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Gemeinderat, 18. Sitzung vom 23.09.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 113 von 147

 

Sie argumentieren gerne damit, dass ein solches Denkmal islamfeindlich oder fremdenfeindlich wäre. Ich glaube nicht, dass irgendjemand in Österreich, irgendjemand in Wien, auch nicht jemand mit türkischem Migrationshintergrund, sich auf Grund eines solchen Denkmales für Kara Mustafa rechtfertigen muss, aber genauso wenig müssen wir uns für unsere Geschichte entschuldigen oder sie gar verleugnen. Im Gegenteil, wir können sehr stolz auf unsere Geschichte sein. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Aber ich möchte in diesem Zusammenhang nicht nur Kritik äußern, sondern ich möchte, dass wir diese Pattsituation gemeinsam auflösen, dass wir diese 13-jährige Pattstellung auflösen und gemeinsam diese Sache weiterentwickeln und unseren Blick vielleicht auch erweitern. Karl von Lothringen, 1643 in Wien geboren, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Wien damals von der osmanischen Belagerung befreit wurde. Es wäre nur ehrenwert, es wäre nur sinnvoll, wenn man dieses Projekt erweitern würde und ein gemeinsames Gedenken an Jan Sobieski und an Karl von Lothringen auf dem Kahlenberg ermöglichen würde. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Weil es mir tatsächlich nicht darum geht, dass da irgendein Parteistempel drauf ist, sondern darum, dass wir hier diesen geschichtsträchtigen Ort würdigen, ist dieser Antrag auch auf Zuweisung formuliert, sodass jeder seine Vorschläge einbringen kann, sodass wir das diskutieren können, unter Einbindung des Bezirkes, unter Einbindung der Kulturkommission, unter Einbindung natürlich auch der polnischen Vertreter, denn Geschichte gehört keiner Partei. Aber ich denke schon, dass es uns obliegt, gemeinsam die Geschichte vernünftig zu vermitteln. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wenn wir dann vom Kahlenberg die Höhenstraße herunterfahren - ich fahre mit dem Auto, Sie können gerne mit dem Rad oder mit dem 38A herunterfahren; ich glaube, der fährt jetzt auch noch - und nach Grinzing kommen, kommen wir zum nächsten Ort, der vor kurzem für Schlagzeilen gesorgt hat. Da möchte ich noch einmal auf den Jahresbericht zu sprechen kommen. Dort steht geschrieben, dass das Jahresthema im Tourismusbericht Küche, Kultur und Charakter in dieser Stadt ist. Als Döblinger denkt man da natürlich sofort an die Heurigenbetriebe, aber zum Charakter einer Stadt gehören natürlich auch die Menschen, die darin leben, und gerade solche Menschen, die absolut unverwechselbar sind. Damit bin ich bei Richard Lugner. Die Döblinger Bezirksvertretung hat - auch mit den Stimmen der SPÖ und der NEOS - beschlossen, dass Richard Lugner in Grinzing durch die Benennung eines Platzes nach ihm gewürdigt wird. Eigentlich hätte ich nicht gedacht - und ich glaube, niemand von der Bezirksvertretung hätte es gedacht -, dass das noch zu Diskussionen führen würde, aber zur Überraschung von uns allen hat dann die Stadt diesen Beschluss der Bezirksvertretung abgelehnt. Da möchte ich vielleicht ein Zitat vorbringen: "Richard Lugner war ein erfolgreicher Baumeister und Unternehmer […] Mit Richard Lugner ist ein Wiener Original" verstorben. - Von wem könnte dieses Zitat stammen? - Es stammt von Bgm Michael Ludwig. Jetzt frage ich mich schon, wie sich das ausgeht. Sie argumentieren jetzt, dass Sie diese Benennung nicht wollen, weil er angeblich sexistisch und homophob war. Also war jetzt ein Wiener Original, laut Bgm Ludwig, ein sexistischer Homophober? - Ich glaube nicht, und ich halte es für absolut unwürdig, dass Sie dieser Ehrung nicht mehr zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Ich möchte vielleicht noch einmal in Erinnerung rufen - und zu Lebzeiten hat das auch jeder noch so gesehen: Richard Lugner war ein erfolgreicher Unternehmer, er hat Unternehmen aufgebaut, er hat Altbauten saniert, er hat sehr, sehr viele Arbeitsplätze in dieser Stadt geschaffen. Zu seinen Projekten haben auch die Moschee in Floridsdorf und die Sanierung des jüdischen Stadttempels gehört. 1992 hat er von dieser Stadt das silberne Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien erhalten. Also Lugners Lebensleistung ist unbestritten. Also bitte kommen Sie herunter von Ihrem hohen Ross, stimmen Sie unserem Antrag zu, und erweisen Sie Richard Lugner die entsprechende Ehre! - Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Weninger. - Sie sind am Wort.

 

21.17.50

†GRin Katharina Weninger, BA (SPÖ)|: Vielen Dank. - Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrte Frau Vorsitzende!

 

Mein Vorredner hat es am Anfang kurz gestreift, es geht bei dem Tagesordnungspunkt eigentlich um den Tourismusbericht 2025, eine wirkliche Erfolgsgeschichte so wie fast jedes Jahr: jedes Jahr tolle Zahlen, 2025 das beste Tourismusjahr aller Zeiten, 20,1 Millionen Nächtigungen, 1,46 Milliarden Nächtigungsumsatz. Wien wächst nicht nur in diesen Zahlen, sondern, was mich besonders freut, auch in der Qualität des Tourismus, die ja gerade dem Wiener Tourismus sehr am Herzen liegt. Die Hälfte des österreichweiten Nächtigungsplus ist dem Wiener Plus geschuldet. Was ich besonders schön an den Zahlen des Tourismusberichtes oder überhaupt des Tourismus finde, ist, dass es jeden neunten Vollzeitjob in diesem Bereich in Wien gibt, weil diese Jobs nicht einfach ins Ausland abwandern können. Das sind Jobs, die - im Gegensatz zu Jobs in ganz, ganz vielen anderen Tourismusbereichen in diesem Land - Ganzjahresjobs sind, die nicht saisonabhängig sind. Damit ist Wien österreichweit einzigartig. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Eine Zahl, die mich auch jedes Mal wieder sehr freut, ist, dass neun von zehn WienerInnen an den Wiener Tourismus positive Erinnerungen haben oder positiv davon angetan sind. Davon können sich andere Städte ein Stückchen abschneiden.

 

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum Leute in unsere Stadt kommen. Der wichtigste Grund, warum Leute Wien besuchen, ist, weil sie schon einmal da waren. Ich finde, das ist ein wunderschönes Kompliment für unsere Stadt. Ein Fünftel unserer Gäste sind Stammgäste.

 

Es gibt noch einen zweiten riesigen Bereich, der unseren Tourismus ausmacht - und zwar ist das der Kongress- und Tagungstourismus. Wien ist da quasi die Metropole. Wir machen uns jedes Jahr mit Paris und

 

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