Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 55 von 108
GR Roland Guggenberger (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, werte Kolleginnen und Kollegen!
Die Sommermonate in Wien werden insbesondere in dicht bebauten Stadtteilen zunehmend Jahr für Jahr zu einer wachsenden Belastung. Zwischen Betonwänden, engen Innenhöfen und versiegelten Straßen speichert sich die Hitze und viele WienerInnen erleben Tropennächte, in denen ihre Wohnungen kaum noch unter 27, 28 Grad abkühlen. Die Folgen sind Schlafmangel, Kreislaufprobleme, sinkende Leistungsfähigkeit und gesundheitliche Beschwerden - und das besonders bei älteren Menschen und Familien mit kleinen Kindern. Erholsamer Schlaf ist für uns alle essenziell. Wenn er über mehrere Wochen hinweg ausbleibt, dann gefährdet das unsere Gesundheit massiv.
Im vorliegenden Poststück geht es um die Kühlung eines Amtshauses mittels Fernkälte. Es ist klar, ein angenehmes, klimatisiertes Arbeitsumfeld ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Aber wir müssen schon die Frage stellen, warum da ein anderer Maßstab gilt als für die vielen Menschen in den Gemeindebauten. Dort wird Klimatisierung nur in Ausnahmefällen erlaubt, mit Pflegestufe 6. Für alle anderen heißt es: Begrünung genügt.
Genau da entsteht ein Ungleichgewicht, das uns die Stadt erklären muss. Wenn Hitze im Amtshaus als so belastend betrachtet wird, dass man eine technische Kühlung als notwendig betrachtet, warum gilt diese Erkenntnis dann nicht für die Menschen in den aufgeheizten Gemeindebauten? (Beifall bei der FPÖ.)
Hitze macht keinen Unterschied zwischen Arbeitsplätzen und Wohnräumen. Wir wollen kein Entweder-oder. Wir wollen Gleichbehandlung und ein vernünftiges Konzept, das die Lebensrealität der Menschen berücksichtigt. - Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet, die Debatte ist geschlossen, der Berichterstatter hat das Schlusswort.
Berichterstatter GR Thomas Mader: Ich will kurz auf die Post 29 eingehen. Die Kühlung des Amtshauses Rathausstraße 9 mittels Fernkälte ist ein Projekt, das im Zuge des Grundsatzbeschlusses von Investitions- und Klimamaßnahmenprogramm Wiener Amtshäuser schon im September 2023 beschlossen wurde. Nun folgt seine Fortsetzung. Für die Realisierung des Vorhabens wurden im Förderprogramm Investitionen in Beschäftigung und Wachstum, das von 2021 bis 2027 gilt, EU-Förderungen abgeholt. Ich denke mir, dass im gegenständlichen Amtshaus sämtliche Büro-, Aufenthalts- und Veranstaltungsräume mittels Fernwärme gekühlt werden können. Mit dieser Erneuerung der Zwischendecken, die notwendig ist, ist gleichzeitig aber auch die Umstellung der Gangleuchten auf LED geplant, und die einzelnen Kühlgeräte werden mit Fensterkontakten, das heißt beispielsweise Reed-Contact, verbunden. Wenn die Fenster offen sind, schaltet sich die Kühlung ab.
Ich denke, das ist in unser aller Sinn, eine Verbesserung für die Arbeitsbedingungen für die ArbeitnehmerInnen in dieser Stadt zu gewährleisten. Ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Wir kommen nun zur Abstimmung über die Postnummer 29.
Wer dieser Postnummer zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der SPÖ, der NEOS, der GRÜNEN und der ÖVP, womit diese Postnummer mehrstimmig gegen die Stimmen der FPÖ angenommen ist.
Wir kommen zur Postnummer 21 der Tagesordnung, sie betrifft eine Bedeckungsänderung für die außerplanmäßige Überschreitung auf Gruppe 753, Transfers an Sozialversicherungsträgeransatz 5006 Gesundheitsplanung. Ich ersuche die Berichterstatterin, GRin Laschan, die Verhandlung einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Dr. Claudia Laschan: Ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort gemeldet hat sich GR Huemer. - Bitte, Sie sind am Wort.
GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Berichterstatterin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
In den einleitenden Worten der Frau Vorsitzenden konnte man schon erahnen, dass es sich um ein sehr spannendes Poststück handelt. Aber keine Angst, es ist tatsächlich nur ein buchhalterisches Poststück. Ich werde mich dazu auch nicht weiter äußern.
Aber ich nehme dieses Poststück zum Anlass, um über einen Antrag zu sprechen, den ich in diesem Poststück einbringen möchte, weil der Antrag Post 21 von der MA 24 kommt und mein Anliegen dort zu deponieren ist. Und zwar geht es um ein ganz wichtiges Thema, um die Frauengesundheit, um die Wechseljahre. Ein heißes Thema - und ich weiß, wovon ich spreche, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Warum ist mir das Thema Wechseljahre ein so wichtiges Anliegen? - Weil es nach wie vor tabuisiert ist. Weil noch viel zu wenig darüber geredet wird, obwohl es ein ganz natürlicher Prozess ist. Ich beobachte in der Stadt Wien Fortschritte. Immer mehr wird zu dem Thema gemacht. Das ist gut und richtig, wie ich finde, aber es bleibt leider Gottes doch bei einigen punktuellen Maßnahmen.
Ich darf Sie erinnern, wir hatten am 18. Oktober den internationalen Menopause-Tag, der weltweit stattfindet, um Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen. Wir hatten im Herbst eine Menopausekonferenz, ich habe den Folder mitgebracht (Die Rednerin hält eine Broschüre in die Höhe.), das war eine sehr spannende Veranstaltung. Es gibt von Seiten des Wiener Programms für Frauengesundheit auch einen Folder, der heißt "Entspannt durch die Wechseljahre". Wie man aus dem Titel ableiten kann, gibt es dort Tipps für jede Frau, also auf individueller Ebene. Das sind alles für sich gute Sachen. Aber ich finde, es ist zu wenig.
Darum haben meine GRÜNEN-Kolleginnen - tatsächlich mit kleinem i geschrieben - und ich heute einen Antrag für Sie mitgebracht, in dem wir eine Strategie zum Thema Wechseljahre für die Stadt Wien einfordern. Eine Strategie deswegen, weil es, wie gesagt, mit einzelnen Maßnahmen nicht getan ist, weil das Thema sehr umfassend ist und ein Public-Health-Thema, das nicht nur
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