Wiener Konjunkturbericht Frühjahr 2017 - 1,7 Prozent Wachstum erwartet

Der aktuelle Wiener Konjunkturbericht Frühjahr 2017 zeigt das freundlichste Bild der Wiener Wirtschaftsentwicklung seit vielen Jahren.

Liniendiagramm zu Unselbstständig Beschäftigte in wissensintensiven Marktdienstleistungen Wien und Österreich 2011 bis 2017

Unselbstständig Beschäftigte in wissensintensiven Marktdienstleistungen

Das WIFO geht für 2017 von einem Zuwachs des Wiener Regionalprodukts von real +1,7 Prozent aus, dem höchsten Wachstum seit neun Jahren. Motor der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2016 war die starke Inlandsnachfrage und hier vor allem der private Konsum. Damit lösten die privaten Ausgaben die öffentliche Nachfrage als Treiber der Konsumentwicklung ab – notwendige Bedingung für jeden selbsttragenden Aufschwung. Das lag zum einen an der Steuerreform, die Anfang 2016 in Kraft trat und die verfügbaren Haushaltseinkommen spürbar stärkte. Zum anderen dürfte aber auch die günstige Beschäftigungslage und eine damit gute Konsumentenstimmung dafür verantwortlich zeichnen.

Für das Jahr 2017 nimmt das WIFO an, dass sich das Wachstum der Wiener Stadtwirtschaft bei anhaltend kräftiger Inlandsnachfrage und positivem Außenbeitrag weiter verstärkt und so in einen robusten konjunkturellen Aufschwung übergeht.

Hohes Wirtschaftswachstum führt zu Entspannung am Wiener Arbeitsmarkt

Das höchste Wirtschaftswachstum seit neun Jahren zeigt auch deutliche Auswirkungen auf den Wiener Arbeitsmarkt: Im gesamten Jahresverlauf 2017 ist erneut eine kräftige Ausweitung der Wiener Beschäftigung abzusehen (+1,6 Prozent), zuletzt war eine derartige Beschäftigungsdynamik im Jahr 2011 zu beobachten. Einmal mehr konzentriert sich das Arbeitsplatzwachstum vor allem auf den Dienstleistungssektor. Nach wie vor wächst die Beschäftigung bei Männern und Ausländerinnen beziehungsweise Ausländern rascher als bei Frauen und Inländerinnen beziehungsweise Inländern.

Seit Jahresende 2016 sinkt die Arbeitslosigkeit in Wien. Bei leicht rückläufiger Dynamik auf der Arbeitskräfteangebotsseite dürfte es 2017 erstmals seit 2008 zu einem (leichten) Rückgang der Arbeitslosenquote in Wien kommen. Nach 13,6 Prozent im Jahr 2016 soll die Arbeitslosenquote 2017 einen Wert von 13,3 Prozent erreichen. Insgesamt bleibt die Situation auf dem Wiener Arbeitsmarkt damit zwar noch stark angespannt, die Entwicklung des Jahres 2017 führt jedoch zu einer gewissen Entlastung. Ob diese über einen längeren Zeitraum anhalten wird, hängt von einigen nur schwer vorhersehbaren Faktoren ab. Nachfrageseitig bilden die noch immer unsichere weltwirtschaftliche Lage und das leicht schwächere Wachstum im Jahr 2018 die größten Risiken für eine nachhaltige Erholung am Wiener Arbeitsmarkt. Angebotsseitig bleibt das weiter steigende Arbeitskräftepotenzial die größte Herausforderung, wobei hier aufgrund zuletzt stark fallender Flüchtlingszahlen eine Entspannung zu erwarten ist.

Demgegenüber ergeben sich aus der Umsetzung des Anfang 2017 überarbeiteten Regierungsprogrammes auf Bundesebene auch weiter positive Effekte für den Wiener Arbeitsmarkt, die im Jahresverlauf laut WIFO zunehmen werden. Die meisten Auswirkungen der Reformen dürften jedoch erst im Jahr 2018 ihre beschäftigungsstützende Wirkung entfalten.

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