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Gemeinderat, 25. Sitzung vom 28.06.2022, Wörtliches Protokoll  -  Seite 18 von 106

 

Es muss viel Geld in den Theaterbereich fließen, und wir haben diesen Bereich erhöhen können: 2018 103 Millionen, 2019 103 Millionen, 2020 109 Millionen und 2021 112 Millionen EUR. Das ist gelebte Kulturpolitik, die einer Kulturhauptstadt würdig ist.

 

Es geht uns darum, den gesamten Theaterbereich in dieser Stadt aufrechtzuerhalten. Wir haben über das Volkstheater gehört, auf das Volkstheater kann ich gerne explizit noch einmal eingehen. Wir sind extrem froh darüber, dass wir so aufgestellt sind, wie wir aufgestellt sind. Herr Kollege Gorlitzer, es ist wunderbar, wir haben da zweierlei: Zum einen ist die Sanierung abgeschlossen, wo wir uns auch wirklich freuen, da mit dem Bund zusammengearbeitet zu haben. Das war eine gute Kooperation über Parteigrenzen hinweg. Es gefällt mir, wenn so etwas einmal funktioniert. Wir haben es geschafft, mittels Kurzarbeit die Jobs während Corona zu retten, was ganz besonders wichtig war. Das Volkstheater hat es geschafft, Corona-sichere Angebote zu liefern, wenn ich nur an den Blackbox-Rundgang denke, und - das ist komplett aus der bisherigen Debatte gefallen, scheinbar gefällt es Ihnen nicht, was dort passiert, das ist Ihre persönliche Meinung - international ist das Volkstheater innerhalb von kürzester Zeit schon zwei Mal mit Preisen ausgezeichnet worden.

 

Es ist das erste Mal, dass wir seit dem Jahr 1970 in Deutschland eingeladen waren und zum einen Samouil Stoyanov den Alfred-Kerr-Darstellerpreis und zum anderen Claudia Bauer den 3sat-Preis erhalten hat. Dazu sollten wir heute eigentlich gratulieren, bevor wir das Volkstheater angreifen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Frau Kollegin Matiasek, ich danke Ihnen, Sie haben die Operette angesprochen, gerade in Wien ein Kulturgut, und das seit Langem, also (erheitert) bevor es uns beide noch in diesem Haus gab. Frau Lotte de Beer aus der Volksoper hat zu Beginn ihrer Periode auch ganz klar gesagt, ich habe es mir herausgeschrieben: Ein Haus, in dem die Operette daheim ist, ist etwas, an dem sie arbeiten möchte. Ich möchte die Dame auch daran messen, weil das auch mir ein Anliegen wäre, und ich freue mich darauf, dass wir in der Volksoper da weitere Akzente sehen werden.

 

Das Theater an der Wien ist seitens der Opposition kritisiert worden. Na, wollen Sie das Theater an der Wien nicht? Ich glaube, es gehört saniert, und ich glaube, es ist der gleiche Zugang wie bei allem, was wir bis jetzt in der Kunst und Kultur hatten: Ja, wir investieren und wir haben die Förderungen in schwierigen Zeiten, in Krisenzeiten dort gelassen, und das ist auch gut so.

 

Eine kurze Replik zur Museumslandschaft: Sie haben angesprochen, Frau Kollegin Sachslehner, dass es in Wien irgendwie nichts gibt. Scheinbar sind Ihnen 330 Museen in Wien zu wenig, das tut mir leid. (GR Mag. Manfred Juraczka: Wenn Sie replizieren, dann hören Sie vorher wenigstens zu!) Sie können das online auf „www.wien.gv.at/ma53/museen/museen.htm“ einsehen.

 

Dort ist die gesamte Auflistung aller Museen, die Vielfalt von Fotografie über Viktor Frankl über Esperanto, das Grillparzer-Haus, Haus der Geschichte, Haus des Meeres, Q-Wien, Rapideum, Volkslied, Wiesenthal-Museum und in Meidling das Zauberkastenmuseum. Frau Kollegin, ich glaube, sowohl in der Theaterlandschaft als auch in der Museumslandschaft gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die wir unterstützen und die wir den Wienerinnen und Wienern zugänglich machen.

 

Das Projekt „Bezirksmuseum Reloaded“ ist auf Schiene, das läuft. Zwei Beispiele: „Vor Schand und Noth gerettet?!“ im 8. Bezirk oder „Im Tröpferlbad“, wo es um Hygienemaßnahmen geht, im 4. Bezirk, da hat man wieder ganz klar Projekte gefördert. Bitte, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Opposition, schauen Sie sich um, gehen Sie in die Einrichtungen, nutzen Sie das Angebot! Dann sehen Sie nämlich diese Vielfalt.

 

Meine Meinung ist, Kunst kann schön sein, Kunst kann interessant sein, Kunst kann toll sein, muss es aber nicht, Kunst kann sogar schiach ein. Kunst muss zum Denken anregen, Kunst muss Räume schaffen, und wenn die Leute selber nachzudenken beginnen, Denkanstöße bekommen und sich austauschen, dann braucht es nämlich keine Despoten mehr, sondern dann leben wir in einer liberalen, in einer freien, in einer demokratischen Gesellschaft, und dazu stehen wir als Stadt Wien. (Beifall bei der SPÖ und von GR Thomas Weber.)

 

Beim Wien Museum Neu ist alles auf Schiene, beim Wien Museum Neu läuft es wunderbar, obwohl die ÖVP das oft hinterfragt hat und oft so nicht wahrhaben wollte. Ich danke der Frau Stadträtin persönlich, dass sie in jeder Sitzung des Gemeinderatsausschusses einen Kurzbericht über den Bauverlauf des Wien Museums Neu gibt. Ich freue mich auf das Pratermuseum, ein komplett neues Projekt, das vor allem in Fragen des Klimaschutzes große Stückerln spielt, aber natürlich auch in der Nutzbarkeit für die Besucherinnen und Besucher.

 

In diesem Sinne möchte ich mich abschließend auch bei Kollegin Anita Zemlyak und der MA 7, beim Büro der Geschäftsgruppe und bei der Geschäftsführung, Geschäftsleitung des Wien Museum vor allem bedanken. Das ist eine großartige Arbeit, die Sie für die Wienerinnen und Wiener machen, das ist großartige Arbeit, die Sie für die großen Bühnen, für die Vielfalt, aber auch für die Grätzln machen. Vielen herzlichen Dank! (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Die Redezeit waren 10 Minuten, fraktionelle Restredezeit sind 14 Minuten. Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Kunrath. Selbstgewählte Redezeit 3 Minuten, fraktionelle Restredezeit wären 13 Minuten.

 

10.51.54

GR Nikolaus Kunrath (GRÜNE)|: Werte Frau Vorsitzende! Liebe Frau Stadträtin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hallo an die Menschen im Livestream!

 

Es ist immer wichtig und mir immer eine Ehre, das meine ich ganz ernst, hier sprechen zu können. Es ist nicht so selbstverständlich und es ist nicht für jeden möglich, und gerade in Zeiten wie diesen sollte man das immer wieder beachten. Ich habe das vor einer Woche schon gesagt: Es hängt oftmals an der Staatsbürgerschaft, dass man hier sprechen kann und genau deswegen ist es auch so wichtig, hier sprechen zu können und genau deswegen finde ich es so wichtig, dass Men

 

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