Zum goldenen Lamm (1, Graben)

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1684
Jahr bis 1858
Andere Bezeichnung Zum goldenen Lämbl
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Pius Nikolaus von Garelli
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  28.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtGraben20
Innere StadtNaglergasse1

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt293
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Zum goldenen Lamm (1, Graben 20, Naglergasse 1, Teil; Konskriptionsnummer 293).

Das Schank- und Gasthaus "Zum goldenen Lämbl" (dessen Schild 1684 erstmals erwähnt wird) gehörte 1698 Stefan Hierneiss. Die Gastwirtschaft wurde in der Lokalgeschichte durch den sogenannten Lakaientumult (18. August 1703) bekannt.

Ein Teil des Hauses war 1732 im Besitz des Arztes Dr. Pius Nikolaus Garelli (laut Paul Harrer war das Haus allerdings lediglich im Besitz des römisch kaiserlichen Majestätsrat und Leibmedicus Johann Baptist von Garelli, dem Vater des berühmten Pius Nikolaus Garelli). Vor van Swieten hatte kein Arzt am Wienerhof derartige Ehrungen emfangen, wie Pius Nikolaus Garelli. Er starb am 21. Juli 1739. Beide Garelli wurden laut dem Totenbuch der Pfarre Sankt Stephan "in den Gruften" (Katakomben) beigesetzt.

1858 wurde es (mit den beidseitigen Nebenhäusern) demoliert.

Der sogenannte Lakaientumult

Das Lokal wurde hauptsächlich von herrschaftlichen Gesinde, Läufern und Sesselträgern besucht. Unter dieser zusammengewürfelten Gesellschaft war es am 18. August 1703 zu einem Streit gekommen, der in einem Raufexzess ausartete. Die Rumorwache musste einschreiten, wobei der Haupträdelsführer, namens Jakob Bock (in den Quellen als Mohr bezeichnet), verhaftet wurde. Das wollten seine Gesinnungsgenossen nicht dulden und es entbrannte um seine Befreiung ein Kampf in den der Verhaftete selbst eingriff und einen Mann der Wache tötete. Bock gelang es in dem allgemeinen Tumult zu entfliehen. Tief berauscht wurde er am nächsten Morgen neben einer Bretterbude des Grabens aufgelesen, und da er nicht zu wecken war, musste man ihn quer über die Hellebarden legen und ihn so auf die Hauptwache tragen. Noch am gleichen Tag wurde ihm der Prozess gemacht. Darob gerieten seine Anhänger in hellen Aufruhr und die Lakaien, Kutscher, Sesselträger und Heiducken stürmten die Hauptwache und verwüsteten sie. 300 Mann mussten gegen die Aufwiegler aufgeboten werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Jakob Bock wurde am 23. August auf dem Hohen Markt gehenkt.

Literatur

  • Gerhard Robert Walter von Coeckelberghe-Dützele: Curiositäten- und Memorabilien-Lexicon von Wien. Ein belehrendes und unterhaltendes Nachschlag- und Lesebuch in anekdotischer, artistischer, biographischer, geschichtlicher, legendarischer, pittoresker, romantischer und topographischer Beziehung. Wien: [o. V.] 1846. Band 1, S. 502
  • Hormayr: Wiens Geschichte. Band 4, S. 225 f. (Lakaientumult)
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 381
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 92 f.