«  1  »

 

Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 35 von 108

 

sogar eine gegenteilige Position von der Meinung der Einheitsparteien einnimmt, wird wahrscheinlich zwangsverpflichtet. Da kommt dann irgendeine NEOS-Tante daher und sagt: Du musst jetzt in diesen kostenlosen Workshop, damit du morgen kein Klimawandelleugner wirst und nicht radikalisiert wirst! Wir erzählen dir die Welt, wie sie uns gefällt! - Das ist NEOS, SPÖ und GRÜNE. Gratuliere! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Dann gibt es da einen Kurs - dazu kann man sich über WIENXTRA auch Materialien bestellen - "Was kostet die Welt? Alles, was du über Geld wissen musst". Da würde ich Sie gerne hinschicken - Sie, Sie und Sie -, damit Sie ein bisschen eine Finanzbildung erfahren. Was WIENXTRA kostet, das wissen wir sehr genau. Und schlägt man das dann auf, liest man auf Seite 19 eine Belehrung zum Thema Mindestsicherung. Da steht - ich zitiere: "Manche Menschen denken, dass man sich mit der Sozialhilfe ein schönes Leben machen kann. Wenn du den Haushaltsplan (siehe links) mit der Mindestsicherung vergleichst, siehst du, dass das definitiv nicht möglich ist. Zudem kann es sein, dass man die Mindestsicherung später zurückzahlen muss, zum Beispiel, wenn man Geld erbt." - Das ist so nah an der Realität! Wir denken da an eine syrische Großfamilie, die insgesamt 6 000 EUR Mindestsicherung kassiert, zuzüglich 3 000 EUR Familienbeihilfe, also auf 9 000 EUR kommt, und deren Kinder lesen dann wahrscheinlich dank WIENXTRA: Aber manche Menschen glauben, dass du mit dem Geld nicht auskommst, du Armer! Und wenn du dann das große Geld erbst, dann musst du vielleicht sogar zurückzahlen! - Also wenn das kein ideologisch getriebenes Blendprojekt ist!

 

Eine Blendgranate nach der anderen, koste es, was es wolle! Wie gesagt, besucht einmal den Kurs, da lernt ihr vielleicht etwas über das Budget, das wir alle blechen müssen. An allen Ecken und Enden fehlt das Geld, für das aber ist Geld da. Mit uns nicht! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zum Wort gemeldet ist Frau Abg. Akcay.

 

12.28.20

GRin Safak Akcay (SPÖ)|: Vielen Dank, Frau Vorsitzende! Werte Kolleginnen und Kollegen!

 

Ja, wir investieren heute in das Wertvollste, das wir haben, meine Damen und Herren, in unsere Kinder und in den Zusammenhalt dieser Stadt - und nicht in Symbole, nicht in Unterschriften, sondern in echte Zukunft. WIENXTRA, meine Damen und Herren, ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner der Stadt Wien, eine Einrichtung, die mit unglaublich viel Engagement und Herzblut arbeitet, die nicht nur nicht ausgrenzt, sondern stärkt, die nicht spaltet, sondern verbindet. Dort lernen Kinder und Jugendliche, wie man Verantwortung übernimmt, wie man Konflikte löst, wie man miteinander wächst. Kurz gesagt, WIENXTRA baut jeden Tag das Wien der Zukunft, ein Wien, das Platz für alle hat, die hier leben.

 

Gerade als Integrationssprecherin, meine Damen und Herren, weiß ich, wie entscheidend genau solche Orte sind, denn Integration passiert nicht in Parolen und nicht in Wahlkampfreden, sondern Integration passiert im Alltag, im direkten Kontakt, im gegenseitigen Vertrauen. Wenn Kinder erleben, dass sie dazugehören, dass ihre Stimme zählt, dann entsteht das, was keine Partei künstlich herstellen kann, nämlich echter Zusammenhalt und echte Zugehörigkeit. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Deswegen, meine Damen und Herren, ist es natürlich enttäuschend, aber nicht gerade überraschend für uns alle, dass die FPÖ diese Förderung abgelehnt hat. Denn immer, wenn es um Bildung, um ein offenes Miteinander, um Chancen für junge Menschen geht, kommt rechts reflexartig das große Nein. Das große Nein zu Wiener Werten, ein großes Nein zur Vielfalt, ein großes Nein zu jeder Zukunft, die unsere Stadt ausmacht. Was sagen wir ganz klar, meine Damen und Herren? - Wir sagen: Wir investieren in Kinder, wir investieren in Perspektiven, wir investieren in das Miteinander - und nicht in Angst, nicht in Vorurteile und nicht in Spaltung.

 

Wir alle kennen die rhetorischen Muster der FPÖ, das pauschale Misstrauen, die ständigen Unterstellungen, das Bild einer angeblichen, drohenden anderen Gruppe, das immer wieder neu gezeichnet wird. Da werden Muslime, da werden Geflüchtete, LGBTIQ-Communitys und, und, und kollektiv abgestempelt, als wären sie ein Problem und nicht Menschen mit Geschichten, Hoffnungen und Talenten. Aber das ist nicht die Realität dieser Stadt, und das wissen Sie auch. Das ist eine politische Erzählung, die Angst verkauft, weil Sie sonst nichts anderes anzubieten haben.

 

WIENXTRA zeigt uns tagtäglich, zeigt uns jeden einzelnen Tag, wie erfolgreiche Integration wirklich aussieht. Kinder verschiedenster Herkunft spielen, lernen und wachsen gemeinsam auf. Sie interessieren sich nicht für die Konflikte, die Erwachsene künstlich schaffen. Für sie zählt nicht, wer wo geboren wurde. Für sie zählt, wer man ist. Die allermeisten Menschen wollen sich integrieren, wollen Teil dieser Gesellschaft sein, wollen ihren Beitrag leisten. Ich weiß, das wollen Sie nicht hören, aber so ist es. Integration kann nicht durch Anschuldigungen gelingen und nicht durch Schlagzeilen. Sie gelingt durch Angebote, sie gelingt uns durch echte Arbeit. Und lassen Sie mich eines sagen: Wer einzelne Verbrechen nimmt und sie bewusst nutzt, um ganze Gruppen zu diffamieren, der führt in meinen Augen keine Sicherheitsdebatte, sondern der betreibt Stimmungsmache auf Kosten von Kindern und Familien. Das ist verantwortungslos und hat in einer ernsthaften Diskussion einfach keinen Platz. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Wir hören ja im Gemeinderat immer wieder, wer denn nicht alles schuld ist. Wir hingegen setzen dort an, wo Veränderung tatsächlich entsteht - bei Bildung, Begegnung und frühzeitiger Unterstützung. Darum investieren wir dort, darum stärken wir diese Strukturen, und darum stehen wir auf gegen Einschüchterung, gegen Misstrauen und gegen jene, die Angst zu einem politischen Werkzeug machen wollen.

 

Wie schon gesagt, meine Damen und Herren, diese Förderung ist keine bloße Ausgabe, sondern sie ist eine Investition in ein Wien, das sich nicht spalten lässt, ein Wien, das sich nicht kleinreden lässt, ein Wien, das stolz auf seine Kinder ist und ihnen etwas zutraut. Wien bleibt die Stadt, die auf die Jugend schaut, die Zukunft baut

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular