Landtag, 6. Sitzung vom 12.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 7 von 39
fen wurden, dass wir eben diesen Deckel nicht mehr haben und damit eine Verdoppelung der Sprachförderung in den Schulen erreichen können. Auch die autonome Handhabung des Deutschunterrichtes basiert natürlich nicht auf einem Modell aus Wien, sondern ist eine neue Vorgabe seitens des Bundesministeriums.
Ich glaube, man wird gut messen können, wie sehr die Deutschförderung wirkt. Das sehe ich in allen Bereichen auf Grund der Zahlen der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler. Mein klares Ziel ist es, dass wir dort herunterkommen. Die Deutschförderung muss so wirken, dass wir weniger Schulstufenwiederholungen haben, aber auch die Gesamtzahl der außerordentlichen SchülerInnen muss heruntergehen. Außerdem müssen natürlich auch die Übertritte in weiterführende Schulen in einem anderen Maße erfolgen als jetzt teilweise.
Diese Zahlen gibt es auch. Die werden seitens der Bildungsdirektion natürlich erhoben. Wir haben also genaue Zahlen zu den außerordentlichen Schülerinnen und Schülern. Wir haben Zahlen dazu, wie viele davon auch wirklich Sprachförderung und Deutschförderung bekommen. Anhand dessen kann man ziemlich genau ablesen, wie solche Maßnahmen wirken.
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke. - Die 2. Zusatzfrage kommt von Herrn Abg. Zierfuß. - Bitte.
Abg. Harald Zierfuß (ÖVP): Das kam schneller als gedacht. Es ist vielleicht die grundlegende Frage, weil jetzt viele über Deutschförderung reden. Sie haben jetzt gerade schon gesagt, welche Parameter da sind, um zu messen, ob die Deutschförderung funktioniert und effektiv ist.
Ich erinnere mich an den Herbst zurück - obwohl es eigentlich vor ein paar Monaten war, es war dann fast schon Winter -, als Sie gesagt haben, Ihre Deutschfördermaßnahmen wirken. Deswegen gehen die außerordentlichen Schülerzahlen zurück.
In Anbetracht aller Zahlen, die Sie ja schon haben und die ich in Zukunft hoffentlich auch schriftlich bekommen werde: Bleiben Sie bei der Aussage, dass Ihre Deutschförderung wirkt und dass das in den Zahlen messbar ist, oder war es nicht doch eher der Stopp des Familiennachzugs, der dazu geführt hat, dass in Mittelschulen und Polytechnischen Schulen jetzt halt weniger Kinder frisch nach Österreich kommen, die klarerweise nicht Deutsch können?
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Ich bitte um Beantwortung.
Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Ich glaube tatsächlich - das habe ich auch immer gesagt -, dass da natürlich hauptsächlich der Stopp des Familiennachzugs hineingespielt hat. Ich glaube auch, dass in den letzten Jahren schon ein ganz anderes Bewusstsein geschaffen wurde. Natürlich ist es auch eine Tatsache, dass wir in der Deutschförderung massive Nachholbedarfe haben und dass dementsprechend reagiert wurde.
Ich darf daran erinnern: Wir haben heuer zum ersten Mal auch extra Sommerkurse für Schulneulinge gemacht, also wirklich für die, die vor dem Übertritt vom Kindergarten in die Volksschule stehen. Da haben wir gemerkt, dass wir damit erstens nicht nur viele Kinder erreichen, sondern dass das auch gut angenommen wird und anscheinend auch Wirkung zeigt. Ich bin davon überzeugt, es sind viele Puzzlesteine und Bausteine, die einen größer, die anderen kleiner. Ein ganz großer ist natürlich die Familienzusammenführung.
Vielleicht auch weiterführend zu diesen Sommerdeutschkursen: Ich glaube, dass wir mit der verpflichtenden Sommerschule auf der einen Seite natürlich einen großen Hebel in der Hand haben. Auf der anderen Seite werden wir genau diese Sommerdeutschkurse für Schuleinsteiger vom Kindergarten in die Schule aus Wiener Sicht noch einmal massiv ausbauen. Wir werden da auch systemisch noch einmal viel schärfer hinschauen und im nächsten Jahr vor allem die Kinder, die es brauchen, direkt ansprechen können.
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Die 3. Zusatzfrage kommt von der Frau Abg. Malle. - Ich bitte darum.
Abg. Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Guten Morgen, Frau Landesrätin! Das eine sind die Deutschförderkräfte. Es war auch die Frage nach integrativem Unterricht. Das unterstützen wir natürlich total. Das können ja auch LehrerInnen übernehmen, die nicht unbedingt Deutschförderkräfte sind, wenn es Teil des Curriculums an der Uni ist, wie es in manchen Fachdidaktiken ist.
Meine Frage wäre: Was machen Sie abseits der Maßnahmen, die vom Bund kommen, zur Bekämpfung des LehrerInnenmangels in Wien, also wirklich konkret auf Wien bezogen? Was können Sie in Wien machen, um diesen Beruf wieder attraktiver zu machen?
Präsident Ing. Christian Meidlinger: Danke schön. - Ich bitte um Beantwortung.
Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Vielen Dank für die Frage. Ich glaube, ich habe die Frage in diesen Fragestunden schon ein paarmal ausgeführt. Ich habe die Unterlagen leider nicht mit, aber ich werde schauen, dass mir aus dem Gedächtnis alle Maßnahmen einfallen. Da gibt es natürlich einige.
Natürlich waren es auf der einen Seite die Einführung der Schulsekretariate, die wirklich jede Schule bekommen hat, und auf der anderen Seite die Einführung des Wiener Bildungsversprechens, ein Programm, bei dem wir Schulleitungen ganz gezielt in ihrem Tun, in ihrer Wirksamkeit und in ihrem Zusammenwirken von PädagogInnen, Eltern und Lehrern unterstützen. Dadurch sind viele großartige Projekte entstanden und haben durchaus zur Entlastung geführt. Genauso war es ein Projekt wie zum Beispiel die Wiener Bildungschancen, von dem jedes Kind und auch jede Lehrerin und jeder Lehrer profitiert, damit es da zu Verbesserungen kommt.
Ganz grundsätzlich ist natürlich auch das Jobticket zu erwähnen, das viele Lehrerinnen und Lehrer sehr gerne in Anspruch genommen haben und das auch ein Zeichen der Wertschätzung für ihren Beruf ist.
Was sonst noch? Ich muss überlegen. Es wurden zusätzlich zum administrativen Unterstützungspersonal die multiprofessionellen Teams an die Schulen geholt, die in ihrer Multiprofessionalität auch Schulen mit besonderen Herausforderungen wirklich unterstützen und dort wirksam sind. Ebenso sind die School Nurses ein Pilot
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