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Gemeinderat, 32. Sitzung vom 24.09.2003, Wörtliches Protokoll  -  Seite 34 von 63

 

ungerechtfertigte Vorwürfe in Medien zu wehren. Wir ersuchen daher Sie, unserem Protest Stimme und Gehör zu geben. Die erhobenen Mängel sind sicher dazu angetan, sehr selbstkritisch und noch umsichtiger bei Pflegehandlungen vorzugehen. Für unsere Tätigkeit an und mit Menschen ist das Aufzeigen von Mängeln immens wichtig und das Beseitigen derselben oberstes Gebot. So werden wir auch aus dem Bericht der Magistratsabteilung unsere Lehren ziehen." – Dann geht es weiter, zwei Seiten lang. – "Die vielen Darstellungen in den Medien sind einfach nicht richtig und der Artikel der grünen Gesundheitssprecherin Frau Dr Pilz im 'Standard' war der Beginn einer diskriminierenden Hetzkampagne gegen das Geriatriezentrum am Wienerwald und vor allem gegen uns Pflegende. Der von Frau Pilz angeführte Vergleich mit den Hitzetoten in Frankreich und die Mutmaßungen, diese können auch bei uns passieren, war eine unverantwortliche und diskreditierende Darstellung des Pflegepersonals in der Öffentlichkeit. Diese Art des Politikbetreibens auf dem Rücken einer Berufsgruppe und der diesen anvertrauten Patienten verurteilen wir." (GRin Dr Sigrid Pilz: Hätte ich es nicht aufgedeckt, säßen wir nicht hier! Sie hätten es verschwiegen!) - Nicht auf diese Art und Weise, Frau Kollegin Dr Pilz! Nicht auf diese Art und Weise! Eine sachliche Diskussion haben wir nie abgelehnt. Das wissen Sie ganz genau! (Beifall bei der SPÖ. – GRin Dr Sigrid Pilz: Das war ein sachlicher Artikel von mir!)

 

Sie sind Sozialwissenschaftlerin. Das betonen Sie immer wieder, Frau Kollegin Pilz, aber in dieser Diskussion haben Sie sich nicht so benommen. (GRin Dr Sigrid Pilz: Sie wollen alles verschweigen!) Sie wissen ganz genau, was auf Grund dieser Hetzkampagne in den Medien jetzt mit dem Personal draußen passiert! Das wissen Sie! Wenn Sie hinausgehen, werden Sie es auch hören! (Beifall bei der SPÖ.)

 

Hier stehe ich voll hinter meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich weiß, es handelt sich um Schwerstarbeit, 80 Prozent chronisch Bettlägerige, 85 Prozent psychisch Auffällige, bis zu eine Tonne am Tag heben. Das werden Sie schon alles einmal gehört haben. Dennoch arbeiten sehr viele Menschen sehr lange in diesem Bereich. Viele Teams sind hoch motiviert und machen ihre Arbeit sehr professionell. Es gibt viele von den Pflegenden entwickelte und umgesetzte Pflegekonzepte. Auch das haben wir heute schon gehört. Wir müssen diesen Menschen vermitteln, dass wir ihre Arbeit schätzen, dass wir uns in schwierigen Situationen hinter sie stellen und dass wir bereit sind, sachliche Diskussionen für Verbesserungen zu führen.

 

Wir werden wohl auch Pflegekräfte aus dem Ausland arbeiten lassen müssen, wenn wir in Österreich nicht rasch genug Arbeitskräfte für diesen Beruf finden. Hier verhindert insbesondere die restriktive Zuwanderungspolitik der schwarz-blauen Bundesregierung, dass dem aktuellen Personalnotstand nicht entsprochen werden kann. Wir verlangen daher, dass der Wirtschaftsminister die Schlüsselkräfteregelung so gestaltet, dass jemand, der nach dem geltenden Besoldungsrecht der Länder in der Gemeinde auch als Schlüsselkraft akzeptiert wird und dass die Grenze mit 2 016 EUR fallen muss.

 

Vorsitzende GRin Mag Heidemarie Unterreiner (unterbrechend): Frau Gemeinderätin, ich muss Sie leider unterbrechen. Ihre Redezeit ist zu Ende.

 

GRin Anica Matzka-Dojder (fortsetzend): Ich bin schon fertig, Frau Vorsitzende.

 

Ich bringe noch meinen Antrag ein und ersuche anschließend um sofortige Abstimmung.

 

Ich danke allen für ihre Aufmerksamkeit und danke vor allem jenen, die meine Meinung teilen. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Mag Heidemarie Unterreiner: Frau Dr Pilz hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet.

 

Bevor ich ihr das Wort erteile, möchte ich der Ordnung halber kundtun, dass Herr GR Hufnagl nun anwesend ist. Er hat sich um 14.20 Uhr zurückgemeldet. Das sollte man auch öffentlich sagen.

 

Jetzt möchte ich gerne der Frau Dr Pilz das Wort erteilen.

 

GRin Dr Sigrid Pilz (Grüner Klub im Rathaus): Frau Vorsitzende! Meine Damen und Herren!

 

Frau GRin Matzka-Dojder zitiert – ich möchte das für Sie sagen, also bitte ich Sie, mir zuzuhören – aus einem nicht gezeichneten Brief aus dem GZW, der auch mir vorliegt. (GRin Anica Matzka-Dojder: Ich werde nichts mehr dazu sagen, Frau Kollegin!) Sie müssen sich nicht sorgen. In diesem Schreiben wird festgestellt, dass die MA 47 völlig falsch erhoben hat, denn die Menschen, die um 15 Uhr im Bett waren, wollten ins Bett gehen. "Wenn die Patienten den Wunsch nach Bettruhe äußern, kommen wir diesem nach und es ist, was die MA 47 hier erhoben hat, völlig unnachvollziehbar." Vielleicht sollten sie dieses Schreiben auch der MA 47 geben, damit sie weiß, dass das, was sie erhoben hat, gar nicht stimmt. (GR Rudolf Hundstorfer: Die MA 47 hat es!)

 

Der Hinweis, der auf die Frau Kollegin Glawischnig – die hier wie das Amen ins Gebet kommt – und auf mich gemacht wird, bezieht sich auf meinen "Standard"-Beitrag vom 29. August. (GRin Mag Sonja Wehsely: Das haben Sie schon mehrmals erwähnt!) Ich berichtige hier tatsächlich –, auch wenn es Ihnen nicht passt, dass dieser Artikel erschienen ist (GRin Mag Sonja Wehsely: Ich bin sehr stolz auf Sie!) –, dass ich den MA 47-Bericht zitiert habe und meine Schlüsse insofern auf die Hitzetoten von Paris gezogen habe (GR Franz Ekkamp: Sie wissen auch schon das Ergebnis der Untersuchungskommission, habe ich heute gehört!), dass es nämlich so ist, wenn Menschen nicht ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird, wenn Menschen zu wenig mobilisiert werden, wenn Menschen vernachlässigt werden, dann leicht Situationen entstehen können, dass sie in einen lebensbedrohlichen Zustand kippen. (GRin Dr Elisabeth Neck-Schaukowitsch: Das wissen wir alles!) Frau Matzka-Dojder, Sie sollten das eigentlich auch wissen! (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GRin Mag Heidemarie Unterreiner: Als nächste Rednerin ist Frau GRin Cordon gemeldet. Ich

 

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