufbauen und neue Schwerpunkte setzen – denn sie ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Mit jedem Schritt lernen wir dazu, passen uns neuen Gegebenheiten an und entwickeln unsere Maßnahmen weiter. Wir sind gut gestartet und legen jetzt – gemäß dem Motto „Wien hat’s drauf“ – noch eins drauf.