Zur Weltkugel

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1896
Jahr bis
Andere Bezeichnung Weltkugelhaus
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
1Stephansplatz2
1Stock-im-Eisen-Platz1

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Zur Weltkugel (1, Stephansplatz 2, Stock-im-Eisen-Platz 1; Weltkugelhaus).

Hier stand bis 1893 das barocke Lazanskyhaus, das 1895/1896 demoliert wurde. In der Folge begann eine hitzige Debatte darüber, ob man den Neubau über unverändertem Grundriss oder unter Frontzurücknahme errichten sollte, dass der Blick vom Graben auf den Stephansturm frei würde, oder das Areal unverbaut lassen solle. Andererseits gab es eine Gruppe, die schon vor dem Abbruch des Lazanskyhauses gegen eine Freilegung des Doms angekämpft hatte, weil ein gotischer Dom ihrer Meinung nach räumliche Enge erforderte. Der Neubau wurde Alexander Augustin Wielemans übertragen. Dem Bürgerspitalsfonds als Besitzer des Grundstücks wurde die Arealverkleinerung (von 482 auf 212 m²) mit 270.000 Gulden (aufgebracht durch den Stadterweiterungsfonds und aus Spenden) abgegolten (Gedenktafel).

Nachdem verschiedene Projekte (auch das eines Terrassenhauses) außer Betracht kamen, wurde am 4. März 1896 der Bau eines sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses beschlossen und dieses bis 1897 vollendet. Der Hausname bezog sich auf ein an der Dacheckrundung angebrachtes Globussymbol, das im Zusammenhang mit dem Reisebüro Cook & Son (gegründet 1841 von Thomas Cook [1808-1892]) steht, das im Haus sein Wiener Hauptbüro einrichtete (zuvor ab 1888 im Lazanskyhaus, während des Baus 1, Kärntner Straße 32a).

1922 erwarb die Singer Nähmaschinen AG das Haus (worauf der Globus 1923 entfernt und das Schriftband "Zur Weltkugel" durch die Inschrift "Singer-Haus" ersetzt wurde). Im Zuge einer Renovierung wurde dann 1927 wieder ein Reklameglobus (eine Spezialglaskugel von 2,5 Metern Durchmesser), diesmal mit der Bauchbinde „Singer Wien", angebracht.

Im April 1945 brannte das Haus aus, wurde jedoch bis 1953 wiederhergestellt. 1975 erwarb die Zentralsparkasse und Kommerzialbank Wien AG das Objekt und ließ es durch Johannes Peter gründlich erneuern (einschließlich einer konservierenden Instandsetzung der Fassade mit seinem an die Spätrenaissance anklingenden Freskenschmuck).

Literatur

  • Friedrich Slezak: Das Weltkugelhaus beim Stock im Eisen. In: Wiener Geschichtsblätter 19, S. 157 ff.