Maßnahmen für eine unternehmensfreundliche Verwaltung

Geschäfttsmann vor einem Laptop

Laut einer Umfrage unter Wiener Wirtschaftstreibenden gehört der bürokratischen Aufwand noch immer zu den größten Belastungen im unternehmerischen Alltag. So verwenden zum Beispiel Jungunternehmerinnen und -unternehmer im Schnitt mehr als einen Arbeitstag pro Woche für die Bewältigung administrativer Auflagen.

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien will die Stadt Wien den Abbau des Verwaltungsaufwandes für die Wiener Unternehmen forcieren.

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Vizebürgermeisterin Renate Brauner bei einer Pressekonferenz

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Vizebürgermeisterin Renate Brauner

Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner: "Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten im Umgang mit ihrer Verwaltung, dass ihre Anliegen möglichst rasch, effizient und serviceorientiert behandelt werden. Das gilt insbesondere auch für Wirtschaftstreibende, deren Rahmenbedingungen in einer immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise schwer genug sind. Hier haben wir in den vergangenen Jahren angesetzt und gemeinsam mit der Wiener Wirtschaft an konkreten Lösungen und Verbesserungen gearbeitet."


Plattform "Unternehmensfreundliche Verwaltung"

Um kontinuierlich auf die Erfahrungen von Wirtschaft und Industrie bei Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachungen zurückgreifen zu können, hat die Stadt Wien 2011 eine Plattform für "Unternehmensfreundliche Verwaltung" eingerichtet. In ihr sind Expertinnen und Experten des Wiener Magistrats gemeinsam mit Wirtschaftskammer Wien und der Industriellenvereinigung Wien vertreten.

Seither wird jedes Gesetz nicht nur daraufhin geprüft, ob es auch wirtschaftsverträglich ist. Zudem werden sämtliche Normen auf ihren Deregulierungsbedarf durchforstet.

Neue Zentren für Betriebsanlagengenehmigungen

Ein wichtiges Anliegen vieler Unternehmen ist es, dass die Verfahren bei der Genehmigung von Betriebsanlagen verbessert werden. Seit Dezember 2014 werden die Betriebsanlagenverfahren daher an vier Standorten konzentriert:

Juristinnen und Juristen der Behörde werden dort mit den gewerbetechnischen Sachverständigen Tür an Tür arbeiten. Dies führt zu einer einfacheren und schnelleren Verfahrensabwicklung und effizienteren Beratung. Für Gewerbetreibende und Verwaltung trägt dies zu einer Kosten- und Zeitersparnis bei.

Projektsprechtage für Klein- und Mittelbetriebe

Die Stadt Wien möchte investitionsbereite Unternehmerinnen und Unternehmer in Zukunft noch umfassender beraten. Als Anlaufstelle wurden dabei so gennannte "Projektsprechtage" in den magistratischen Bezirksämtern beziehungsweise in den neuen Zentren für Betriebsanlagengenehmigungen eingerichtet.

Den Gewerbetreibenden werden dabei aus einer Hand alle für die Betriebsgründung oder für die Veränderung des Betriebes notwendigen Informationen angeboten.

Projektsprechtage der Bezirksämter für Klein- und Mittelbetriebe

Weitere Verbesserungen

In den letzten Jahren wurden viele Verbesserungen in Angriff genommen und umgesetzt. Dazu gehören unter anderem:

  • Organisatorische Änderungen in der Baupolizei (MA 37), um Verfahren zu beschleunigen und die Beratungsqualität zu verbessern
  • Einrichtung einer Kompetenzstelle für Brandschutz in der MA 37, um die Verfahrensführung zu vereinfachen und die Planungsqualität zu verbessern
  • Verbesserungen beim magistratsinternen Schulungsprogramm
  • Gewerbe-Online-Verfahren, ausgezeichnet durch den European Public Sector Award
  • Einrichtung einer zentralen Förderabteilung der Wiener Wirtschaftsagentur durch Zusammenlegung mit den früheren Töchtern ZIT und departure

Gemeinsame nächste Schritte

Um weitere Wirtschaftshemmnisse abzubauen, hat sich die Stadt Wien gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien drei weitere Projekte vorgenommen:

Betriebsanlagen-Einreichchecker
Eine wesentliche Fehlerquelle bei der Genehmigung von Betriebsanlagen sind fehlerhafte oder nicht vollständige Anträge. Ein "Einreichchecker" soll die Unternehmen onlinebasiert dabei unterstützen, bereits vor der Antragstellung zu überprüfen, ob diese vollständig und korrekt sind.
Bescheide per E-Mail
Bisher nutzen nur wenige Unternehmen die Möglichkeit der Onlineabwicklung und elektronischen Zustellung, obwohl Verfahren dadurch sowohl beschleunigt als auch kostengünstiger abgewickelt werden können. Hier sollen gemeinsam Verbesserungen erarbeitet werden.
Elektronische Rechnungen
Bei der Stadt Wien langen bislang lediglich rund 20 Prozent der Rechnungen elektronisch ein. Wien hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil elektronischer Rechnungen, im Austausch mit den Geschäftspartnerinnen und -partnern aus der Wirtschaft, sukzessive zu erhöhen.
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