IKT-Standort Wien im Vergleich

Der IKT-Sektor ist für den Wirtschaftsstandort Wien von immenser Bedeutung und liegt auch im europäischen Vergleich vorne. Er ist für 24 Prozent der Wertschöpfung in der Stadt verantwortlich, wächst stark und bietet hohe Löhne.

Die kürzlich veröffentlichte Neuauflage der Studie "IKT-Standort Wien im Vergleich" verschafft einen Überblick über die Digitalbranche inklusive Ausbildungs-, Unternehmens- und Forschungslandschaft und vergleicht verschiedene Standorte. Grundlage war unter anderem eine repräsentative Befragung von fast 500 Unternehmen sowie Fokusgruppen und Interviews.

Die Studie zeigt auf, dass sich der IKT-Sektor seit der letzten Untersuchung 2007 kontinuierlich entwickelt und als extrem wichtiger und stabiler Sektor für die Wiener Wirtschaft etabliert hat. So kann man zum IT-nahen Bereich bereits 39 Prozent aller Wiener Unternehmen und 26 Prozent der Beschäftigten Wiens zählen. Der IKT-Sektor ist für 24 Prozent der Wertschöpfung Wiens verantwortlich.

Dabei zeigt der Wiener IKT-Sektor ein deutlich stärkeres Wachstum als die gesamte Privatwirtschaft, sowohl was die Anzahl der Unternehmen, der Beschäftigten in F&E als auch der F&E-Ausgaben betrifft. Die durchschnittlichen Löhne sind im IKT-Bereich um einiges höher als in der gesamten marktorientierten Wirtschaft Wiens.

Deutliche Beschäftigungszuwächse prognostiziert

Die IKT gehören zu jenen Branchen, für die deutliche Beschäftigungszuwächse prognostiziert werden. Bereits jetzt sind Fachkräfte für Datenverarbeitung auf der Liste der Mangelberufe 2017. Vor allem größere Unternehmen berichteten bei der Befragung von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Personal mit Kenntnissen in Programmierung und Softwaretechnik. Mittlerweile ist die Bedeutung der Fachhochschulen für die IT-Fachkräfteausbildung enorm, sie liefern bereits fast so viele Absolventinnen und Absolventen wie die Universitäten.

Frauenanteil weiterhin gering

Der Anteil an Frauen sowohl in den IKT-Unternehmen als auch (etwas weniger) in Forschungseinheiten ist weiterhin gering. Fast 75 Prozent der befragten IKT-Unternehmen setzen keinerlei Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils. Auch die Zahl der weiblichen IKT-Studierenden hat sich über die Jahre hinweg nur marginal erhöht.

Wien im internationalen Vergleich vorne, Standortmarketing und Ausbildung als Herausforderung

Wien nimmt im internationalen Vergleich mit Platz 10 unter 60 Städten im European Digital City Index EDCi einen Platz im Vorderfeld ein. Der Standort ist im Vergleich zu Amsterdam, Dublin, Stockholm oder München, was die Anzahl der IKT-Unternehmen und -beschäftigten betrifft, kleiner, steht aber bei Breitband-, Arbeits- und Bürokosten, Lebensqualität, Forschungsinstitutionen und auch Crowdfunding sehr gut da.

Die Themen Standortmarketing und Ausbildung bleiben Herausforderungen: Laut den Studienautorinnen und -autoren wären stärkere Anstrengungen zur Vermarktung Wiens als IKT-/Technologiestandort wichtig. Zudem muss dem Mangel an qualifizierten Fachkräften durch eine bessere Nutzung des Ausbildungsangebotes - insbesondere durch Frauen - entgegengewirkt werden.

Studie (2018) herunterladen (beinhaltet Executive Summary) - 5 MB PDF

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