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Landtag, 37. Sitzung vom 28.01.2015, Wörtliches Protokoll  -  Seite 6 von 22

 

Das heißt, hier werden über 600 Millionen EUR erwirtschaftet. Nachdem auch die letzten Monate, wo die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen, sehr positiv waren, können wir davon ausgehen, dass diese hervorragenden Umsatzzahlen sich noch weiter positiv entwickeln.

 

Das Ganze liegt natürlich, das muss man auch ganz offen sagen, an externen Faktoren und selbst gemachten Erfolgsfaktoren. Die externen Faktoren sind zweifelsohne die, dass der Städtetourismus boomt und Wien davon natürlich profitiert. Aber wir sind nicht die einzige Stadt in Europa. Man könnte auch anderswo hinfahren. Ich denke, es ist schon eine wirkliche Erfolgsgeschichte auch der Arbeit des WienTourismus. Warum ist es mir so wichtig, das entsprechend zu unterstützen? Der Tourismus ist einerseits natürlich ein wichtiger Player in der Wirtschaftssituation, in der Entwicklung des Regionalproduktes bei uns in Wien, aber er hat natürlich auch eine ganz besondere arbeitsmarktpolitische Bedeutung. Nach den letzten Zahlen der Wirtschaftskammer sind es über 85 000 Beschäftigte, die in diesem Bereich tätig sind, eine Steigerung von 1,6 Prozent. Wir wissen, dass das in Zeiten wie diesen natürlich ganz besonders wichtig ist.

 

Ich denke, dass man bei der Gelegenheit auch sagen kann, dass der WienTourismus einen wirklichen Job macht, ganz besonders auch der ganze Bereich des Kongresstourismus. Wir zählen hier zu den Topdestinationen, werden regelmäßig auf Spitzenplätze gewählt. Ganz besonders teuer sind uns die Kongresstouristen, wenn ich das so sagen darf. Zum Vergleich nur eine Zahl: Der durchschnittliche Wien-Besucher/die durchschnittliche Wien-Besucherin gibt 265 EUR am Tag aus, der durchschnittliche Kongressreisende/die Kongresseisende pro Tag im Schnitt 480 EUR. Das ist schon ein dramatischer Unterschied. Insofern ist es besonders wichtig, auch den Kongresstourismus weiter ins Zentrum zu stellen.

 

Insgesamt, um Ihre Frage in einem Satz zu beantworten, ist der Tourismus für die Wirtschaftssituation in Wien meiner Einschätzung nach sehr bedeutend, und ich glaube, ich stehe nicht allein, der Kongresstourismus ganz besonders.

 

Präsident Prof Harry Kopietz: Danke. - Bevor ich die 1. Zusatzfrage aufrufe, darf ich bekannt geben, dass Frau Abg Mag Teiber soeben eingetroffen ist und dem Landtag beiwohnen wird.

 

Wir kommen zur 1. Zusatzfrage, die von Abg Ing Mag Dworak gestellt wird. - Bitte, Herr Abgeordneter.

 

9.25.19

Abg Ing Mag Bernhard Dworak (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Einen schönen guten Morgen, Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin, wie es korrekt heißt!

 

Wir kennen uns sowieso aus den Themen der Tourismuskommission. Keine Frage, Wien geht auf einen Nächtigungsrekord von, sage ich jetzt, 15 Millionen zu, oder wir streben das alle gemeinsam an.

 

Wien ist aber auch eine weltoffene Stadt. Life Ball, Song Contest sind die heurigen großen herausragenden Ereignisse. Sie kennen aber auch die Studie, die sagt, dass man 140 Millionen EUR an den Sonntagen in Wien liegen lässt. Gerade Wien braucht Arbeitsplätze. Gerade Wien ist nicht gesegnet mit, sage ich, ausreichender Dynamik in diesem Bereich.

 

Wie stehen Sie zur Öffnung an Sonntagen in den sogenannten Tourismuszonen? Beziehungsweise wie stehen Sie überhaupt zu den Tourismuszonen?

 

Präsident Prof Harry Kopietz: Frau Stadträtin.

 

LhptmStin Mag Renate Brauner: Herr Abgeordneter!

 

Ich denke, Wien ist zumindest mit genügend Dynamik ausgestattet, um der Wirtschaftsmotor der gesamten Ostregion zu sein und täglich 250 000 Menschen mit Arbeitsplätzen zu versorgen, die nach Wien einpendeln. Ich frage mich, warum 250 000 Menschen überwiegend von Niederösterreich nach Wien kommen, wenn es da so undynamisch ist? (StR Mag Manfred Juraczka: Das werden wir Ihnen erklären!) Offensichtlich sind wir dynamisch genug, um 250 000 Menschen aus dem Umfeld Wiens, im Besonderen, wie gesagt, aus Niederösterreich, mit Arbeitsplätzen zu versorgen. Ich denke, das ist eine Dynamik, mit der wir ganz zufrieden sein können. Aber selbstverständlich, und ich denke, der WienTourismus beweist das, sind wir dahinter, noch mehr zu tun, weiterzuentwickeln, auch entsprechend zusätzliche Initiativen unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zu setzen.

 

Meine Position zu den Fragen der Änderung der Öffnungszeiten kennen Sie. Es ist dies eine Frage der Sozialpartner. Diese haben sich über entsprechende Regelungen zu einigen, wie auch über die Frage einer Tourismuszone, welche Seite der Mariahilfer Straße eine ist und welche nicht. Ist es nur die innere? Ist es nur die äußere? Das ist eine Frage, die hier vorzulegen ist. Die Einigung der Sozialpartner ist jedenfalls Voraussetzung dafür, dass es zu einer Änderung der Regelung kommen kann. Diese Position ist bekannt und daran hat sich auch nichts geändert.

 

An uns ist bisher niemand mit einem entsprechenden Antrag herangetreten.

 

Präsident Prof Harry Kopietz: Die 2. Zusatzfrage stellt Herr Abg Dipl-Ing Margulies. - Bitte, Herr Abgeordneter.

 

9.28.15

Abg Dipl-Ing Martin Margulies (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Vorweg noch eine Bemerkung zu meinem Vorredner: Ich glaube, eine boomende Tourismusmetropole, wie es Wien ist und dies jeden Tag aufs Neue zeigt, macht deutlich, dass es genug Touristen und Touristinnen gibt, die zum Teil wahrscheinlich sogar froh darüber sind, nicht unbedingt am Sonntag auch noch den Kaufzwang wahrnehmen zu müssen, sondern tatsächlich am Sonntag durch den 1. Bezirk schlendern zu können, um die Schönheiten Wiens aufzunehmen.

 

Präsident Prof Harry Kopietz (unterbrechend): Herr Abgeordneter, bitte Ihre Frage.

 

Abg Dipl-Ing Martin Margulies (fortsetzend): Es waren 30 Sekunden, Kollege Vorsitzender. Ich hätte mir gedacht, zwei Minuten habe ich.

 

Jetzt tatsächlich zu meiner Frage, die in Richtung Tourismuswerbung geht: Wien wirbt oft im Ausland auch

 

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