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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 29 von 108

 

eine gewisse negative Vorbildrolle eingenommen wird und ihr ganzer Bildungsweg im Kindergarten einfach dazu führt, dass am Ende die Pädagogen nicht gut Deutsch können, die Kinder nicht Deutsch lernen und wir dann die höchsten Zahlen an außerordentlichen Schülern in Wien haben, in vielen Bezirken über 50 Prozent bei der Einschulung.

 

Eine größere Bankrotterklärung, als dass die Kinder nach dem verpflichtenden Kindergarten, die diesen oftmals auch länger als ein Jahr besuchen, nicht einmal genug Deutsch verstehen, um überhaupt benotet werden zu können, gibt es, glaube ich, nicht. Auch das zeigt, wie Rot mit pinker Unterstützung unser Bildungssystem bereits bei den Kleinsten kaputt gemacht hat. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Unser freiheitlicher Vorschlag liegt am Tisch. Was wir bräuchten, sind endlich Sprachstands-Screenings ab dem dritten Lebensjahr, um herauszufinden, in welchen Familien überhaupt nicht Deutsch gesprochen wird, welche Kinder ein wenig Deutsch können, wo es noch Förderung braucht, wo es aber vielleicht auch noch Druck braucht und wenn der Druck nicht erfolgreich ist, das Streichen von Sozialleistungen.

 

Mit Ihrer Politik, den Kindergarten vielleicht ein bisschen zu verlängern, ein paar Millionen Euro an private Vereine zu verschieben, wo Ihre Funktionäre drinsitzen, mit dieser Politik wird sich in Wien nichts verbessern. Deswegen werden wir auch den heutigen Subventionen nicht zustimmen. Der Verein WIENXTRA hat über die letzten zehn Jahre gerechnet übrigens weit über 100 Millionen EUR erhalten - weit über 100 Millionen EUR für einen privaten Verein! Offenbar hat es nichts gebracht, sonst wären die Zahlen nicht so wie sie sind. Was wir bräuchten, wären Verbesserungen in der Struktur, was wir bräuchten sind Sprachstands-Screenings ab dem dritten Lebensjahr, und was wir brauchen, ist ein Wegkommen von Ihrer linken Wegschau- und Laissez-faire-Politik. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Poljak. - Bitte, Herr Gemeinderat, Sie haben das Wort.

 

11.49.37

GR Nikola Poljak, BA, MA (SPÖ)|: Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich habe eigentlich eine Rede vorbereitet, aber jetzt muss ich zuerst ein paar Sachen korrigieren. Zum Vorredner sage ich gar nichts, da habe ich nicht viel Inhalt erkannt. Also Sprachscreenings bei Dreijährigen, ich weiß nicht, welchen Sinn das hat, denn die Sprachentwicklung beginnt erst da. (GR Maximilian Krauss, MA: Das überrascht mich nicht, dass Sie das nicht wissen!) Das ist einmal das Eine.

 

Dann möchte ich den GRÜNEN ein Zitat mitgeben, das ich von einem Geschäftsführer von "Rettet das Kind" vor kurzem gehört habe. Er hat gesagt, im Endeffekt arbeiten wir viel in der Jugendarbeit und auch bei solchen Workshops mit Kindern und Jugendlichen, investieren viel hinein und meistens sehen wir den Output nicht sofort. Das heißt, selbst der Drei-Stunden-Workshop kann einen Effekt haben, also lieber tun, als nicht tun. (Zwischenruf von GR Felix Stadler, BSc, MA.)

 

Zur Schulsozialarbeit - Kollege Zierfuß ist jetzt natürlich nicht da. (Zwischenruf bei der ÖVP: Oh ja, da steht er!) - Aber er hört nicht zu. Zur Schulsozialarbeit, das betrifft nämlich die ÖVP und die GRÜNEN, muss ich zwei Korrekturen von mir geben. Immer zu sagen, das ist nicht genug, das ist nicht gut genug: Ja, Sie haben recht, es ist nie genug Schulsozialarbeit, aber es gab in der letzten Bundesregierung zwei Ankündigungen, und es gab keine einzige Person mehr.

 

Beim ersten Mal haben wir uns gedacht: Wow, was passiert jetzt, wir werden aufgedoppelt, wie viele kommen jetzt? - Gekommen sind null! Und beim zweiten Mal haben wir nur noch gelacht, weil das ein Witz war. (Zwischenruf bei den GRÜNEN: Ist das nur Ländersache?) - Nein, ist es nicht, darüber können wir einmal extra diskutieren. Es ist Länder- und Bundessache, weil es fifty-fifty finanziert wird. Sie können mich gerne korrigieren, aber es ist beim Bundesministerium angesiedelt.

 

So aber nun zum Thema. Zunächst einmal möchte ich Danke sagen zu WIENXTRA und zu diesem phänomenalen Projekt. Ich muss ehrlich sagen, ich war wahnsinnig skeptisch gegenüber dem Projekt, weil ich mir gedacht habe, dass das zu bürokratisch für die Schulen wird. Sie haben es aber so niederschwellig geschafft, das wirklich fast jede Schule das abgeholt hat. Es ist nicht viel Budget übrig geblieben. Ich bin mir sicher, heuer wird es auch aufgebraucht werden, weil der Bedarf einfach da ist. Vielen Dank an WIENXTRA, an die MitarbeiterInnen, dass sie das so schnell aus dem Boden gestampft haben, so ein geiles Programm aufgestellt haben für unsere Kinder. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Nun zu meinem vorbereiteten Text, den (erheitert) muss ich auch noch ablesen. Wenn wir über Wien sprechen, dann sprechen wir über eine vielfältige, eine starke und stolze Stadt, das Herz von Österreich, über die Stadt von arbeitenden Menschen, Familien, Hoffnungen, Träume und dem wichtigsten Punkt, der Jugend, die sich Tag für Tag ihren Platz erkämpft. Wenn wir heute über Jugend sprechen, dann reden wir nicht nur über eine Altersgruppe, wir reden über die Zukunft der Stadt, über jene, die morgen entscheiden werden, wie Wien aussieht, wie wir hier leben und wofür Wien steht.

 

Deshalb braucht unsere Jugend Perspektive, ein Sprungbrett, sie braucht Bildung, und sie braucht diese Workshops. Sie braucht Orte, an denen sie gehört und gesehen wird. Die Wiener Bildungschancen öffnen unsere Schulen dafür, sie öffnen Türen für Kultur, für Demokratiebildung, digitale Kompetenz, Kinder- und Jugendarbeit, kreative Entfaltung und soziale Teilhabe.

 

Was für mich das Wichtigste ist - ich bin ein Favoritner Kind -, im 10. Bezirk haben nicht alle die Ressourcen, sich so etwas leisten zu können, und es ist wahnsinnig wichtig, dass das kostenlos ist. Das heißt, es ist egal, wo ich wohne, es ist egal, wie groß das Einkommen meiner Eltern ist, ich habe die Möglichkeit etwas Neues auszuprobieren, mich zu entfalten und weiterzuentwickeln.

 

Und das ist unsere Pflicht. Ja, das Projekt kostet etwas, aber es wäre wahrscheinlich teurer, das nicht zu tun. Wir als SPÖ sagen klar, wir investieren mit diesem

 

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