Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 31 von 108
Anlagen. Aber wenn man sich anschaut, wie der Trend ist, wenn man sich anschaut, wie die Bedürfnisse nach Bewegung sind, dann hat auch da die Stadt Wien die Verantwortung, mit diesen Vereinen eng zusammenzuarbeiten. Denn das ist schon wichtig, Sport ist etwas für Teambildung, Sport ist eine Gesundheitsprävention, Sport bildet das Selbstbewusstsein und fördert die Klassengemeinschaft. Er ist wirklich ein wichtiges Tool, mit dem man arbeiten muss. Es ist auch wirklich wichtig, dass wir die Sportvereine hier unterstützen.
Es braucht aber nicht nur die Zusammenarbeit mit den Sportvereinen, sondern man muss sich auch ein bisschen überlegen, was die Stadt Wien denn sonst noch im Sportbereich machen kann. Die Sportarena im 2. Bezirk zeigt so richtig, wie sehr die Bedürfnisse da sind und wie schnell die Sportarena ausgebucht war. Jetzt sind es nicht nur die Vereine - und es sind viele Vereine, die nach wie vor Stunden brauchen, in denen sie in Hallen trainieren können, es haben aber leider nicht alle Vereine in der Sportarena Platz. Unabhängig von der Sportarena sieht man immer, wie die Besucheranzahlen steigen. Erst vor kurzem, und da wird mir Herr Kollege Löcker von den GRÜNEN wahrscheinlich recht geben, waren die Qualifikationsspiele des österreichischen Damennationalteams in Basketball für die FIBA - und die waren so gut wie ausverkauft. Deswegen sage ich immer: Man sieht so richtig, bei den Sportbedingungen braucht es wirklich noch Unterstützung. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder gesund bleiben, dann müssen wir auch in den Sport investieren.
Wir haben dann als Platz 4 eben die Handy- und Internetsicherheit. Dieses Thema wird immer größer und wird eine immer größere Herausforderung, denn es geht dabei nicht um die tägliche Diskussion, die wir Eltern mit unseren Kindern über die Handyzeit haben, sondern es geht auch um Cyberkriminalität. Besonders in der 5. Schulstufe ist es wichtig, wie sich sowohl die Kinder als auch die Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen können.
Wir haben heute auch schon gehört, dass es Gewaltprävention braucht. Ja, es gibt das Programm "Respekt: Gemeinsam stärker", und dazu möchte ich auch noch kurz einen Punkt anbringen. Insgesamt haben mittlerweile 30 Schulen dieses Programm durchlaufen, seit September sind es zehn weitere. Das ist gut, aber damit sind es 40. Das sind 40 Schulen von 500. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, brauchen wir noch weitere 50 Jahre, um eine flächendeckende Gewaltprävention an Schulen zu schaffen. Das ist nicht wirklich flott.
Und weil ich auch immer eine sehr große Freundin von Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit bin: Es gibt sehr wohl ein weiteres Programm, nämlich das "UNDER18" des Bundeskriminalamtes. Dieses kostet den Schulbetreibern und der Stadt Wien keinen Cent. Es ist in den Jahren 2018 und 2019 präsentiert worden, es gibt 23 Präventionspolizistinnen und -polizisten. Ich würde mir da wirklich eine vertiefende Zusammenarbeit mit der Stadt und mit den Schulen wünschen, und dass man da nicht immer nur die Augen verschließt.
Abschließend, ja, die Bildungschancen sind ein gutes Projekt, und ja, wir werden es unterstützen. Aber die Bildungschancen haben nicht die Aufgabe, die Verantwortung der Stadt Wien zu übernehmen. Und ein Workshop pro Klasse und Jahr spricht eben die Stadtregierung nicht von der Verantwortung in vielen anderen Bereichen frei - nicht im Bereich der Schulsozialarbeit, nicht im Bereich der Sportförderung, nicht im Bereich der Gewaltprävention und nicht im Bereich der Entlastung von Pädagoginnen und Pädagogen. - Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP und von GR Johann Arsenovic.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank.
Als Nächster zum Wort gemeldet ist Herr Abg. Burian. Ich erteile es ihm.
GR Mag. Lukas Burian (NEOS): Vielen herzlichen Dank. Das ist ja mit dem Mikrofon immer so eine Sache.
Ja, die Wiener Bildungschancen, und das lassen wir uns als Aufschwungskoalition nicht kaputtreden, sind in Wirklichkeit eine einzige Erfolgsgeschichte. (Beifall bei den NEOS.) - Danke schön. - Da könnt ihr so viel motschgern, wie ihr wollt, liebe Kolleginnen und Kollegen, aber das pickt! Die Wiener Bildungschancen sind ein echtes Erfolgsmodell. Was als Idee begann, nämlich Schule gezielt und auch unbürokratisch bei ihrer Arbeit zu unterstützen, ist heute ein zentraler und lebendiger Bestandteil der Wiener Bildungslandschaft.
Und, liebe Sabine Keri, wer 15 Jahre im Bund das Bildungsministerium besetzt und nicht weiß, dass die Lehrer schon Bundessache sind - da bin ich jetzt relativ überrascht (Zwischenruf von GR Harald Zierfuß.), wenn du uns sagst, die Stadt Wien soll mehr Lehrer anschaffen. Was machen wir denn, bitte? - Wir holen die administrativen Unterstützungskräfte, wir haben die multiprofessionellen Teams hierhergebracht. Wir machen alles, um jede einzelne Lehrerin und jeden einzelnen Lehrer in Wien zu unterstützen. Und ihr stellt euch hier her und sagt, wir machen nichts. Das ist ja wirklich eine bodenlose Frechheit. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - Zwischenruf von GR Felix Stadler, BSc, MA.)
Zurück zum Thema. Über die Plattform WIENXTRA können Lehrerinnen und Lehrer rasch und einfach jene Workshops finden, die ihre SchülerInnen stärken, sei es durch soziales Lernen, kreative Projekte, Medienkompetenz und - mir ja ein besonderes Herzensanliegen - die Demokratiebildung und Gewaltprävention. So wird Bildung konkret erlebbar gemacht, ohne Hürden, ohne finanzielle Barrieren.
Es geht aber immer auch darum, dass man natürlich auch die Schülerinnen und Schüler mit an die Hand nimmt und in den Entscheidungsfindungsprozess miteinbezieht. Dieses Programm stärkt also auch wie kaum ein anderes die Unabhängigkeit der Schulen. Nicht wir entscheiden, welche Workshops ausgewählt werden, sondern es wird in den Schulen von den Menschen vor Ort - inklusive der PädagogInnen, der Schulleitungen, der SozialarbeiterInnen und eben auch der SchülerInnen selbst - entschieden. Das zeigt den jungen Menschen schon sehr früh, was Partizipation bedeutet und wie wichtig das für ihren eigenen weiteren Lebensweg ist.
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