Zum Klagbaum

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Zum Klagbaum auf der Wieden 1769/1773. Ausschnitt aus dem Huber-Plan.
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1267
Jahr bis 1787
Andere Bezeichnung Siechenhaus, Spital
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  26.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Klagbaum huber.jpg
Bildunterschrift  Zum Klagbaum auf der Wieden 1769/1773. Ausschnitt aus dem Huber-Plan.
Bildquelle WSTLA
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
WiedenWiedner Hauptstraße64-66
WiedenKlagbaumgasse1-4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Derzeit wurden noch keine Konskriptionsnummer zu diesem Bauwerk erfasst!
Aussschnitt aus dem Nagel-Plan (1773).

Zum Klagbaum (Siechenhaus und Spital; 4, Wiedner Hauptstraße 64-66, Klagbaumgasse 1-4]). Das Siechenhaus wurde vom Pfarrer und Arzt Meister Gerhard von Siebenbürgen 1267 in der Nähe des sagenumwobenen „Klagbaums" (eines halbmorschen Baums, aus dessen noch grünender Blätterkrone manchmal Klagelaute erklungen sein sollen, um vor Krieg, Pest oder Hungersnot zu warnen) als Heimstätte für Aussätzige errichtet. Die kleine Kirche „Zum heiligen Job" (Hiob) wurde 1267 fertiggestellt und durch Bischof Peter von Passau eingeweiht. 1290 findet sich die urkundlich Bezeichnung „Matzleinsdorf zu dem Chlagpaum". 1432 wurde das Siechenhaus teilweise demoliert. 1529 brannten Kirche und Siechenhaus ab, wurden jedoch 1581 durch Geldmittel der verwitweten Gräfin Barbara von St. Georgen und Pösing wiederhergestellt, die Kirche „Maria Heimsuchung" geweiht. Nach der teilweisen Zerstörung 1683 übernahm 1686 das Bürgerspital die Kosten des Wiederaufbaus. 1706 wurde das Siechenhaus gemeinsam mit dem Spital zu St. Marx dem Bürgerspital einverleibt. Das Siechenhaus, ein düsteres, ebenerdiges Gebäude mit kleinen Fenstern, wurde durch Joseph II. aufgehoben und 1786/1787 abgebrochen. Die mit ihrer Seitenfront zur Wiedner Hauptstraße stehende Kirche war unansehnlich und besaß ein kleines Glockentürmchen. In frühchristlicher Zeit nannte man das Kreuz mit dem Gekreuzigten und den weinenden Frauen darunter „Klagbaum"; siehe Klagbaumgasse.


Literatur

  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 264 ff.
  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 1: Wien. Wien: Hollinek 1955, S. 58 f.
  • Gustav Gugitz: Die Sagen und Legenden der Stadt Wien. Wien: Hollinek 1952 (Österreichische Heimat, 17), S. 73
  • Holczabek-Winter: Sagen und geschichtliche Erzählungen der Stadt Wien. 1914, S. 20 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1895]). Cosenza: Brenner 1967, Band 3 , S. 199 ff.
  • Blümel: Wiener Vorstädte. C 1886, S. 20 f.
  • Carl Hofbauer: Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der Vorstädte Wiens. Wien: Gorischek 1864, S. 179 ff., 413
  • Karl Weiß: Geschichte der öffentlichen Anstalten ... für die Armenversorgung in Wien. 1867, S. 13 f., 93, 248 f.
  • Elisabeth Schuster: Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen. Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich 1989-1994 (Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B), S. 382
  • Ferdinand Opll: Erstnennung von Siedlungsnamen im Wiener Raum. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1981 (Kommentare zum Historischen Atlas von Wien, 2), S. 38
  • Gerhard Robert Walter von Coeckelberghe-Dützele: Curiositäten- und Memorabilien-Lexicon von Wien. Ein belehrendes und unterhaltendes Nachschlag- und Lesebuch in anekdotischer, artistischer, biographischer, geschichtlicher, legendarischer, pittoresker, romantischer und topographischer Beziehung. Wien: [o. V.] 1846, Band 2, S. 106 ff.
  • Penzinger Museumsblätter. Wien: Museumsverein Penzing. Band 1/1963 , Heft 15-16/1967, S. 255
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 110