Zweiter Weltkrieg

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Das durch Bomben zur Gänze zerstörte Haus Tegetthoffstraße 1 mit Blick in Richtung Neuer Markt,10. Juli 1945
Art des Ereignisses Krieg
Datum von 1939
Datum bis 1945
Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  9.08.2017 durch WIEN1\lanm08son
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Bildname ZweiterWeltkrieg.jpg
Bildunterschrift  Das durch Bomben zur Gänze zerstörte Haus Tegetthoffstraße 1 mit Blick in Richtung Neuer Markt,10. Juli 1945
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Reiffenstein, FC 437
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Luftkrieg

Von 12. April 1944 bis 28. März 1945 wurden über den Rundfunk 115 Alarme gegeben (Kuckucksruf als Aufforderung zum Aufsuchen von Luftschutzräumen), denen 52 größere Angriffe folgten. Luftschutzübungen und Dachbodenräumungen wurden bereits vor dem Krieg angeordnet (Verdunkelungsübungen ab Jänner 1939; offizielle Aufhebung der Verdunkelungspflicht am 26. Mai 1945), mit dem Bau eines Flak-Rings auf den Höhen rund um Wien (beispielsweise Bisamberg; Luftwaffenhelfer), der Anlage von Löschteichen (auf Plätzen und in Parks), der Aushebung von Luftschutz- und Splittergräben (1944: 176), der Anlage von Fluchtgängen innerhalb von Häuserblocks und die Markierung von Notausstiegen, der Schutzummantelung von Großskulpturen (beispielsweise Denkmäler am Heldenplatz) sowie dem Aufbau eines Luftwarnsystems (Schirachbunker) wurde 1940 begonnen, mit dem Bau von Betonbunkern (auch Hochbunkern) erst 1943 (der Tiefbunker am Friedrich-Schmidt-Platz wurde nach dem Krieg zu einer städtischen Garage umgebaut); Museums- und Archivbestände wurden verlagert.

Die Wirkung der Luftangriffe westlicher Alliierter erreichte ihren Höhepunkt nach deren Landung in Mittelitalien (Bau von Flaktürmen [gleichzeitig Schutzbunker für die Bevölkerung; der Flakturm in der Stiftkaserne bot 15.000 Menschen Platz] und öffentlichen Luftschutzräumen [1944: 339]). Der erste schwere Luftangriff auf Wien erfolgte am 10. September 1944, die größten Schäden in der Innenstadt entstanden am 12. März 1945. Am 14. Juli 1944 wurde das Fotografieren von Luftkriegsschäden verboten.

Der Kampf um Wien 1945 und die Wiederherstellung der demokratischen Verwaltung unter Alliierter Besatzung

Am 2. April 1945 wurde Wien zum Verteidigungsbereich erklärt; Frauen und Kinder sollen die Stadt verlassen. Am selben Tag entsendet die militärische Widerstandsgruppe Carl Szokoll Ferdinand Käs zu den Sowjets. Am 4. April erließ Marschall Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin einen Aufruf "An die Bevölkerung Österreichs"; die sowjetrussischen Truppen erreichten Mödling. Ein geplanter Aufstand der Widerstandsbewegung unter Major Karl Biedermann scheitert mit dessen Verhaftung am 6. April (Hinrichtung mit Alfred Huth und Rudolf Raschke am 8. April am Floridsdorfer Spitz durch öffentliches Erhängen). Am 6. April erreichten die sowjetrussischen Truppen im Zuge eines Umfassungsmanövers die westliche Stadtgrenze, am 8. April den Gürtel, am 9. April teilweise die Ringstraße (Sprengung der Donaukanalbrücken durch die zurückweichenden Schutzstaffel-Truppen in der Nacht zum 10. April, Versuch des Aufbaus einer Verteidigungslinie am Donaukanal, Brände in der Innenstadt).

Am 11. April erließ der sowjetrussische Ortskommandant den "Befehl Nummer 1" zwecks Normalisierung des täglichen Lebens, am 12. April (als am Donaukanal noch gekämpft wurde) trafen sich sozialdemokratische Funktionäre erstmals im Roten Salon des Rathauses und berieten am 13. April über die Wiederherstellung einer zentralen demokratischen Verwaltung (am 14. April erfolgte die Wiedervereinigung der Sozialdemokraten und der Revolutionären Sozialisten zur Sozialistischen Partei Österreichs); am 17. April bestellte Generalmajor Blagodatow Theodor Körner zum provisorischen Bürgermeister (Vizebürgermeister Leopold Kunschak (Österreichische Volkspartei (ÖVP)) und Karl Steinhardt (Kommunistische Partei Österreichs); ebenfalls am 17. April konstituierte sich die ÖVP.

Am 18. April bildete Körner die Stadtregierung. Am 22. April besetzte die Rote Armee die letzten Teile von Floridsdorf.

Verluste und Zerstörungen

Die Luftangriffe der westlichen Alliierten forderten unter der Wiener Zivilbevölkerung 8.769 (außerdem 1.103 "Ortsfremde"), die Bodenkämpfe 2.266 Tote (zusammen 11.035 Tote); 21 Prozent der Häuser Wiens (21.317) wurden zerstört beziehungsweise beschädigt (2,8 Millionen Quadratmeter Dächer zerstört), 36.851 Wohnungen total und 50.024 teilweise zerstört (einschließlich Bodenkämpfe im April 1945; acht Millionen Qudratmeter Glasbruch); schwere Schäden an der städtischen Infrastruktur (3.700 Schadenstellen an Kanälen, Wasser- und Gasleitungen, Zerstörung von 120 Brücken, 587 Straßenbahnwagen [weitere 1539 schwer beschädigt] und 1600 Motorfahrzeugen des städtischen Fuhrparks [teilweise verschleppt]). Die Kriegsschäden wurden nach dem Krieg vom Stadtbauamt im sogenannten Bombenplan aufgenommen.

Kriegsmaßnahmen

Gedenkstätten

Siehe auch:


Quellen

Literatur

Zu Luftkrieg:

  • Leopold Grulich: Bomben auf Wien 1944-1945. Manuskript Wiener Stadt- und Landesarchiv.
  • Othmar Tuider: Die Luftwaffe in Österreich 1938 - 1945. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1985 (Militärhistorische Schriftenreihe, 54).
  • Johann Ulrich: Der Luftkrieg über Österreich 1939 - 1945. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1967 (Militärhistorische Schriftenreihe, 5/6).

Zu Kampf um Wien 1945 (und Wiederherstellung der demokratischen Verwaltung:

  • Auf dem Alsergrund, April 1945. In: Das Heimatmuseum Alsergrund. Mitteilungsblatt des Museumsvereines Alsergrund 102 (1985), S. 11 ff.
  • Felix Czeike: April und Mai 1945 in Wien. Eine Dokumentation. In: Wiener Geschichtsblätter 30 (1975), S. 221 ff.
  • Peter Gosztony: Endkampf an der Donau 1944/45. Wien [u.a.]: Molden 1969, S. 256 ff.
  • Ferdinand Lettmayer [Hg.]: Wien um die Mitte des XX. Jahrhunderts - ein Querschnitt durch Landschaft, Geschichte, soziale und technische Einrichtungen, wirtschaftliche und politische Stellung und durch das kulturelle Leben. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1958, S. 381 f.
  • Manfried Rauchensteiner: Krieg in Österreich 1945. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1970 (Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, 5), S. 107 ff.
  • Bruno Sokoll: Floridsdorf - Erinnerungen aus 1945. In: Wiener Geschichtsblätter 30 (1975), S. 282 ff.
  • Wiedergeburt einer Weltstadt. Wien 1945 - 1965. Wien [u.a.]: Verlag für Jugend und Volk 1965.
  • Wien in Farben. Ein Farbbilderbuch nach Aufnahmen von Robert Löbl. Innsbruck / Wien / München: Tyrolia 1967.