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Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 5 von 114

 

Dann kommt man nämlich drauf: Dieser Rückbau hat im Jahr 2019 begonnen und hatte dramatische Auswirkungen in Form eines Rückgangs von minus zwölf beziehungsweise in Wien von minus 14 Prozent der niedergelassenen Versorgungsleistungen trotz steigender Bevölkerungszahlen in unserer Stadt.

 

Daran haben wir, glaube ich, sehr intensiv gearbeitet und haben dagegen gelenkt. Wir haben in der Zwischenzeit eine hervorragende Zusammenarbeit sowohl mit der Österreichischen Gesundheitskasse als auch mit der Ärztekammer zum Ausbau der dezentralen Gesundheitszentren unserer Stadt. Wir haben in der Zwischenzeit schon weit über 65 solcher dezentralen Gesundheitszentren quer durch die Landschaft der unterschiedlichen Behandlungsformen. Das gilt für die Kindermedizin - zu diesem Punkt kommen wir bei der nächsten Anfrage -, das gilt für die Frage der Allgemeinmedizin, das gilt aber auch für spezifische Fachthemen, angefangen bei der Diabetes-Ambulanz und all den Bereichen, die gerade in der Entwicklung sind. Das kennen Sie ja aus der Gesundheitsplattform.

 

Ich glaube also, wir können mit Fug und Recht behaupten: Wir stemmen uns dagegen, dass die Versorgungssituation immer schlechter wird. Das haben wir nachweislich schon getan. Wir spüren bereits in etlichen Bereichen, dass die Versorgungsleistungen besser geworden sind, weil wir mit den dezentralen Gesundheitszentren einen ganz wichtigen neuen Player in der Versorgung unserer Bevölkerung geschaffen haben.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Frau GRin Korosec, bitte.

 

9.14.27

GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Guten Morgen, Herr Stadtrat! Danke für Ihre bisherigen Ausführungen.

 

Ich würde sagen: Das Spitalskonzept in Wien ist eine unendliche Geschichte, denn wir sind da bereits seit mehr als zwanzig Jahren dran. Das war nicht Ihre Verantwortung. An sich war aber einmal geplant, dass 2030 alles abgeschlossen sein wird, jetzt sind wir bereits bei 2040. Sie haben völlig richtig erwähnt, dass Sie bereits im Jahr 2022 völlig richtig gesagt haben, dass das nicht zu halten sein wird auf Grund der Situation, die ja absehbar war.

 

Im Hinblick darauf frage ich mich allerdings: Warum hat man nicht schon 2022 begonnen, entsprechende Veränderungen vorzunehmen. Inzwischen sind schon wieder drei Jahre vergangen, und inflationsbedingt kostet es natürlich mehr, und organisatorisch kostet es auch wieder mehr.

 

So kommt etwa im 3. Bezirk ein Neubau. Sie haben aber jetzt vor, was natürlich notwendig ist, OP-Säle herzurichten und Stationen zu aktivieren und zu verbessern. Das wird dann aber wieder hinfällig sein, und das verursacht Zusatzkosten. Sie werden nun wahrscheinlich sagen, dass das Kaffeesudlesen ist, ich nehme aber an, in irgendeiner Form wird das jetzt schon berechnet werden, welche Zusatzkosten in den nächsten Jahren entstehen können, weil eben der Bau nach hinten gestellt wird. Kann man das in irgendeiner Form abschätzen?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Nein. Die Zusatzkosten durch die Verschiebung könnte man wahrscheinlich mit einer sozusagen high sophisticated Risikoabschätzung theoretisch berechnen. Das bringt uns aber nicht weiter. Faktum ist, wie von Anfang an klar war, dass wir die gesamte Sanierung, die wir in unseren Spitälern vornehmen, bei Vollbetrieb machen. Wir stellen ja nicht neue Spitäler auf die grüne Wiese und übersiedeln, wenn diese fertig sind und reißen die alten Gebäude weg. Vielmehr wissen Sie ganz genau, dass wir diese Transformation bei laufendem Vollbetrieb durchführen. Das ist natürlich doppelt oder dreifach mühsam, doch wir können nicht noch irgendwo ein Spital hinstellen. Die Flächen haben wir nicht, die Anbindung haben wir nicht, die Infrastruktur, die dazu technisch notwendig wäre, haben wir nicht. Das wäre also wirklich ein ziemlich riesiger und am Ende des Tages verlorener Aufwand.

 

Wir führen diese Transformation, wie gesagt, bei laufendem Betrieb durch, und das bedeutet, dass wir innerhalb der Bauphasen auch Zwischenphasen haben. Das zeigt sich in der Detailplanung. Sie kennen diese, denn wir haben das ja präsentiert. Und wenn Sie alle miteinander Lust haben, können wir gerne wieder einmal in einer Zwischenphase im Ausschuss zeigen, wo wir gerade in dieser Transformation stehen. Wir siedeln teilweise Abteilungen ab, die dann in Zwischenbauten untergebracht und in diesen Zwischenbauten zehn Jahre verbleiben werden. Im Lauf dieser zehn Jahre wird in der Zwischenzeit ein neues Gebäude errichtet. Es gibt da teilweise ein richtiges Schachtelsystem wie zum Beispiel in der Klinik Favoriten - und auch in der Klinik Ottakring und auch in der Klinik Hietzing wird das ähnlich sein. Dort haben die Detailplanungen für den Aufbau des langgestreckten Zentralbaus. schon begonnen. Diese Planungsveränderungen finden laufend statt. Wir haben eine eigene Gesellschaft gegründet, die sich mit nichts anderem beschäftigt als mit der laufenden Adaptierung der Planung.

 

Ich habe, wie gesagt, kein Problem damit. Wir haben jetzt Phasen hinter uns, in denen wir uns mit solchen Details nicht im operativen Sinne beschäftigt haben. Wenn es im Ausschuss aber einen Bedarf dafür gibt, bitte ich, die entsprechenden Vorschläge bei meiner Vorsitzenden zu sammeln. Ich habe kein Problem damit, dass wir wieder einen Termin vereinbaren, bei dem der WIGEV die Details der derzeitigen Planungsstände mit Ihnen analysieren kann.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Herr Stadtrat.

 

Damit ist die 1. Anfrage beantwortet.

 

9.18.28

†Amtsf. StR Peter Hacker - Frage|

Die 2. Anfrage (FSP-1382416-2025-KFP/GM) wurde von Frau GRin Schütz gestellt und ist ebenfalls an den Herrn Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport gerichtet. In dieser Anfrage geht es um die Schulärzte an den Wiener Schulen. (Die wachsende Versorgungslücke an Wiener Schulen wird zunehmend zum Problem für das Gesundheitswesen. Derzeit teilen sich in Wien gerade einmal

 

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