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Gemeinderat, 21. Sitzung vom 30.03.2022, Wörtliches Protokoll  -  Seite 79 von 94

 

reichend Personal im Bereich der Elementarpädagogik für die Zukunft bereitgestellt wird. In dieser Hinsicht ersuchen wir um sofortige Abstimmung dieses Antrages und laden selbstverständlich alle anderen Fraktionen dazu ein, diesem Antrag zuzustimmen. Danke schön.

 

Vorsitzende GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Zu Wort gemeldet ist Frau GRin Mag. Emmerling. Sie haben das Wort.

 

18.05.19

GRin Mag. Bettina Emmerling, MSc (NEOS)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher!

 

Zu dem folgenden Poststück und zum Bereich Kindergärten: „Es reicht!“ war diese Woche, gestern und auch letzte Woche von tausenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Kindergärten und elementaren Bildungseinrichtungen in ganz Österreich zu hören. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Kindergarten, natürlich auch, wie Sie gesagt haben, Herr Kollege, als Oppositionspolitikerin.

 

Ich habe natürlich viele Kindergärten besucht und ich habe mir immer gedacht, die Voraussetzungen, unter denen da gearbeitet wird, sind teilweise nicht die besten. Die Herausforderungen sind riesengroß, wir kennen sie alle. Wir sprechen von zu großen Gruppen, wir kennen die Wertschätzung, die gewünscht wird und nicht im entsprechenden Ausmaß vorhanden ist, die Rahmenbedingungen, wie sie eigentlich für einen Bildungsbereich, der uns so wichtig ist und den wir als den wichtigsten Bereich in der kindlichen Bildung ansehen, nicht gerecht werden.

 

Seit Jahren habe ich mir auch gedacht, dass es in den Kindergärten eigentlich noch relativ ruhig verläuft. Ich habe mir gedacht, irgendwann wird es passieren, dass auch diese Berufsgruppe auf die Straße geht und demonstriert. Das passiert jetzt auch, und ich kann sie verstehen.

 

Ich kann sie verstehen in allen Forderungen. Ich kann sie verstehen in all ihrem Unmut mit den Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen haben, und mit der politischen Landschaft, so wie sie es auch angesprochen haben, in der sie ein bisschen aufgerieben sind, wo es immer darum geht, was vom Bund kommt, was von den Ländern kommt und wer dafür zuständig ist.

 

Jetzt bin ich aber natürlich trotz allem froh, dass wir in Wien, im Vergleich zu anderen Bundesländern, noch relativ gute Rahmenbedingungen für den Kindergarten vorfinden. Sie wissen, wir haben die wenigsten Schließtage, die längsten Öffnungszeiten und in Summe geben wir rund 1 Prozent des BIP für den Kindergarten aus. Das ist fast 1 Milliarde EUR pro Jahr, so viel wie kein anderes Bundesland.

 

Trotzdem kann man sagen: Ja, es ist eine große Kraftanstrengung, aber es wird zu wenig sein. Der Kindergarten braucht mehr, das müssen wir hier, glaube ich, nicht diskutieren. Diese große Kraftanstrengung, die auch in den letzten Jahren von Seiten Wiens getätigt wurde und die wir natürlich weiterverfolgen, konzentriert sich natürlich stark auf den Ausbau.

 

Ich habe es schon gesagt: Wir haben von den Parametern her auch die besten Betreuungsquoten, was die Bundesländer betrifft, bei den ein- bis dreijährigen, aber auch bei den drei- bis sechsjährigen Kindern. Warum ist es extrem wichtig, dass wir diese Betreuungsquoten so aufrechterhalten und in diesem Maße auch bedienen können? Welches Ziel verfolgt ein Kindergarten?

 

Ich sehe zwei große Ziele. Auf der einen Seite natürlich die frühkindliche Bildung: Für jedes Kind ist es extrem wichtig, dass es schon im frühkindlichen Alter Chancen ergreifen kann, dass es die gleiche Bildung kriegt, dass jedes Kind auch die gleichen Chancen hat und dass es individuell gefördert wird. Auf der anderen Seite ist der Kindergarten natürlich auch ein ganz, ganz wesentlicher Faktor für Eltern und vor allem natürlich für Mütter, die nach ihrer Karenzzeit und nachdem sie ein Kind geboren haben, wieder in ihr Erwerbsleben zurückkommen.

 

Das heißt, in einer großen Breite sicherzustellen, dass Kinder in Wien einen Kindergarten besuchen können, dass ihnen ein Platz angeboten wird, an dem sie sich wohlfühlen, an dem auch frühkindliche Bildung gewährleistet ist, ist einfach enorm wichtig. Was ist der zweite Punkt? Natürlich die Kraftanstrengung, auch die Qualität zu verbessern. Für jedes Kind die beste Bildung, ich habe es gesagt, individuelle Betreuung für jedes Kind, aber natürlich auch für das Kindergartenpersonal Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Beruf mit Freude und Zuversicht ausüben zu können und ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen zu können, also ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das bei der Betreuung und der Förderung von Kindern Freude macht.

 

Herr Kollege, Sie haben es gesagt. Wir sind seit eineinhalb Jahren in dieser Regierung. Sie haben gesagt, die Aufwärmphase wäre auch vorbei. Ich glaube, gerade, was die Qualität und die Qualitätsoffensive betrifft, die wir aus eigener Kraft aus Wien heraus in diesen eineinhalb Jahren gestartet haben, ist nicht ganz nichts.

 

Wenn ich nur daran denke, dass wir die Assistenzkräfte verdoppeln, das betrifft die privaten Kindergärten, wo sie von 20 auf 40 Stunden aufgestockt werden. Die Qualitätsverbesserung, die sich dadurch ab Herbst ergeben wird, wird massiv sein, und die wird auch definitiv in den Kindergärten spürbar sein. Auch die Sprachförderkräfte, die aufgestockt werden: Gerade erst im Herbst sind 50 neue Sprachförderkräfte eingestellt worden und bis 2025 wollen wir das auf 500 Personen aufstocken.

 

Auch diese Förderung, die hier zum Beschluss steht - 14,8 Millionen EUR, die auch in die privaten Kindergärten fließen, weil sie eben durch Corona ihre Herausforderungen hatten -, ist ein Zeichen der Wertschätzung und das klare Bekenntnis dazu, dass wir in unserer Stadt private und städtische Kindergärten gleichermaßen brauchen, dass wir sie fördern und fordern und dass wir jeden einzelnen Kindergarten sowie jede einzelne Kindergartenpädagogin und jeden einzelnen Kindergartenpädagogen in dieser Stadt händeringend brauchen.

 

Zu den Pädagoginnen und Pädagogen: Sie wissen alle, dass wir in diesem Berufsfeld leider einen Personalmangel haben, also einen wirklichen Mangel, der sich

 

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