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Gemeinderat, 15. Sitzung vom 22.11.2011, Wörtliches Protokoll  -  Seite 59 von 110

 

Um den Ausführungen meiner beiden Oppositionsvorredner zum Kapitel Umwelt die richtige Relation der Stadtökologie entgegenzusetzen, darf ich kurz die wichtigsten Parameter dazu in Erinnerung rufen.

 

Mehr als die Hälfte des gesamten Stadtgebietes bieten unterschiedliche Grünraumwidmungen, und das ist auch für die BewohnerInnen der Stadt und die Gäste Wiens in jeder Form als Grünfreiraum erlebbar.

 

Ein gutes Drittel des Stadtgebietes genießt besonderen Flächenschutz, vom geschützten Landschaftsteil über die großen Landschaftsschutzgebiete Prater, Lainzer Tiergarten, Am Wienerberg bis zum Unesco-zertifizierten Biosphärenpark Wienerwald.

 

Das absolute Sahnehäubchen dabei: ein für Millionenstädte wohl einzigartiger Nationalpark, nämlich die längste geschlossene Fluss- und Aulandschaft Mitteleuropas, sprich, unser Nationalpark Donau-Auen.

 

Der Land- und Forstwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien betreibt nicht nur die größte Biolandwirtschaft Österreichs, er hegt und schützt neben den Waldgebieten unserer Stadt auch die Quellschutzwälder für die Wiener Wasserversorgung im steirisch und niederösterreichischen Kalkalpengebiet in einer kongenialen Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Wasserwerke. Und das Ganze auf Flächen, die weit über unser eigentliches Stadtareal hinausgehen.

 

Wir leben, auf dem Punkt gebracht, in einer Stadt, die von der Bevölkerung höchste Sauberkeitswerte attestiert bekommt, täglich unvergleichbar köstliches Hochgebirgsquellwasser trinkt und eine Luft atmet, die sprichwörtlich gut ist und durch die 17 an neuralgischen Plätzen postierten Messstellen der MA 22 rund um die Uhr, 365 Tage hindurch, in Richtung Feinstaub, Stickoxide, bodennahes Ozon, Kohlenmonoxid und andere Schadstoffe kontrolliert wird.

 

Die Entsorgung Wiens funktioniert getreu dem Abfallwirtschaftsplan in Form einer ökologischen Kreislaufwirtschaft und orientiert sich an dem Prinzipien: vermeiden, trennen, verwerten der gesammelten fünf Materialien, recyceln und schlussendlich Verbrennung in drei Müllverbrennungsanlagen mit absolut bester Filtertechnologie und einer Gesamtausstattung, die man schlicht als State of the Art bezeichnen könnte.

 

Die Abfälle der Wiener Haushalte und der Wirtschaftsbetriebe unserer Stadt werden im Gegensatz zu anderen Bundesländern zweimal wöchentlich von der Müllsammlung eingesammelt und dienen bei der thermischen Restmüllverwertung dazu, rund 230 000 Haushalten und Tausenden von Gewerbe- und Industriekunden nicht nur Fernwärme, sondern auch Warmwasser komfortabel in ihre Wohnungen zu bringen.

 

Die Entsorgungsbetriebe Simmering betreiben nicht nur die effizienteste Hauptkläranlage Europas mit Spitzenwerten bei der Reinigung von Stickstoff und Phosphor, sondern auch die einzige Sondermüll- und Klärschlammverbrennungsanlage Österreichs. Und ich bin sicher, die objektiven Daten beweisen nach wie vor, wir bräuchten mindestens zwei derartige weitere Anlagen in Österreich, die mit Wirbelschichtöfen und mit Drehrohr diese bedenklichen Stoffe einer optimalen Verwertung zuführen könnten.

 

Seit wenigen Tagen ist die EBS auch Eigentümer des neuen Wiener Tierkrematoriums, das zusammen mit dem gleichzeitig eröffneten Tierfriedhof allen Tierfreunden Wiens die Möglichkeit gibt, sich von ihren geliebten Vierbeinern in einer würdigen Form zu verabschieden und ihrer auch dauerhaft zu gedenken.

 

Apropos Stichwort Tiere in dieser Stadt: Ich darf zusammen mit den sozialdemokratischen Abgeordneten – ich verzichte hier auf akademische Titel – Valentin, Wutzlhofer, Spitzer, Karner-Kremser, Schubert, Nevrivy, Holzmann sowie den grünen Abgeordneten Maresch und Kickert einen Beschlussantrag zum Thema Masterplan Tierversorgung neu einbringen.

 

„Der Gemeinderat ersucht die zuständige Tierschutzstadträtin, nach Fertigstellung des Masterplans Tierversorgung neu auf Grundlage der Ergebnisse ein Konzept zu erstellen, wie die Stadt Wien ihren gesetzlichen Verpflichtungen zur Versorgung entlaufener, ausgesetzter, zurückgelassener sowie von der Behörde beschlagnahmter oder abgenommener Tiere entsprechend § 30 des Tierschutzgesetztes künftig am besten nachkommen kann."

 

Ausgangspunkt für diese Initiative war das 1. Österreichische Tierheim-Symposium vor genau einem Jahr, um Lösungen für die Weiterentwicklung der traditionellen Tierheime zu modernern, zu anspruchsvollen Tierkompetenzzentren zu suchen. Danach hat die Tierschutzombudsstelle Wien mehrere Arbeitsgruppen zu allen Fragen moderner Tierversorgung, unter Einbindung von diversen Tierschutzorganisationen, auch des Wiener Tierschutzvereins, eingerichtet. Diese Arbeitsgruppen stehen kurz vor Beendigung ihrer Arbeit. Die Ergebnisse werden evaluiert, der Schlussbericht kann in Kürze vorgelegt werden. Daher der gegenständliche Beschlussantrag. In formeller Hinsicht wird die sofortige Abstimmung verlangt.

 

Geschätzte Damen und Herren! Es ist gut 20 Jahre her, dass Wien als erstes Bundesland den couragierten Weg beschritten hat, einen kritischen Blick in seinen Boden zu richten und einen Altlastenkataster erstellt hat, zwischenzeitig seine industriellen und militärischen Altlasten sanierte, kontaminiertes Erdreich ordnungsgemäß entsorgte und beispielsweise auf den Resten der Ziegeleien am südlichen Abhang des Laaer Bergs einen Stadtwald pflanzte, ja dort sogar ein Naherholungsgebiet, nämlich die Löwygrube, schuf.

 

Apropos Nahversorgung und Naherholung: Die sozialdemokratischen Stadtväter der 1970er Jahre hatten gegen den damals heftigen Protest der Österreichischen Volkspartei – sie hat aus diesem Thema heraus freiwillig die Stadtkoalition verlassen und ging in die Opposition – die kongeniale Idee, den absoluten Hochwasserschutz für Wien mit einer künstlichen Insel zu kombinieren. Die aktuelle Landesregierung hat die Donauinsel um diverse Trendsportanlagen, Wasserspielplätze, zeitgemäße

 

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