Wiener Wohnen unterstützt bei drohender Delogierung

Ein neues Service von Wiener Wohnen bietet Unterstützung für Gemeindewohnungsmieterinnen und -mieter in schwierigen persönlichen Lebensumständen.

Leerer Raum

Die städtische Hausverwaltung Wiener Wohnen setzt seit Februar 2017 neue Maßstäbe im Bereich der Wohnungssicherung. Speziell ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bieten vom Wohnungsverlust bedrohten Mieterinnen und Mietern Hilfe zur Selbsthilfe

Immer wieder geraten Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen auch mit ihrer Miete in Zahlungsrückstand. Dabei ist gerade die eigene Wohnung der wichtigste Baustein für soziale Stabilität, den man nicht verlieren sollte. Schon jetzt bietet Wiener Wohnen als größte soziale Hausverwaltung Europas bei Mietrückständen Möglichkeiten der Ratenzahlung an. Auch seitens der Stadt Wien gibt es für Menschen in finanziellen Notlagen zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen. Dennoch ließ sich bisher in rund 900 Fällen pro Jahr - das sind weniger als 0,5 Prozent der Haushalte - eine Delogierung nicht mehr vermeiden. Rund ein Zehntel der Räumungsklagen mündet damit tatsächlich in eine Delogierung.

Die stellvertretende-Direktorin von Wiener Wohnen, Karin Ramser, und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig mit zwei Wiener Wohnen-Mitarbeitern

Die stellvertretende-Direktorin von Wiener Wohnen, Karin Ramser, Uwe Hilfrich, Leiter des neuen sozialen Wohnungssicherungs-Service, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig sowie Sozialarbeiter Bernhard Rubik, Mitarbeiter der neuen Einrichtung (v.l.n.r.)

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Im Rahmen der Delogierungsprävention der Stadt ist es schon bislang gelungen, den drohenden Wohnungsverlust in der Mehrzahl aller Fälle abzuwenden. Mit dem Ausbau der Wohnungssicherung leisten wir einen weiteren maßgeblichen Beitrag dazu. Speziell Bewohnerinnen und Bewohner, die sich aufgrund ihrer Situation einkapseln, sollen damit erreicht und vor dem Verlust ihrer Wohnung bewahrt werden."

Kontaktaufnahme, Beratung und Vernetzung

Ein Team aus ausgebildeten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern geht auf Menschen zu, gegen die bereits eine Räumungsklage wegen offenen Mietschulden eingeleitet wurde. Oft verabsäumen es die Betroffenen aus Angst oder Scham, sich zeitgerecht und selbstständig über Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Durch gezielte Kontaktaufnahme, Beratung und Vernetzung mit Unterstützungseinrichtungen der Stadt Wien sollen den Betroffenen Wege aufgezeigt werden, wie sie den drohenden Wohnungsverlust abwenden können.

Ziel ist, die Mieterinnen und Mieter in die Lage zu versetzen, ihr Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen.

Wohnungssicherung bei psychischen Erkrankungen

Wiener Wohnen wird auch mit Fällen konfrontiert, in denen Mieterinnen und Mieter aufgrund von schweren emotionalen Krisen, psychischen Erkrankungen oder Demenz den Alltag im Gemeindebau nicht mehr eigenständig meistern können. Mitunter geht dies auch mit starken Belastungen für das Wohnumfeld oder in schwerwiegenderen Fällen mit einer Gefährdung der Nachbarinnen und Nachbarn sowie der Betroffenen selbst einher.

Auch hier unterstützt die Soziale Wohnungssicherung von Wiener Wohnen. Sie zeigt gegebenenfalls alternative Wohnungsmöglichkeiten für jene Menschen auf, denen ein eigenständiges Wohnen nicht mehr möglich ist. Konkret soll in solchen Fällen Kontakt zu psychosozialen Angeboten, betreuten Wohnformen oder Pflegeeinrichtungen hergestellt werden. Auch an Angehörige kann mit diesen Angeboten herangetreten werden.

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