Zweite Wiener Medizinische Schule

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Wiener Medizinische Schule, Zweite. Um 1848 begann unter der Führung des Pathologen Carl von Rokitansky die sogenannte "anatomische Klinik". Die am Krankenbett von Joseph Skoda durch Perkussion und Auskultation ermittelten akustischen Befunde wurden regelmäßig bei der Obduktion verifiziert.

Die Lehre von der Lokalisation der Krankheiten führte zu einer Aufsplitterung der Medizin in Spezialfächer. Moriz Heider begründete die wissenschaftliche Zahnheilkunde, Adam Politzer die Otologie, Ludwig Tuerck und Johann Nepomuk Czermak die Laryngologie, Ferdinand von Hebra die Dermatologie und Theodor Meynert die Psychiatrie, wobei Joseph Hyrtl die makroskopische Anatomie, Carl Wedl die mikrokopische Anatomie und Ernst Wilhelm von Brücke die Physiologie vertraten.

Der Geburtshelfer Ignaz Philipp Semmelweis erkannte als Ursache des Kindbettfiebers die Übertragung einer "putreszierenden Substanz". Nach dem Chirurgen Franz Schuh wurde 1867 Theodor Billroth nach Wien berufen, der durch Narkose und Antiseptik in die Lage versetzt wurde, selbst als Experimentalforscher die Chirurgie in Wien auf den Höhepunkt ihrer Zeit zu bringen.

Literatur

Erste und Zweite Wiener Medizinische Schule:

  • Erna Lesky: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. Wien [u.a.]: Böhlau 1965 (Studien zur Geschichte der Universität Wien, 6)
  • Erna Lesky: Meilensteine der Wiener Medizin. Große Ärzte Österreichs in drei Jahrhunderten. Wien: Maudrich 1981
  • Leopold Schönbauer: Das medizinische Wien. Geschichte, Werden, Würdigung. Wien: Urban & Schwarzenberg 1947
  • Theodor Puschmann: Die Medicin in Wien während der letzten 100 Jahre. Wien: Perles 1884
  • Max Neuburger: Das alte medizinische Wien in zeitgenössischen Schilderungen. Wien: Perles 1921
  • Max Neuburger: Die Wiener Medizinische Schule im Vormärz. Wien: Rikola 1921
  • Helmut Wyklicky: 200 Jahre Allgemeines Krankenhaus Wien. Wien: Jugend & Volk 1984