Zum Kühfuß

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"Milchweib", Kupferstich 1775
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1468
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Milchmarkt
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Friedrich Hebbel
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  7.06.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Milchweib.jpg
Bildunterschrift  "Milchweib", Kupferstich 1775
Bildquelle Der Kaufruf in Wien. 40 Wiener Typen nach dem Kupferstichwerk aus dem Jahre 1775
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Brandstätte9
1Kühfußgasse2
1Tuchlauben10

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt60117951821
Stadt57517701795
Stadt56118211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Zum Kühfuß (1, Tuchlauben 10, Brandstätte 9, Kühfußgasse 2; Konskriptionsnummer 561).

Hier standen ursprünglich zwei Häuser:

Haus A

Die erste Erwähnung dieses Hauses stammt aus dem Jahr 1468. Bei diesem Haus (Stadt 148 beziehungsweise 146 in den Hofquartierbüchern von 1566 beziehungsweise 1587) scheint erstmals 1587 das Schild "beim Khüefuß" auf. Der Name könnte sich vom nahe gelegenen Milchgässchen und dem dortigen Milchmarkt ableiten, da hier viele Kühe untergebracht waren. Sicher ist, dass er nicht von der im 14. und 15. Jahrhundert nachweisbaren Bürgerfamilie Kühfußer (Stefan, Fleischhacker, Ratsherr 1455, 1457; Philipp, Ratsherr 1425, 1428) abzuleiten ist, da diese nicht in der Liste der Hausbesitzer aufscheint.

1609 kauft der kaiserliche Diener und Rat des Erzherzogs Maximilian, Elias Bayer, das Haus. Er wird zu den bedeutendsten Kaufleuten jener Zeit gezählt, die gemeinsam eine nicht zu unterschätzende Macht darstellten. 1663 wird ein zum Haus gehörendes "Stökhl" an den Handelsmann und äußeren Rat Peter Krafft (Khrappf; siehe Haus B) verkauft. Am 28. September 1713 kauft der kaiserliche Hofagent und bischöfliche Secretarius Norbert Franz Haymerle das Haus, das er 1727 mit dem angrenzenden (Konskriptionsnummer 149 von 1566) besitzrechtlich vereint.

Haus B

Dieses Haus wird erstmals 1438 urkundlich erwähnt. 1505 fällt es unter anderem wegen Baufälligkeit an die Stadt, die es 1513 wieder verkauft. 1663 kommt es in den Besitz des Handelsmannes und äußeren Rates Peter Krafft (Khrappf; siehe Haus A). Am 27. November 1727 wird es an Maximilian Dominik Haymerle verkauft und mit Haus A besitzrechtlich vereint.

Zu dieser Zeit befindet sich im Haus ein renomiertes Bierlokal mit dem Schildnamen "Zum Kühfuß" (1904 ins Haus 1, Naglergasse 1 verlegt), das bereits auf Salomon Kleiners Stich von 1733 erkennbar ist. Auf einer Steintafel stand die Inschrift "O Mensch, thue Büß / denn hier ist der Kühfuß".

Umbau 1749

1749 werden beide Häuser zu einem verbaut, wobei die alte Gastwirtschaft erhalten bleibt. Darüberhinaus befand sich die Weinhandlung von Stefan Ferrich, Ritter von Ferrenhain, der auch ein Gastlokal angeschlossen war, im Gebäude.

1904 wird das Haus demoliert.

Neubau 1904

1904-1906 wird der noch bestehende Neubau errichtet. Die an den Tuchlauben liegende Schmalseite schmückt ein Relief, das sich in der Mitte oberhalb des zweiten Stockes befindet und eine Mutter Gottes mit zum Gebet gefaltenen Händen zeigt und von einem Laubkranz umrahmt wird. Statt der alten Gastwirtschaft eröffnet im Paterre des Neubaus das noch heute hier bestehende Café Korb.

1911 kauft die "Kaiser Franz Joseph Jubiläums Renten Versicherungsanstalt" das Haus, das sie am 1. Februar 1918 der "ersten allgemeinen Unfall- und Schadenversicherungsgesellschaft" verkauft.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

vor 1904

  • Bierlokal "Zum Kühfuß"
  • Weinhandlung von Stefan Ferrich, Ritter von Ferrenhain, mit angeschlossenem Gastlokal

Neubau

  • Café Korb

Literatur

  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 623
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 1, 2. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 309-314